Euro-Rentenmärkte mit nachgebenden Renditen


07.09.10 11:25
Union Investment

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Im August prägte eine sehr starke Nachfrage nach sicheren Bundespapieren das Geschehen am deutschen Rentenmarkt, so die Experten von Union Investment.

Auf der sich verflachenden Zinsstrukturkurve seien - ausgehend vom langen Laufzeitende - durchweg nachgebende Renditen zu beobachten gewesen. Sämtliche Laufzeitbereiche, einschließlich der 30-jährigen Papiere, hätten zum Monatsende unterhalb von drei Prozent gelegen. Die richtungsweisenden Titel mit zehnjähriger Laufzeit hätten zeitweise die Renditemarke von 2,1 Prozent unterschritten. Mit einem Stand von 2,11 Prozent zum Monatsende hätten Bundesanleihen so niedrig wie noch nie rentiert.

Aus konjunktureller Sicht sei dieser Renditerückgang, zumindest was die deutsche Wirtschaftsentwicklung angehe, nicht zu begründen gewesen. Das Bruttoinlandsprodukt habe im zweiten Quartal mit einem Zuwachs in Höhe von 2,2 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten im europäischen Vergleich stark zugelegt. Konjunkturindikatoren wie beispielsweise der ifo-Geschäftsklimaindex hätten die gute Lageeinschätzung im Inland bestätigt.

Eingetrübt hätten sich zuletzt jedoch die Erwartungen und die Stimmung bezüglich der weiteren Entwicklung. Verantwortlich hierfür habe sich die verschlechterte konjunkturelle Situation in den USA gezeichnet. Die schwierige Lage am US-Häusermarkt, eine anhaltend hohe Arbeitslosigkeit und ein mäßiges Konsumverhalten würden die Wirtschaft der Vereinigten Staaten belasten. Die Ängste vor einer globalen Konjunkturabschwächung hätten daher die positiven Daten in Deutschland überschattet und bei den Anlegern einmal mehr zur Flucht in sichere Staatsanleihen geführt.

Von dieser hätten neben den US-Treasuries auch Bundespapiere in erheblichem Maße profitieren können. In der Gesamtbetrachtung habe sich an den anderen Euro-Rentenmärkten hingegen ein gemischtes Bild ergeben. Im Blickpunkt des Marktgeschehens habe Irland gestanden. Die Ratingagentur Standard & Poor's habe die langfristige Kreditwürdigkeit Irlands um eine Stufe von AA auf AA- herabgestuft. Damit einhergegangen sei auch ein negativer Ausblick bezüglich Irlands Verschuldung. Standard & Poor's habe diesen Schritt mit höheren Kosten für die Sanierung des maroden irischen Bankensektors begründet. In der Folge hätten irische Staatsanleihen über fast alle Laufzeiten Renditesteigerungen verzeichnet.

Andererseits habe Irland neben Italien zum Monatsende in einer Auktion sehr erfolgreich kurzfristige Papiere mit sechs beziehungswiese acht Monaten Laufzeit bei den Investoren platzieren können. Dies zeige, dass zumindest die kurzzeitige Refinanzierung der Euro-Peripherieländer trotz der erhöhten Risikoaversion bislang sehr gut funktioniere.

Auf Indexebene hätten die Euro-Rentenmärkte im August eine eindruckvolle Rally vorweisen können. Der repräsentative iBoxx Euro Sovereign Index habe im Berichtsmonat deutlich um 2,7 Prozent hinzugewonnen, wodurch sich die Wertentwicklung im laufenden Jahr auf beachtliche 6,2 Prozent verbessert habe. (Ausgabe August 2010) (07.09.2010/ac/a/m)




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