EUR/USD stabil auf aktuellem Niveau


01.09.10 13:07
Bremer Landesbank

Bremen (aktiencheck.de AG) - Der Euro eröffnete heute bei 1,2700 USD (07:15 Uhr), nachdem im gestrigen europäischen Handel sowohl die Höchstkurse bei 1,2742 USD als auch die Tiefstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1,2626 USD markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 84,35. In der Folge notiere EUR/JPY bei 107,15 während EUR/CHF bei 1,2900 oszilliere.

Der Devisenmarkt wolle es wissen. Der Markt wolle die Auseinandersetzung mit Zentralbanken. Der Aufwärtsdruck bei JPY und CHF bleibe ausgeprägt. Mit fundamentalen Faktoren habe die derzeitige Bewegung nichts mehr zu tun. Im Englischen heiße das, was einige potente Marktteilnehmer hier veranstalten würden "Cornering". Man dränge den Gegner in eine Ecke. Dann müsse es zu einer Entscheidung kommen. Die Analysten würden das bereits vom Euro kennen. Es sei schon erstaunlich, dass Zentralbanken und Regierungen den Kräften, die jetzt aggressiv gegen sie agieren und dabei fundamentale Faktoren völlig außer Acht lassen würden, im letzten Jahr die Existenz gerettet hätten. Manchmal sollte man halt schauen, wen man an seine "Mutterbrust" lasse. Das Leben schreibe schon interessante Geschichten.

Aus London und New York und einigen Enklaven Europas bleibe es dabei, dass die profund positive Lage der Weltwirtschaft kleingeschrieben werde. Heute würden Autoabsatzzahlen Japans positiv überraschen und Australien reüssiere mit hohem Wachstum, das nicht ansatzweise erwartet worden sei. Indiens Einkaufsmanagerindex bei 57,25 nach 57,6 Punkten verheiße auch keinen Zusammenbruch, sondern weiterhin starkes Wachstum in diesem Sektor. Der chinesische Einkaufsmanagerindex habe per Berichtsmonat August von zuvor 51,2 auf 51,7 Punkte zugelegt und signalisiere damit fortschreitende Expansion.

Der deutsche Arbeitsmarktbericht habe den 14. Monat in Folge sinkende Arbeitslosenzahlen geliefert. Per August sei die Zahl der Beschäftigungslosen um 17.000 auf nun 3.193.000 gesunken. Hier sei jetzt das Vorkrisenniveau erreicht worden. Die Kurzarbeit sei in den letzten zwölf Monaten um mehr als 1 Million auf gut 400.000 zurückgeführt worden. Die Beschäftigung liege bei circa 40,3 Mio. auf Vorkrisenniveau. Offene Stellen würden zunehmen. Laut DIHK würden 75% der Betriebe neue Mitarbeiter suchen. Dieser Arbeitsmarktbericht sei schlichtweg und ergreifend sehr gut. Sei er vom Finanzmarkt wahrgenommen worden? Nein, diese positiven Meldungen nivelliere man zügig ins Abseits.

Die erste Schätzung der Verbraucherpreise der Eurozone per Berichtsmonat August habe uns einen Preisauftrieb in Höhe von 1,6% geliefert, der exakt den Erwartungen entsprochen habe. Im Vormonat habe der Anstieg bei 1,7% gelegen. Die Arbeitslosenrate der Eurozone habe per Juli den Erwartungen entsprechend bei 10,0% verharrt. Die positive Tendenz im Norden der Eurozone werde durch die Freisetzungen im Rahmen der Reformen Südeuropas neutralisiert.

Die Daten aus den USA seien gemischt ausgefallen. In der Gesamtheit hätten jedoch leicht positive Akzente überwogen. So habe sich der Markt über den Anstieg der Hauspreise im 20-Städte-Vergleich im Rahmen des S&P/Case-Shiller Home Price Index im Jahresvergleich um 4,2% per Berichtsmonat Juni erfreut. Die Erwartungen hätten bei lediglich 3,9% gelegen. Diese Entwicklung jedoch fortzuschreiben sei riskant. Gerade ab Juli haber sich eine signifikante Abschwächung am US-Wohnimmobilienmarkt ergeben, die dieser Indexwert noch nicht abgreife. Ergo sei hier bei der Interpretation Vorsicht geboten.

Auch das Verbrauchervertrauen nach Lesart des Conference Board habe einen positiven Akzent beigesteuert. Der Index habe von zuvor 50,4 auf 53,5 Punkte zugelegt. Die Konsensusprognose sei bei 50,5 Punkten angesiedelt gewesen. Bei der Freude über das besser als erwartet ausgefallene Ergebnis, sei jedoch eine gewisse Nüchternheit einzufordern. Das aktuelle Niveau bleibe im höchsten Maße unbefriedigend.

Der Einkaufsmanagerindex aus Chicago sei marginal stärker gesunken als prognostiziert von zuvor 62,3 auf 56,7 Punkte. Die Prognose habe bei 57,0 Zählern gelegen. Der Rückgang des Index impliziere einen Rückgang der überproportionalen Wachstumsdynamik der Vormonate in nachhaltigere Wachstumsgefilde (Index höher als 50 = Expansion). Der Auftragsindex habe 55,0 nach zuvor 64,6 Punkte verzeichnet. Der Produktionsindex sei von 65,0 auf 57,6 Zähler gesunken und der Beschäftigungsindex habe leicht von zuvor 56,6 auf 55,5 Punkte verloren.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das zunächst eine neutrale Haltung in der Parität EUR/USD favorisiere. Ein nachhaltiger Ausbruch aus der Bandbreite 1,2500/1,2830 eröffne neue Dynamik. (01.09.2010/ac/a/m)




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