EUR/USD neutrale Haltung favorisiert


25.08.10 10:33
Bremer Landesbank

Bremen (aktiencheck.de AG) - Der Euro eröffnet heute bei 1,2635 USD (07:35 Uhr), nachdem im gestrigen europäischen Handel Tiefstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1,2589 markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 84,25. In der Folge notiere EUR/JPY bei 106,45, während EUR/CHF bei 1,2995 oszilliere.

Die Eurozone habe gestern einmal mehr überraschend positive Daten geliefert. Der Auftragseingang der Industrie habe markant um 2,5% im Monatsvergleich zugelegt. Die Prognose sei bei "nur" 1,5% angesiedelt gewesen. Damit jedoch nicht genug. Der Vormonatswert sei von +3,8% auf +4,1% revidiert worden. Damit habe sich dann der Anstieg auf 22,6% im Jahresvergleich gestellt.

Das Auftragspolster der Eurozone wachse weiter oberhalb der Erwartungshaltung des Finanzmarktes. Reaktionen würden sowohl am Aktien-, am Bond- und am Devisenmarkt ausbleiben. Positive Datensätze der Eurozone seien offensichtlich "No Go Area" für Finanzanalysten und Marktteilnehmer.

Man könne die Reaktion als eine Verweigerungshaltung gegenüber der ökonomischen Realität interpretieren. Die Analysten würden das zur Kenntnis nehmen.

Komme man zu den USA. Hier habe sich nicht wie in der Eurozone ein erfrischendes "Hui" ergeben, sondern es sei zu einem nachhaltigen "Pfui" gekommen. Der Absatz zuvor bereits genutzter Wohnimmobilien sei unerwartet um 27,2% im Monatsvergleich auf 3,83 Mio. Objekte in der annualisierten Darstellung gesunken. Damit sei ein historischer Tiefstwert in dieser seit zehn Jahren erhobenen Datenreihe markiert worden. Das Volumen an zu verkaufenden Immobilen stelle sich nun auf 12,5 Monatsumsätze. An diesen Daten werde deutlich, dass ohne Steuersubvention in diesen Markt kein Leben einzuhauchen sei. Es zeige sich auch, dass die These der Analysten über die US-Wirtschaft richtig sei. Die binnenwirtschaftlichen Kräfte seien in den USA schwach. Nur der Teil, der direkt mit der Weltwirtschaft verzahnt sei, laufe.

Es sei erstaunlich, dass noch nicht einmal historische Tiefstwerte in diesem Sektor Realitätssinn über tatsächliche Risiken und lediglich vermeintliche "safe havens" schaffen könnten.

Der "Richmond FED Manufacturing Survey" habe die nächste Negativnachricht aus den USA geliefert. Der Index sei von zuvor 16 auf 11 Punkte gesunken. Der positive Aspekt sei darin zu sehen, dass der Indexwert von 11 Punkten weiterhin Expansion andeute. Seit April 2010 ausgehend von 30 Punkten komme es kontinuierlich zu Rückgängen. Die Analysten der Bremer Landesbank haben darauf verwiesen, dass die Aufwertung des USD und damit die Minimierung der Konkurrenzfähigkeit auf internationalen Märkten eine prominente Rolle spielt, die einzige Stärke der US-Wirtschaft zu schwächen. Dieses logische Denkvermögen werde derzeit jedoch nicht an den Märkten gespielt.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das zunächst eine neutrale Haltung in der Parität EUR/USD favorisiere. Ein nachhaltiger Ausbruch aus der Bandbreite 1,2500 bis 1,2930 eröffne neue Dynamik. (25.08.2010/ac/a/m)




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