EUR/USD im Fokus


02.09.10 11:23
UniCredit Research

München (aktiencheck.de AG) - Welch eine Reaktion: Handelte es sich bei den Devisenmärkten gestern Vormittag lediglich um einen kräftigen Seufzer der Erleichterung infolge ein oder zwei positiver US-Daten und guter Zahlen aus China und Australien, so war die Euphorie nach Bekanntgabe einer kräftigen
Konsensüberschreitung beim ISM-Index fast grenzenlos, so die Analysten von UniCredit Research.

Nahezu alle Risikoindikatoren hätten auf Grün geschaltet: Die Welt sei nun wieder in Ordnung. Die Aktienmärkte hätten sich in bester Stimmung gefunden, die Volas seien abgesackt, Bond-Renditen und Rohstoffpreise seien in die Gegenrichtung geschossen. EUR/USD, ohnehin sehr empfänglich für eine Aufhellung des Risikobildes, habe schon vorher die 1,28 überschritten. Aber auch die hartnäckig unter dem Austesten von Zentralbank-Schmerzgrenzen leidenden Paritäten EUR/CHF und EUR/JPY seien nicht zu kurz gekommen und hätten sich deutlich von ihren Tagestiefstkursen entfernt.

Bemerkenswert am konjunkturell richtungweisenden ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe sei die fast durchgängig positive Entwicklung der Einzelkomponenten gewesen. Zwar hätten die Neuaufträge gegenüber dem Vormonat einen Deut schwächer notiert, sie seien allerdings durch Bezahlte Preise, Produktion, Lageraufbau, Beschäftigung und Importaufträge klar überkompensiert worden.

Da es wesentlich schlechtere Korrelationen gebe als jene zwischen der ISM-Beschäftigungskomponente und der Anzahl neu geschaffener Stellen, stünden die Chancen für eine Fortsetzung der aufgehellten Marktstimmung bis morgen Nachmittag nicht schlecht. Zumindest seien die Risiken eines stärkeren Stellenabbaus als im Juli deutlich gesunken.

Für heute rechne man in allen nennenswerten Paritäten mit einer Seitwärtsbewegung. Mittelpunkt des Tages sei zweifelsohne die EZB-Pressekonferenz. Da aber bereits vor knapp zwei Wochen Herr Weber seinem Kollegen Trichet das Wort aus dem Mund genommen habe, bleibe dem Präsidenten heute, salopp gesagt, an Neuigkeiten lediglich die Wachstums- und Inflationsprojektionen der EZB zu verkünden. Man erwarte eine Aufwärtsrevision der Wachstumserwartungen für 2010 von 1,2 auf 1,6% und für 2011 einen nur marginal höheren Wert als die im März in Aussicht gestellten 1,2%. Die Inflationsprognosen hingegen dürften weitgehend unverändert bleiben. Alles in allem sollte der heutige Tag keine großen Überraschungen bieten und die Handelsaktivitäten in überschaubaren Grenzen halten. (02.09.2010/ac/a/m)



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