Deutsche Staatsanleihen setzten ihre Rekordjagd fort


30.08.10 16:19
Bremer Landesbank

Bremen (aktiencheck.de AG) - Auch in der vergangenen Handelswoche setzten die deutschen Staatsanleihen ihre Rekordjagd fort, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Seit etwa einem Monat würden die Notierungen lang laufender Bundesanleihen nur noch eine Richtung kennen - fester. Zehnjährige Titel hätten auf Rekordniveau bei 2,09 Prozent rentiert. Auch die Statistik der Bundesbank habe mit einem Rekord aufwarten können: Mit 1,81 Prozent sei die Umlaufrendite am vergangenen Freitag festgestellt worden. Der niedrigste Wert einer langen Historie. Im Schnitt der vergangenen zehn Jahre habe dieser Wert bei 3,84 Prozent gelegen; bezogen auf 40 Jahre seien es gar 6,40 Prozent gewesen.

Die so genannte "Jackson-Hole-Konferenz" der wichtigsten Notenbanker habe am vergangenen Wochenende Aufschluss über die Handlungsbereitschaft insbesondere der FED gegeben. Angesichts der problematischen konjunkturellen Entwicklung habe US-Notenbankchef Bernanke keinen Zweifel an seiner Bereitschaft zu gegebenenfalls auch unkonventionellen Maßnahmen gegeben. Im Wesentlichen habe er seine Bereitschaft zu weiteren Wertpapierkäufen erneuert und einen niedrigen Leitzins auch für einen längeren Zeitraum in Aussicht gestellt.

EZB-Präsident Trichet habe das Mandat der EZB - die Wahrung der Preisstabilität - in den Mittelpunkt seiner Ausführungen gestellt. Die aktuellen Maßnahmen seien flankierender und bestenfalls befristeter Natur. Wichtig sei der Abbau privater und staatlicher Schulden!

Kurzfristig dürfte sich am deutschen Rentenmarkt keine Trendwende ergeben, obgleich die Wahrscheinlichkeit von Gewinnmitnahmen deutlich steige. Entwickle sich in den kommenden Wochen eine deutlich flachere Zinskurve? Werde die Fristentransformation zum echten Problem? Oder habe die Börse mit ihrer Anleihen-Hausse in den vergangenen Wochen schlicht übertrieben? (30.08.2010/ac/a/m)




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