Aktienmarkt dem Höhenflug folgten Kurseinbußen


07.07.10 14:20
Alte Leipziger Trust

Oberursel (aktiencheck.de AG) - An den internationalen Börsenplätzen haben sich die Kurse im Juni zunächst erholt, bevor sie bis Anfang Juli wieder den Gang gen Süden antraten, so die Experten der Alte Leipziger Trust.

So lägen zu Beginn des dritten Quartals die meisten Aktienindices - von wenigen Ausnahmen abgesehen - inzwischen niedriger als zu Jahresbeginn. Hintergrund für die zuletzt wieder negative Börsentendenz sei die sich in ihrer Dynamik global abschwächende Konjunktur. Im asiatischen Raum werde infolge der restriktiven Geldpolitik der Zentralbanken, insbesondere der von China, das Wachstum bewusst abgebremst. Die erwartete Wachstumsrate für China sei für 2010 bereits folgerichtig von +9,0% auf +7,5% reduziert worden.

Im Euroland führe der hohe Schuldenstand, verbunden mit den teilweise sehr restriktiven Sparmaßnahmen der Regierungen zum Nachfrageausfall und entsprechend zu einem partiellem Wachstumsausfall. Die global sinkenden Wachstumsraten würden sich in den tendenziell fallenden Kapitalmarktrenditen und Rohstoffpreisen widerspiegeln. Die nachlassende Nachfrage sollte folglich auch zu sinkenden Unternehmensgewinnen führen. Die ersten Hinweise dazu würden die Gewinne für das zweite Quartal, die in den kommenden Wochen veröffentlicht würden, sowie die Ausblicke der Unternehmen für den Rest des Jahres 2010 liefern würden.

Untermauert werde die konjunkturelle Abschwächung von einer vor kurzem publizierten Umfrage unter Einkaufsmanagern aus diversen Staaten. Die hohe Staatsverschuldung, vor allem die der Euroländer, sowie die Diskussion über die Maßnahmen zum Schuldenabbau hätten die Akteure verunsichert. Dies sei der gerade in den USA verbreiteten Sorge geschuldet, dass die Aufwärtskorrektur abbreche und die Weltwirtschaft abermals in eine Rezession stürzen könnte. Befürchtungen vor dem "Double Dip" würden umgehen und die Aktienkurse und den Ölpreis drücken. Nicht ganz ohne Grund, denn einige US-Wirtschaftsindikatoren hätten enttäuscht: Der schwache Arbeitsmarktbericht, ein rückläufiger Auftragseingang der Industrie im Mai von 1,3 Prozent sowie ein Vertrauensverlust der Konsumenten, dessen Ursache in der Befürchtung vor einem Überschwappen der europäischen Schuldenkrise auf die USA liege, hätten belastet.

Dennoch gehen die Experten der Alte Leipziger Trust bei Betrachtung aller vorliegenden Daten von keinem erneuten Rückfall in eine Rezession aus. Aufgrund der abflauenden fiskalpolitischen Stimuli sei hingegen eher eine Wachstumsdelle wahrscheinlich. Viele der auf den ersten Blick enttäuschenden Wirtschaftsdaten würden belegen, dass wir es weiterhin mit keinem Wirtschaftseinbruch, sondern lediglich mit einer verlangsamten Erholung zu tun hätten. So hätten die privaten Unternehmen im Juni 83.000 neue Stellen geschaffen, der moderate Aufwärtstrend bleibe intakt. Die Konsumenten würden weiter kaufen, und die Endnachfrage sei bis zuletzt gestiegen. Wichtig in diesem Kontext sei auch, dass sich die Zinskurve in den USA per saldo nur moderat abgeschwächt habe.

Kurzfristig sollten die Aktienkurse sehr volatil bleiben. Dabei würden sich die eingeleiteten Abwärtstrends bei einigen europäischen länderspezifischen Indices negativ auswirken. Mittelfristig erwarten die Experten der Alte Leipziger Trust eine Wiederaufnahme des positiven Trends an den Aktienmärkten. (Ausgabe Juli 2010) (07.07.2010/fc/a/m)




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