Aktienmärkte mit Trendwechsel


09.06.10 10:07
Alte Leipziger Trust

Oberursel (aktiencheck.de AG) - An den Aktienmärkten hat sich die Stimmung eingetrübt, so die Experten der Alte Leipziger Trust.

Die Kurse seien im Mai unter großen Schwankungen per saldo gefallen. Belastend hätten die hohe Staatsverschuldung, vor allem die der Euroländer, sowie deren Auswirkungen auf die globale Konjunktur und die Kapitalmärkte gewirkt. Die Frage, die sich nun an den Aktienmärkten nach den Kursrückgängen der letzten Wochen stelle, sei, ob die Kurse eine Korrekturphase durchlaufen oder bereits einen neuen Baissezyklus eingeleitet hätten.

Zwar könne der jüngste Kursrückgang als eine Korrektur vorangegangener Kursanstiege interpretiert werden, da jedoch die Aufwärtstrends bei wesentlichen Indices mit zunehmender Volatilität nach unten verlassen worden seien, könne durchaus von einem Trendwechsel gesprochen werden.

Für das Baisse-Szenario gebe es auch folgende Argumente fundamentaler Art: Einerseits nehme die Wachstumsdynamik global ab. Während in den USA die positiven expansiven Effekte aus den Konjunkturpaketen langsam auslaufen und zu sinkenden Wachstumsraten in den folgenden Quartalen führen würden, komme es im asiatischen Raum infolge restriktiver Geldpolitik der Zentralbanken, insbesondere der von China, zu einer Abkühlung des Wachstums.

In Europa führe der hohe Schuldenstand, verbunden mit den teilweise sehr restriktiven Sparmaßnahmen der Regierungen, zum Nachfrageausfall und entsprechend zu Wachstumseinbußen. Die in den wesentlichen Regionen der OECD sinkenden Wachstumsraten hätten dazu geführt, dass der Index der OECD-Frühindikatoren bereits sinke. Da dieser Indikator recht hoch mit den Wendepunkten an den Aktienmärkten korreliere, dürfte dieser als ein negatives Zeichen für die weitere Kursentwicklung gewertet werden. Die global sinkenden Wachstumsraten würden sich in den fallenden Kapitalmarktrenditen und Rohstoffpreisen widerspiegeln.

Ein weiteres Argument sei in den deutlich nachlassenden Anlage- und Ausrüstungsinvestitionen in den USA zu sehen. In den USA sei während der letzten zwei Quartale ein nicht unerheblicher Anteil am US-BIP auf Lager produziert worden, den es in den nächsten Quartalen nachfrageseitig abzubauen gelte. Dies dürfte insgesamt zulasten der Unternehmensinvestitionen und der künftigen Wachstumsperspektiven gehen. Damit werde die globale Wachstumsabschwächung recht bald zu sinkenden Unternehmensgewinnen über die Mengenkomponente führen.

Kurzfristig würden die Aktienkurse sehr volatil bleiben, dabei würden sich die eingeleiteten Abwärtstrends negativ auswirken. Charttechnisch müsste es vor einem Wiederanstieg der Kurse zu einer Bodenbildung kommen. (Ausgabe Juni 2010) (09.06.2010/fc/a/m)




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