XAIA Credit Debt Capital-Fonds: 10/2020-Bericht, 3Q-BIP-Zahlen zeichnen ein durchaus positives Bild - Fondsanalyse


20.11.20 12:00
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der XAIA Credit Debt Capital nutzt Bewertungsunterschiede zwischen verschiedenen Refinanzierungsinstrumenten von Schuldnern aus, so die Experten der Universal-Investment-GmbH.

Dabei strebe der Fonds einen Ertrag von 3-Monats-Euribor plus 4,5% p.a. nach Kosten an, unabhängig von der allgemeinen Entwicklung an den Aktien- und Rentenmärkten.

Der Fonds basiere auf einer marktneutralen Anlagestrategie. Er nutze vor allem Preisdifferenzen zwischen Instrumenten unterschiedlicher Seniorität eines Referenzschuldners. Dafür investiere der Fonds zumeist in Schuldverschreibungen eines Emittenten und gehe eine geeignete Absicherungsposition über Aktienderivate ein. Dabei werde die Absicherungsposition in der Erwartung aufgebaut, dass sie einen strategieadäquaten Gleichlauf (Korrelation) zur Anlageposition aufweise und zudem mögliche Extremereignisse aufseiten der Schuldner, wie z.B. eine Insolvenz, ausgleiche.

Als Anlageinstrumente stünden alle Instrumente der Kapitalstruktur zur Verfügung, wobei typischerweise in Anleihen, Wandelanleihen, strukturierte und Hybrid-Anleihen sowie in Schuldverschreibungen investiert werde. Zur Absicherung würden Aktienderivate und gegebenenfalls Kreditderivate eingesetzt. Darüber hinaus würden Zins- und Währungsrisiken über geeignete Absicherungsinstrumente weitgehend neutralisiert.

Der Oktober sei aus Sicht der Märkte recht freundlich gestartet, was sich in niedrigeren Risikoaufschlägen sowie steigenden Aktienkursen in Europa und den USA niedergeschlagen habe. Zähe Diskussionen um den Brexit mit nahender Deadline, die anstehende Präsidentschaftswahl in den USA, das nach wie vor nicht verabschiedete Hilfsprogramm für die US-Wirtschaft, aber auch die rasant ansteigenden Covid-19-Infektionen und die damit in Aussicht gestellten Lock-Downs schienen zunächst kaum eine Rolle zu spielen, so die Experten der Universal-Investment-GmbH. Lediglich der an dieser Stelle oft herangezogene VIX-Index, der die erwartete Volatilität widerspiegele, sei auf relativ hohem Niveau geblieben.

In der zweiten Hälfte des abgelaufenen Monats schienen dann plötzlich die Marktteilnehmer zunehmend diese durchaus schon länger bekannten Informationen einzupreisen, was eine Gegenbewegung nach sich gezogen und zu einigen holprigen Handelstagen geführt hat, so die Experten der Universal-Investment-GmbH.

Was das Handelsgeschehen betrifft, so lässt sich zumindest für den HY-Markt konstatieren, dass zwar die Unternehmensergebnisse zum dritten Quartal mit großer Spannung erwartet wurden und werden, da diese schließlich Aufschluss darüber geben, inwiefern eine Erholung vom Einbruch im Frühjahr tatsächlich schon fortgeschritten ist, so die Experten der Universal-Investment-GmbH. Beim Versuch, daraufhin aktiv zu werden, hätten sich einem jedoch weniger die erhofften Opportunitäten, sondern vielmehr ein Ohrwurm des 80er Jahre Smash-Hits von Sidney Youngblood ("All we can do is sit and wait") aufgedrängt. Dies sei vermutlich darauf zurückzuführen, dass die meisten Investoren im Hinblick auf die Präsidentschaftswahl bereits positioniert gewesen seien und gleichzeitig Überraschungen seitens der beiden Kandidaten ausgeblieben seien.

Um westlich des Atlantiks zu bleiben: Der Oktober sei seit März der erste Monat gewesen, in dem nicht mindestens eine CDS-Auktion infolge eines Credit Events eines US-Unternehmens abgehalten worden sei (und auch zum aktuellen Zeitpunkt nicht anstehe). Daraus bereits eine Jahresbilanz zu ziehen, wäre allerdings mit Blick auf die eingepreisten Ausfallwahrscheinlichkeiten wie beispielsweise bei Transocean womöglich etwas voreilig.

Die 3Q-BIP-Zahlen würden sowohl für die USA als auch für Europa nach dem starken Wirtschaftseinbruch in der ersten Jahreshälfte ein durchaus positives Bild zeichnen. Da die EZB allerdings damit rechne, dass diese Entwicklung deutlich schneller ende als erwartet, habe sie in ihrer Pressekonferenz Ende des Monats nochmals den aktuellen Kurs bestätigt und weitere bzw. umfangreichere Maßnahmen in Aussicht gestellt.

Trotz eines Abflachens der Handelsaktivität im Oktober hätten die Experten der Universal-Investment-GmbH insgesamt fünf bestehende Positionen weiter ausbauen können, welche allesamt aus Anleihen mit entsprechender CDS-Absicherung bestünden und dem US-HY-Segment zuzuordnen seien. Eine Position referenzierend auf eine amerikanische Fluglinie hätten die Experten bei attraktiven Levels weiter aufstocken können. Auf der anderen Seite hätten sie mit dem Abbau einer Position aus dem europäischen Food-Sektor sowie einer Position auf einen US-Automobilhersteller begonnen, da für beide jeweils gelte, dass sie ihren erwarteten Ertrag bereits vollständig realisiert hätten.

Eine weitere Position hätten die Experten der Universal-Investment-GmbH im Hinblick auf den erwarteten Basis-Ertrag optimiert, indem sie die bestehende Anleihe in eine günstigere Anleihe desselben Emittenten mit derselben Laufzeit getauscht hätten, sodass die bestehende CDS-Absicherung weiterhin verwendet werden könne. Das Profil einer weiteren Position hätten die Experten adjustiert, indem sie die Anleiheposition, die sich bereits überproportional positiv entwickelt habe, etwas reduziert hätten.

Zum Monatsultimo bestehe das Portfolio aus 43 Positionen, welche sich zu einer Investitionsquote von 88% addieren würden. Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten sowohl bezogen auf die politische als auch die pandemische Lage würden sich die Experten der Universal-Investment-GmbH sehr wohl fühlen, etwas Liquidität für neue Opportunitäten vorzuhalten. (Ausgabe vom 30.10.2020) (20.11.2020/fc/a/f)






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