Weltindices-ETFs: Investments in über 2.000 Titel weltweit


14.01.20 11:26
AnlegerPlus

München (www.fondscheck.de) - Weltindices-ETFs eröffnen eine kostengünstige Option, sich für den langfristigen Vermögensaufbau die Performance von Weltindices zunutze zu machen, so Stefan Riedel in der aktuellen Ausgabe der "AnlegerPlus News".

Eine originalgetreue Abbildung der globalen ökonomischen Kräfteverhältnisse biete solche Einzelprodukte nicht.

Kontrolliertes Risiko bei ansprechender Rendite: Um dieses Ziel zu erreichen, sei die Diversifizierung des eigenen Portfolios ein absolutes Muss. Die ausgewogene Balance der unterschiedlichen Anlageklassen je nach individueller Risikoneigung verstehe sich dabei von selbst. Die Konzentration auf die so genannte Home Bias, also die Übergewichtung heimischer Unternehmen bei der Anlageentscheidung, sei dabei ein häufig gemachter Fehler. Neben dem so aufgebauten Klumpenrisiko würden Anlegern so Renditechancen entgehen. Denn letztendlich würden die internationalen Börsen ein allumfassendes Bild der globalen Konjunktur geben. Aus Anlegersicht bedeute das: Je breiter ein Portfolio über Länder, Branchen und Währungen streue, umso geringer sei die Volatilität und das Verlustrisiko.

ETFs würden hier die Option bieten, sich die Wachstumsperspektiven der Weltwirtschaft ins Depot zu holen, ohne das Risiko von Investments in Einzeltitel einzugehen. Finanzdienstleister hätten dazu Indices entwickelt, die sich zum Ziel setzen würden, das globale Wachstumspotenzial von Branchen und Ländern abzubilden. Der bei weitem bekannteste Index sei der von MSCI entwickelte und seit dem 31.03.1968 berechnete MSCI-World-Index. Dieses Börsenbarometer enthalte 1.600 Firmen und diene als Benchmark für viele aktiv gemanagte Investments mit einem global ausgerichteten Portfolio. Dargestellt werde der MSCI World in der Regel als Kursindex, also ohne Berücksichtigung von Dividenden.

Für den MSCI-World-Index spreche seine langfristige Entwicklung. Im Zeitraum 2009 bis 2019 habe die durchschnittliche jährliche Performance bei 10,2% gelegen. Ein derartiger Schnitt wäre mit einem ausschließlich aus festverzinslichen Wertpapieren gebildeten Portfolio niemals drin gewesen. Zugleich federe die breite Streuung nach Unternehmen und Branchen die Abwärtsrisiken ab. Um sich den MSCI World Index ins Depot zu holen, könnten Anleger auf insgesamt 18 ETF-Produkte zurückgreifen. Mit einer Ausnahme seien alle diese Produkte sparplanfähig. Dank dieses großen Wettbewerbs seien auch die jährlichen Fondsgebühren mit einer Bandbreite von 0,12 bis 0,5% überschaubar.

Einen großen Haken habe der MSCI-World-Index dennoch. Die enthaltenen Unternehmen würden lediglich die wirtschaftliche Entwicklung von 23 Industriestaaten abbilden. Insgesamt 85% des Börsenwerts aller Industrieländer repräsentiere der Index. Die USA würden dabei rund 62% der Indexgewichtung stellen - und mit Apple, Alphabet und Amazon würden auch die am höchsten gewichteten Einzelwerte aus der weltgrößten Volkswirtschaft stammen. Mit großem Abstand würden Japan (8,2%) und Großbritannien (5,8%) folgen. Auch bei der Branchengewichtung des Index zeige sich die dominierende Rolle der USA: Firmen aus den Sektoren Technologie, Finanzdienstleister und Gesundheit seien deutlich am höchsten gewichtet und würden in Summe rund 45% aller Indexmitglieder abdecken.

Auch die Finanzdienstleister FTSE sowie Standard & Poor's würden eigene Weltindices als Basis für Indexfonds auflegen. Der Unterschied sei, dass diese Indices mehr Titel umfassen würden als der oben erwähnte MSCI-Index. Der FTSE-Index auf Industriestaaten beinhalte beispielsweise 2.177 Firmen. Noch ausgeprägter sei die Diversifizierung bei den Schwellenländern: 1.751 Aktien im FTSE-Developed-Index stünden 1.194 Firmen im MSCI-Emerging-Markets-Index gegenüber. Von der langjährigen Performance seien beide Börsenbarometer jedoch nahezu identisch. Allerdings bilde nur ein ETF den FTSE-Index nach.

Die große Abhängigkeit von der Kursentwicklung an den US-Börsen bringe es zudem mit sich, dass der tägliche Index-Schlusskurs nach europäischer Zeit erst spät in der Nacht feststehe. Einen Vorteil habe die USA-lastige Ausrichtung allerdings: Wer sich einen ETF zum MSCI-World-Index ins Depot lege, könne auf ein ETF-Produkt verzichten, das den S&P 500 abbilde.

Um das Wachstumspotenzial der Weltwirtschaft als Ganzes im Depot zu repräsentieren, empfehle es sich daher, neben Industriestaaten zusätzlich in Schwellenländer zu investieren. Neben den Wachstumsperspektiven ihrer Volkswirtschaften hätten diese Länder nämlich einen zusätzlichen Pluspunkt: Ihre Kapitalmärkte würden im historischen Vergleich eine tendenziell niedrige Korrelation mit den Märkten in Nordamerika oder Europa aufweisen. Das bedeute, dass sie die Portfolio-Performance positiv beeinflussen könnten.

MSCI biete hier mit dem MSCI All Country World Index (ACWI) eine Anlage-Alternative, die Industrie- und Schwellenländer sogar in einem Produkt bündle. Der MSCI ACWI verteile die Risiken am Aktienmarkt auf knapp 2.750 Unternehmen. Der Index bündle dabei die nach Börsenwert größten Firmen aus 23 Industrie- und 24 Schwellenländern. Darunter befänden sich zum Beispiel China, Südkorea, Indien oder Brasilien. Insgesamt würden Schwellenländeraktien zu rund 10% des Indexwerts beitragen. Aktien von US-amerikanischen Unternehmen würden knapp 55% des Indexwertes ausmachen.

Bemerkenswert sei, dass die Einbeziehung von Technologie- und Internetfirmen aus China, Taiwan und Südkorea bislang nicht dazu geführt habe, dass der MSCI ACWI nach oben oder unten eine größere Volatilität an den Tag lege. Allerdings sei die ETF-Auswahl auf diesen Index bislang begrenzt: Stand Ende Dezember 2019 könnten in Deutschland vier ETFs auf den MSCI ACWI gekauft werden. Nur zwei davon würden auf eine Performancehistorie von mehr als fünf Jahren zurückblicken.

Eine zweite Option für die Diversifikation eines Weltportfolios sei der Kauf eines ETF-Produkts auf den MSCI World und eines weiteren Indexfonds mit dem alleinigen Fokus auf Schwellenländer. Der MSCI Emerging Markets beinhalte insgesamt 26 Länder aus den vier Regionen Asien, Lateinamerika, Afrika und Osteuropa. Am höchsten gewichtet mit 32,6% sei die Volksrepublik China, mit deutlichem Abstand gefolgt von Südkorea (12,3%). Zähle man die 11,1% des Drittplatzierten Taiwan hinzu, stelle der chinesische Wirtschaftsraum fast 45% der gesamten im Index erfassten Wirtschaftsleistung.

Wer bei seiner Anlageentscheidung ein breites ETF-Sortiment miteinander koppeln möchte, fahre am besten mit Produkten auf den MSCI World und den MSCI Emerging Markets. Insgesamt vier die Weltmärkte abbildende Produkte, darunter ein ETF auf den MSCI ACWI, würden sich nach Einschätzung der Experten von "AnlegerPlus" von Kostenstruktur und Performance auszeichnen. Alle vier ETFs würden sich unabhängig voneinander als Basisinvestments eignen und seien sparplanfähig. Jeweils zwei unserer Favoriten schütten die Erträge als Dividenden aus oder thesaurieren diese, reinvestieren die Erträge also wieder in den ETF, so die Experten von "AnlegerPlus".

Ratsam sei es, die Indexfonds möglichst in Depots zu verwalten, für die keine Depotführungskosten anfallen würden. Dafür würden sich die kostenlosen Depots einiger Broker und Direktbanken eignen. Immerhin zehn der 17 ETF-Produkte auf den MSCI World seien bei Direktbanken zum Nulltarif ohne Order- und Depotgebühren erhältlich. Die comdirect biete dabei die Möglichkeit, einen ETF-Sparplan mit monatlicher Einzahlung von 25 Euro einzugehen, während alle anderen Direktbanken bei einem Mindestbetrag von 50 Euro starten würden.

Vorschläge für ETF-Investments auf einen Weltindex:

ComStage MSCI World UCITS
Invesco MSCI World UCITS (ISIN IE00B60SX394 / WKN A0RGCS)
SPDR MSCI ACWI UCITS
Xtrackers MSCI World Index UCITS 1C (ISIN IE00BK1PV551 / WKN A1XEY2) (Ausgabe 1/2020) (14.01.2020/fc/a/e)





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