Was David Older bei Carmignac verändern will - Fondsnews


07.12.18 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Anfang September hat David Older die Verantwortung für den Vorzeige-Fonds Carmignac Investissement übernommen, gleichzeitig wurde er zum Co-Fondsmanager des Carmignac Patrimoine ernannt, so die Experten von "FONDS professionell".

Im Exklusiv-Interview erkläre der frühere Hedgefondsmanager, was er künftig anders machen wolle.

In den Bärenmärkten von 2008 und 2011 habe einem Anleger im Grunde kaum etwas Besseres passieren können, als in einem Fonds wie dem Carmignac Patrimoine investiert zu sein. Für die vergangenen fünf Jahre lasse sich das leider nicht mehr sagen. Die Performance des auf absoluten Ertrag ausgerichteten Fonds sei im Vergleich mit Benchmark und Peergroup mehr als enttäuschend gewesen, nicht nur aufgrund der schwachen Ergebnisse im Aktienbereich, sondern auch aufgrund von Währungswetten und anderen, im Wesentlichen durch eine verfehlte Makro-Analyse getriebenen Positionen.

Kaum anders sei es Anlegern im global anlegenden Aktienfonds Investissement aus dem gleichen Haus ergangen. Auch hier seien die Anlageergebnisse hinter Vergleichsindex wie auch Mitbewerb deutlich zurückgeblieben. Dass man mit schlechten Fondsergebnissen keinen Blumentopf oder Neuanleger gewinnen könne, sei natürlich auch den Investmentspezialisten um Altmeister Edouard Carmignac nicht verborgen geblieben.

Abhilfe schaffen solle eine Neustrukturierung der Verantwortlichkeiten im Fondsmanagement. In diesem Zuge sei im September David Older zum Co-Fondsmanager des Patrimoine ernannt worden, die Geschicke des Carmignac Investissement lenke Older seither alleinverantwortlich. Grund genug, den Aktienspezialisten, der bereits seit dreieinhalb Jahren in Diensten der Franzosen stehe, in seinem Büro in der Londoner Niederlassung von Carmignac zu einem gemeinsamen Analysegespräch mit Jake Moeller, Head of Lipper UK and Ireland Research, aufzusuchen.

David Older, Carmignac Gestion: "Es gab mehrere Gründe, warum Edouard Carmignac vor rund vier Jahren an mich herangetreten ist. Er hat schon früh erkannt, dass der disruptive Charakter von neuen und wegweisenden Technologien in nahezu allen Bereichen der Wirtschaft für Veränderungen sorgen würde. Deshalb war es wichtig geworden, gerade das Technologiethema mit einem Spezialisten zu besetzen."

"Bei meiner Ernennung hat natürlich auch die nicht zu übersehende Performanceschwäche beider Fonds eine Rolle gespielt. Aber das ist Teil einer größer angelegten Umstrukturierung im Management beider Fonds, bei der es darum geht, den gesamten Investmentprozess auf eine andere Basis zu stellen."

"In den zwölf Jahren als Hedgefondsmanager in New York habe ich meinen eigenen Ansatz entwickelt, der durch eine sehr stark auf die Mikroanalyse einzelner Unternehmen und Branchen ausgerichtete Bottom-up-Strategie gekennzeichnet ist. Dabei kann man sich nicht auf ein am Markt verfügbares Sell-Side-Research stützen, das reicht nicht aus. Es kommt vielmehr darauf an, durch entsprechendes eigenes Primärresearch möglichst tief in die Analyse einer einzelnen Aktie und des dahinter stehenden Unternehmens einzusteigen."

"Natürlich sind auch wir speziell von der jüngsten Korrektur noch einmal böse überrascht worden. Anhand der Detailanalyse zum Performancebeitrag einzelner Bereiche können wir aber schon heute in bestimmten Sektoren gute Ergebnisse vorweisen. Und ich bin zuversichtlich, dass es in meiner neuen Rolle als Fondsmanager des Investissement und als Co-Manager des Patrimoine gelingen wird, auch die gesamte Ertragssituation beider Fonds wieder deutlich zu verbessern."

"Abgesehen von regelmäßigen gemeinsamen Meetings in Paris oder hier in London findet an jedem Börsentag eine gemeinsame Videokonferenz aller Kollegen statt. Dabei präsentieren einzelne Analysten nicht nur wichtige Ergebnisse zu Einzelwerten oder Branchen, es werden auch die für den jeweiligen Tag relevanten Themen zu den Aktien- und Bondmärkten sowie zu den Makrotrends besprochen. Die Integration aller drei Bereiche ist bei Carmignac aus meiner Sicht einzigartig, da wir siloartige Strukturen, wie sie bei vielen anderen Asset Managern zu beobachten sind, vermeiden."

"Als es im Oktober zu deutlichen Kursrückgängen an den Aktienmärkten kam, haben auch wir uns natürlich die Frage gestellt, ob wir es lediglich mit einer zu erwartenden Korrektur zu tun haben oder ob daraus ein wirkliches Problem entstehen könnte beziehungsweise ob daraus eventuell sogar der Anfang einer Rezession abzuleiten wäre. Im Dialog mit den Kollegen der Bondseite sind wir zu dem Schluss gekommen, dass hier zunächst keine größeren Gefahren für die Aktienmärkte zu erwarten sein werden." (News vom 06.12.2018) (07.12.2018/fc/n/s)





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