US-Maisexporteuren droht wichtigster Abnehmer abhanden zu kommen


17.02.17 15:32
Commerzbank Corp. & Markets

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der durch Shorteindeckungen begünstigten Preisrally bei Getreide und Ölsaaten scheint die Luft auszugehen, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Gestern hätten die Notierungen von Weizen, Mais und Sojabohnen an der CBOT in Chicago um mehr als 2% nachgegeben. Zuvor habe der meistgehandelte Weizen-Terminkontrakt bei 477 US-Cents je Scheffel ein 8-Monatshoch verzeichnet. Mais sei mit 388 US-Cents je Scheffel gestern zwischenzeitlich so teuer gewesen wie zuletzt Ende Juni 2016. Das US-Landwirtschaftsministerium habe für die letzte Woche nochmals robuste US-Weizenexporte berichtet. Diese hätten mit 569 Tsd. Tonnen über den Markterwartungen gelegen.

Auch die Exporte von Sojabohnen und Mais seien mit 890 Tsd. Tonnen bzw. 783,5 Tsd. Tonnen vergleichsweise hoch gewesen, was sich jedoch bei Mais demnächst ändern könnte. Denn der wichtigste Abnehmer Mexiko erwäge angesichts der Politik des neuen US-Präsidenten Trump, sich bei der Maisversorgung stärker nach Südamerika zu orientieren. Der mexikanische Landwirtschaftsminister plane in den kommenden Tagen Besuche in Brasilien und Argentinien. Ziel sei es offenbar, dort Mais zu kaufen. Die US-Landwirte könnten dann auf ihrem Mais sitzen bleiben. Im letzten Erntejahr hätten die USA immerhin 13,6 Mio. Tonnen Mais nach Mexiko geliefert. Damit seien knapp 30% der US-Maisausfuhren in das südliche Nachbarland gegangen. Angesichts rekordhoher Lagerbestände wären die US-Landwirte zu erheblichen Preisnachlässen gezwungen, um alternative Käufer anzulocken. (17.02.2017/fc/a/m)