Türkei 75 Plus 07'07-Bericht


14.08.07 15:34
Ceros Vermögensverwaltung

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Das Anlageziel des Türkei 75 Plus Investmentfonds (ISIN LU0093368008 / WKN 989402) ist die Erzielung eines langfristigen, überdurchschnittlichen Wertzuwachses mit Anlagen im türkischen Wirtschaftsraum, berichten die Experten der Ceros Vermögensverwaltung.

Das Fondsvermögen werde vorwiegend in Aktien angelegt, die an der Börse in Istanbul zur amtlichen Notierung zugelassen seien. Mindestens 75% des Nettovermögens werde in Werten des ISE 100-Index investiert. Bis zu 25% des Nettovermögens könne in türkische Anleihen oder börsennotierte Aktien, welche nicht Teil des ISE 100 seien, angelegt, bzw. in Liquidität gehalten werden. Der Fonds eigne sich für chancenorientierte Anleger.

Nach den Parlamentswahlen am 22. Juli habe sich die folgende Sitzverteilung ergeben - AKP mit 341, CHP mit 112, MHP mit 70 Abgeordneten, sowie 26 Unabhängige. Die Experten hätten es also zunächst mit einem Drei-Parteien-Parlament zu tun, die AKP könne aufgrund ihrer komfortablen Mehrheit allein regieren. Es werde erwartet, dass sich 23 der Unabhängigen der DTB anschließen würden; 13 Abgeordnete würden vermutlich von der CHP zur DSP wechseln. Sollte dies tatsächlich geschehen, würden fünf Parteien im Parlament vertreten sein.

Ahmet N. Sezer, der derzeitige Präsident der Turkey, werde nun aller Wahrscheinlichkeit nach der AKP den Auftrag zur Regierungsbildung erteilen. Die Frist hierzu betrage 45 Tage und laufe seit dem 22. Juli. Ein anderer wichtiger Aspekt sei die Bestimmung des neuen Präsidenten durch das Parlament, die hierfür geltende Frist laufe ebenfalls seit dem 22. Juli und betrage 30 Tage.

Dies sei im Juli Gegenstand heftiger Diskussionen gewesen. Erdogan habe nach der Wahl zugesichert, dass diese Frist eingehalten werde, und weiterhin betont, dass die AKP eine einvernehmliche Lösung, gemeinsam mit den anderen Fraktionen, anstrebe, was auch den Vorschlag alternativer Kandidaten einschließe. Die AKP sei daran interessiert, Spannungen zu vermeiden.

Erdogan strebe weiterhin an, die Befugnisse des Premierministers zu erweitern und diejenigen des Präsidenten einzuschränken. Am 21. Oktober werde ein Referendum über das künftige Verfahren der Präsidentschaftswahl durchgeführt werden, es sei vorgesehen, zur Direktwahl überzugehen. Der derzeitige Außenminister, Abdullah Gül, deute an, weiterhin für die Präsidentschaft zu kandidieren, während die Streitkräfte ihre ablehnende Haltung Gül gegenüber aufrechterhalten würden. Hier sei zu beachten, dass die türkische Verfassung dem Präsidenten das Recht zur Bestimmung des Oberkommandierenden der Streitkräfte einräume.

Im Juli seien zahlreiche wichtige Wirtschaftsdaten veröffentlicht worden: Die Kapazitätsauslastung im Juni habe 84% betragen - der höchste Stand seit 30 Monaten. Der Anstieg der industriellen Produktion sei im Mai höher ausgefallen als erwartet - eine Steigerung von 5,2% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat. Der entsprechende Anstieg im April habe 2,0% betragen. Das Außenhandelsdefizit im Mai habe 5,7 Mrd. USD betragen. Die Exporte hätten sich im Mai auf 9,1 Mrd. USD belaufen - eine Steigerung um 29,2% gegenüber dem Vorjahresmonat und außerdem der höchste bisher verzeichnete Wert. Die Importe hätten mit 14,84 Mrd. USD ebenfalls ein Alltime-high erreicht und würden um 17,00% über dem Mai 2006 liegen.

Die Auslandsverschuldung der Türkei habe zum Ende des ersten Quartals einen Stand von 213 Mrd. USD aufgewiesen - ein Anstieg von 6 Mrd. USD gegenüber dem vorangegangenen Quartal. Der Konsumentenpreisindex sei im Juni um 0,24% gesunken und habe bei 8,60% auf Jahresbasis gelegen. Auch der Produzentenpreisindex habe sich im Juni um 0,11% verringert und belaufe sich auf Jahresbasis auf 2,89%. Die Türkische Zentralbank sehe zum Jahresende den Konsumentenpreisindex - wiederum auf Jahresbasis - bei 7,44%, der entsprechende Wert für 2006 habe 7,67% betragen. Ab dem vierten Quartal stünden Zinssenkungen, so die Zentralbank, wieder zur Debatte.

Auf internationaler Ebene sei die US-Hypothekenkrise ins Gewicht gefallen, die Ende Juli einen Höhepunkt erreicht habe. Dies, verbunden mit einer teilweisen Beendigung der laufenden Carry-Trades im Japanischen Yen, habe auf die Stimmung der Investoren gedrückt und für gesteigerte Volatilität auf den türkischen Märkten gesorgt. Weitere Unsicherheit sei durch die Konflikte im Norden Iraks und die Aktivitäten der PKK verursacht worden.

Die türkischen Märkte hätten auf die verschiedenen oben genannten Faktoren in der erwarteten Weise reagiert. Wirtschaftlich befinde sich die Türkei nach wie vor auf dem richtigen Kurs, wenn auch nationale und internationale politische und wirtschaftliche Einflüsse immer wieder für Unruhe sorgen würden. (Ausgabe vom 31.07.2007) (14.08.2007/fc/a/f)