PEH EMPIRE: Netto- vs. Brutto-Aktienquote - Wie Absicherungsgeschäfte ohne Steuernachteile gelingen


17.09.20 11:00
PEH Wertpapier

München (www.fondscheck.de) - Die Investmentsteuerreform 2018 hat sich nicht nur auf Fondsanleger ausgewirkt, sondern auch Fondsanbieter und Portfoliomanager zum Umdenken angeregt. Warum die Netto- und Brutto-Aktienquote seitdem wichtiger denn je ist, erklärt Martin Stürner, Fondsmanager des PEH EMPIRE und CEO der PEH Wertpapier AG.

Mit der Investmentsteuerreform 2018 habe sich für Fondsanleger so einiges verändert, die Regeln für die Besteuerungen seien neu geschrieben worden. Auslöser seien die unterschiedlichen Besteuerungen von inländischen und ausländischen Fonds gewesen, die mit der Reform angeglichen worden seien. Auch wenn die zahlreichen Änderungen für viele Anleger zuerst verwirrend geklungen hätten, hätten sie seitdem vieles vereinfacht. Die Fondsanbieter hätten sich allerdings etwas umstellen müssen.

Eine wichtige und grundsätzliche Änderung der Investmentsteuer sei damals gewesen, dass deutsche Fonds auf bestimmte Erträge 15 Prozent Körperschaftssteuer hätten zahlen müssen. Das habe dazu geführt, dass die Fonds und damit ihre Anbieter seitdem selbst Steuern aus dem Fondsvermögen abführen würden. Vorher hätten das die Investoren übernehmen müssen. Faktisch lande so von erwirtschafteten Dividenden seitdem weniger Gewinn auf den Konten der Investoren.

Doch zum Ausgleich habe der Staat das Konzept der Teilfreistellung entworfen, das seitdem Steuervergünstigungen für die Investoren sicherstelle. Allerdings gebe es dabei verschiedene Abstufungen: Die Investoren von Immobilienfonds würden eine Steuerfreistellung der Ausschüttungen von 60 Prozent erhalten. Investiere der Fonds darüber hinaus überwiegend und damit mindestens zur Hälfte in ausländische Immobilien, seien sogar 80 Prozent der Ausschüttungen steuerfrei.

Auch abseits der Immobilienfonds habe sich etwas getan. Bei einem Mischfonds mit wenigstens 25 Prozent Aktienanteil seien es seit der Reform 15 Prozent steuerfreie Ausschüttungen. Die wohl wichtigste Änderung habe sich aber bei Aktienfonds ergeben: Für entsprechende Produkte, die mehr als 50 Prozent des Vermögens in Aktien anlegen würden, bekomme der Anleger 30 Prozent der Ausschüttungen steuerfrei.

Die starre Grenze bei der Definition der Aktienfonds habe natürlich auch das Anlageverhalten der Fondsanbieter geändert. Die Absicherung durch eine Verringerung der Aktienquote habe nicht mehr funktioniert. Um bei Aktienfonds über der magischen Aktienquote von 50 Prozent zu landen und damit eine gute steuerliche Lösung für die Investoren bieten zu können, hätten einige Fondsanbieter ihre Prozesse angepasst.

So etwa auch die PEH Wertpapier AG, die beim PEH EMPIRE verstärkt auf eine passende Steuerung der Netto-Aktienquote achte. "Der Hintergrund ist, dass wir für den Investor natürlich die steuerlich beste Lösung bieten wollen und können", erkläre Vorstandsvorsitzender und Fondsmanager Martin Stürner. Dazu wende er zusätzlich zu den Aktienpositionen einen Mix aus Futures und Put-Optionen an.

Die Brutto-Aktienquote des Fonds bleibe immer in dem Bereich, in dem Anleger sicher mit einer Teilfreistellung nach den Regeln des Investmentsteuergesetzes rechnen könnten. Bei starken Marktsignalen werde der PEH EMPIRE trotzdem abgesichert und das Risiko reduziert: "Wenn wir innerhalb eines halben oder ganzen Tages unsere Quoten runterfahren wollen, dann sichern wir die vorhandenen Aktienpositionen mit Index-Futures ab", erkläre Stürner. Dabei würden die Positionen unberührt bleiben, die Nettoquote werde durch die Futures aber trotzdem schnell und einfach gesenkt.

Doch mit Futures alleine seien die eingegangenen Positionen nicht passgenau abgebildet. Eine komplette Absicherung und ein gezieltes Herunterfahren der Nettoquote gelinge nur auf andere Art und Weise. "Deshalb wechseln wir in solchen Situationen dann sukzessive auf Put-Optionen für die einzelnen Werte, in die wir investiert sind. Das ist die bessere und genauere Absicherung", erkläre Stürner. Die Aktienquote könne dann - zumindest netto durch die Put-Gegenpositionen - ganz heruntergefahren werden, ohne dass die Brutto-Investments jemals die Grenze für die Teilfreistellung unterschreiten würden. Für die Bemessung der Aktienquote nach der Investmentsteuerreform seien die Optionen nämlich nicht maßgeblich. Absicherung und Steuervorteile seien so trotzdem noch gleichzeitig erreichbar. (Analyse vom 16.09.2020) (17.09.2020/fc/a/f)





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