Offene Immobilienfonds - Begrenzung der Mittelzuflüsse senkt Liquiditätsquoten leicht - Fondsnews


14.03.19 16:00
Scope Analysis

Berlin (www.fondscheck.de) - Die durchschnittliche Liquiditätsquote der offenen Immobilienfonds beträgt 20,2% - im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 0,8 Prozentpunkte, so die Experten von Scope Analysis.

Dies sei vor allem auf die Begrenzung von Mittelzuflüssen und rege Investitionsaktivitäten zurückzuführen.

Die Ratingagentur Scope habe die Entwicklung der Liquiditätsquoten der 19 relevantesten offenen Immobilienpublikumsfonds, die vor 2017 aufgelegt worden seien, untersucht: Trotz regen Anlegerinteresses und hoher Mittelzuflüsse sei die durchschnittliche nach Fondsvermögen gewichtete Liquiditätsquote im vergangenen Jahr erneut gesunken. Im Jahr 2018 sei sie von 21,0% auf 20,2% gesunken. Ein Jahr zuvor habe der Rückgang sogar 1,2 Prozentpunkte (PP) betragen.

Zurückzuführen sei der leichte Rückgang im Jahr 2018 vor allem auf effektive Liquiditätssteuerung und rege Investitionsaktivitäten. Dennoch: Mit über 20% befinde sich die durchschnittliche Liquiditätsquote weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Zwei der vier Fondsschwergewichte mit einem Volumen von mehr als zehn Mrd. Euro würden aktuell Liquiditätsquoten von mehr als 20% aufweisen: UniImmo: Deutschland (24,4%) und hausInvest (21,9%). Die beiden anderen Schwergewichte würden sich mit 19,7% (UniImmo: Europa) und 18,7% (Deka-ImmobilienEuropa) ebenfalls dicht an der 20%-Schwelle befinden.

Bei den Fonds mit einem Netto-Fondsvermögen von mehr als einer Milliarde Euro habe 2018 der Deka-ImmobilienGlobal den stärksten Anstieg von 15,0% auf 21,4% verbucht. Den stärksten Rückgang der Liquiditätsquote habe der hausInvest mit fast sieben PP (von 28,6% auf 21,9%) verzeichnet.

Anleger würden offene Immobilienfonds im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld weiter als attraktive Anlage betrachten. Die Performance der Fonds sei im Jahresvergleich sogar um rund 35 Basispunkte angestiegen und liege per 31.12.2018 bei durchschnittlich 3,3% p.a.

Diese relative Attraktivität sei ein wesentlicher Grund für die hohen Zuflüsse, die sich 2018 für sämtliche aktiven offenen Immobilienfonds mit netto 6,4 Mrd. Euro auf einem ähnlich hohen Niveau wie 2017 (6,6 Mrd. Euro) befunden hätten.

Den höchsten Nettomittelzufluss habe 2018 der grundbesitz europa mit insgesamt 1,1 Mrd. Euro, gefolgt von UniImmo: Wohnen ZBI und hausInvest mit 960 Mio. bzw. 910 Mio. Euro gehabt. Diese drei Fonds würden mit rund drei Mrd. Euro bereits 45% der gesamten Nettozuflüsse auf sich vereinen.

Damit die Liquiditätsquoten der Fonds durch Zuflüsse nicht zu stark anschwellen würden, würden zahlreiche Fonds die Zuflüsse reglementieren. Dies könne verschiedene Formen annehmen. Zum Teil würden Fondsmanager nur gewisse Kontingente in den Vertrieb geben. Andere Fonds würden lediglich dann neue Mittel annehmen, wenn Objektankäufe unmittelbar bevorstünden.

Gegenwärtig würden neun Fonds mit Kontingentierungen arbeiten und seien nur teilweise investierbar. Sechs Fonds hingegen seien aktuell für Anleger verfügbar. Fondsanteile des LEADING CITIES INVEST könnten ab dem 29. März 2019 wieder erworben werden.

Zum Hintergrund: Eine zu hohe Liquiditätsquote koste im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld Performance. Elf der 19 untersuchten Immobilienfonds hätten im vergangenen Jahr eine negative Liquiditätsrendite von bis zu -0,3% aufgewiesen. Die Nettomietrenditen der meisten Fonds hätten 2018 zwischen 5,0% und 6,0% gelegen. (14.03.2019/fc/n/s)





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