Nordea 1 - European Covered Bond Fund: Europäische Pfandbriefe bieten 2020 Chancen auf Alpha


27.01.20 11:00
Nordea Asset Management

Stockholm (www.fondscheck.de) - Als sicher geltende Anlagen wie europäische Pfandbriefe versprechen aktuell lediglich geringe Renditen, so die Experten von Nordea Asset Management.

Lohne sich da ein Investment? Ja!, sage Henrik Stille, Manager von Nordeas European Covered Bond Strategie. Der Ausblick für die Anlageklasse sei positiv und der Experte sehe zudem zahlreiche Chancen zur Alpha-Generierung.

2020 dürften nach Ansicht Stilles die wichtigsten Impulse für das Covered Bond-Universum wieder einmal von der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgehen. Das Ankaufprogamm der EZB sei im November mit Nettoankäufen von Vermögenswerten in einem monatlichen Umfang von 20 Mrd. Euro wieder aufgenommen worden. "Ausgehend von der Annahme, dass im Durchschnitt 10 Prozent dieser Ankäufe auf europäische Pfandbriefe entfallen, dürfte sich das Volumen der zusätzlich von der EZB gekauften Covered Bonds auf ca. 2 Mrd. Euro pro Monat belaufen", sage Stille. Tatsächlich hätten Daten für November bereits einen Covered-Bond-Anteil von 12 Prozent an den Ankäufen gezeigt. "Hinzu kommt, dass die Erlöse aus fällig werdenden Pfandbrief-Beständen der EZB noch nicht reinvestiert wurden, was einem monatlichen Volumen von durchschnittlich rund 2,5 Mrd. Euro entspricht", so Stille.

Das voraussichtliche Angebotsvolumen im Universum der auf Euro lautenden Pfandbriefe belaufe sich derzeit auf ca. 140 bis 150 Mrd. Euro. Nach Abzug des Volumens der Rückzahlungen dürfte das Nettoangebot 20 bis 30 Mrd. Euro betragen und schließlich einen negativen Wert annehmen, wenn auch die erwähnten Ankäufe durch die EZB eingerechnet würden. "Unserer Ansicht nach ist es nicht im besten Interesse der im Jahresverlauf 2019 neu eingestiegenen Privatanleger, ihre Pfandbriefe jetzt zu verkaufen, da diese im Vergleich zu Staatsanleihen immer noch ein gutes relatives Wertpotenzial versprechen", erkläre Stille. Er sehe Potenzial für eine Spreadverengung um 5 bis 10 Basispunkte in den ersten Monaten des Jahres 2020.

"Wir gehen davon aus, dass die Entwicklung des europäischen Pfandbriefmarktes vom Angebot bestimmt werden wird und auch Faktoren wie die TLTRO-III, also die Direktive für längerfristige Refinanzierungsgeschäfte, berücksichtigt werden sollten", so Stille. Nun, da sich das Umfeld verbessert habe, sei noch ungewiss, wie viele Emittenten dieses Programm nutzen würden. In erster Linie dürfte davon jedoch das Angebot aus Peripherieländern betroffen sein.

Im aktuellen Umfeld sehe Stille viele Möglichkeiten, Alpha zu generieren. Zunächst einmal gebe es Angebotsunterschiede in den verschiedenen Ländern: "In Deutschland beispielsweise dürfte das Nettoangebot angesichts der regen Aktivitäten am Hypothekenmarkt recht deutlich steigen", sage Stille. "Zudem dürften Titel aus der Eurozone besser abschneiden als Pfandbriefe, die nicht für das Ankaufprogramm der EZB in Frage kommen, da die Intervention der EZB zu einer Verzerrung der Marktpreise führen könnte." Des Weiteren böten Emissionen neuer Länder am Markt interessante Anlagemöglichkeiten. Ein Beispiel dafür sei der erste Euro-Pfandbrief, den die Slowakei 2019 aufgelegt habe. Dieser habe im Jahresverlauf ein relativ großes Emissionsvolumen erzielt.

"Die große Nachfrage und eine gute Prämie im Vergleich zu Emittenten aus den Kernländern der Eurozone machten dieses Investment so attraktiv", so Stille. "Angesichts der Tatsache, dass nur ein relativ geringer Anteil des EZB-Portfolios auf die Slowakei entfällt, dürfte die Zentralbank unserer Ansicht nach besonders aktiv werden, wenn diese Emittenten 2020 an den Markt kommen." Als weiteres Beispiel nenne Stille den neuen pan-baltischen Rechtsrahmen für Covered Bonds: "Wir erwarten eine erste Emission aus Estland, die eine attraktive Neuemissionsprämie bieten wird."

Stille resümiere: "Die genannten Beispiele spiegeln nur einen kleinen Teil der Möglichkeiten wider, die das Jahr 2020 bereithält. Märkte, in denen wir bereits investiert sind, weisen nach wie vor Wertsteigerungspotenzial auf." Dies gelte beispielsweise für Investments in auf DKK lautende Pfandbriefe, die angesichts der lokalen Angebotsdaten nach Ansicht Stilles eine überdurchschnittliche Wertentwicklung verzeichnen dürften. "Zudem gehen wir davon aus, dass sich der Markt 2020 stärker dem Segment 'Grüne Pfandbriefe' zuwenden wird - ein Bereich, den wir genau beobachten werden", erkläre Stille.

Aus Sicht des Portfoliomanagers sei es der expansive Kurs der Zentralbank, der das renditeschwache Umfeld am Leben halte. Für Anleger, die eine Rendite mit sicheren Anlagen erzielen wollten, bleibe dies eine große Herausforderung. "Im Rahmen eines Buy-and-Hold-Ansatzes, bei dem man die höchsten Kupons in einem Umfeld mit extrem niedrigen Renditen anstrebt, oder einer Indextracking-Strategie bieten sichere festverzinsliche Anlagen derzeit absolut betrachtet kein großes Wertpotenzial", sage Stille. In einer solchen Konstellation sollten Anleger auf aktives Fondsmanagement setzen. Denn: "Relative Value-Chancen sind in einem Markt mit niedrigem Renditeniveau genauso vorhanden wie in einem Markt mit höheren Renditen", so Stille.

Nordea-Fonds im Bereich europäische Pfandbriefe:

Nordea 1 - European Covered Bond Fund (ISIN LU0076315455 / WKN 986135 (BP-EUR); ISIN LU0539144625 / WKN A1JSDN (BI-EUR); ISIN LU0733666746 / WKN A14NKA (AP-EUR); ISIN LU0733665771 / WKN A1XD4K (AI-EUR))

Nordea 1 - Low Duration European Covered Bond Fund (ISIN LU1694212348 / WKN A2H6PJ (BP-EUR); ISIN LU1694214633 / WKN A2H6PL (BI-EUR); ISIN LU1694213072 (AP-EUR); ISIN LU1857276965 / WKN A2JQ04 (AI-EUR))

Nordea 1 - European Covered Bond Opportunities Fund (ISIN LU1915690595 / WKN A2PBWH (BP-EUR); ISIN LU1915690835 / WKN A2PBWG (BI-EUR)) (27.01.2020/fc/a/f)





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