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Money Monitor 2020: ESG-ETFs waren die großen Gewinner


13.01.21 13:18
Lyxor Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - ESG-ETFs konnten im vergangenen Jahr mit 45,5 Milliarden Euro den Löwenanteil aller ETF-Zuflüsse auf sich vereinen, so die Experten von Lyxor Asset Management.

Die Summe entspreche 51 Prozent aller Zuflüsse in ETFs im Jahr 2020 und sei mehr als doppelt so hoch wie noch 2019, so das Ergebnis des "Money Monitor 2020" von Lyxor ETF.

ESG-ETFs hätten seit Beginn des Jahres 2019 in keinem einzigen Monat Abflüsse erlitten. Auf dem Höhepunkt der Marktvolatilität im März 2020 hätten sie sich mit positiven Zuflüssen von 400 Millionen Euro als extrem widerstandsfähig erwiesen, während der restliche ETF-Markt Abflüsse von 26,2 Milliarden verzeichnet habe, so das Research von Lyxor ETF. Klima-ETFs hätten trotz ihrer Neuheit bereits 2 Milliarden Euro eingesammelt - ein Beleg dafür, dass die Eindämmung des Klimawandels hoch auf der Agenda von Anlegern stehe.

Der "Money Monitor 2020" von Lyxor ETF analysiere die Zu- und Abflüsse des vergangenen Jahres von 28.000 europäischen offenen Fonds und ETFs und gebe so einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Trends im europäischen Asset Management-Markt.

Insgesamt hätten europäische ETFs 89,3 Milliarden Euro eingesammelt, in einem von der Corona-Pandemie geprägten Finanzmarktumfeld. Diese Summe entspreche 13 Prozent der gesamten Zuflüsse in Fonds und entspreche dem 5-Jahres-Durchschnitt, der ebenfalls bei 13 Prozent liege. Nach dem Rekordjahr 2019 mit 102,6 Milliarden Euro an Zuflüssen seien dies die dritthöchsten jährlichen Zuflüsse in der Geschichte.

Nach Abflüssen im 1. Quartal in Höhe von 11 Milliarden Euro infolge des Corona-Ausbruchs hätten die beispiellosen Unterstützungsmaßnahmen der Zentralbanken auf der ganzen Welt die Marktdynamik wieder ankurbeln und eine starke Markterholung bewirken können. Risikoanlagen seien gestützt worden und Gelder seien zurück in ETFs geflossen: Der europäische ETF-Markt habe von April bis Dezember 2020 Zuflüsse in Höhe von 100,4 Milliarden Euro verzeichnet.

Aktien-ETFs hätten mit 55,3 Milliarden Euro die größten Zuflüsse im Jahr 2020 verzeichnet. Nach einer Phase der Risikoaversion und signifikanter Abflüsse zu Beginn der Covid-19-Krise habe ein positiverer Nachrichtenfluss - einschließlich der Zulassung mehrerer Covid-19-Impfstoffe - die Rally in Risikoanlagen unterstützt und zu kumulierten Zuflüssen von 34,7 Milliarden Euro in Aktien-ETFs im November und Dezember 2020 geführt.

Die Zuflüsse in Fixed-Income-ETFs hätten im vergangenen Jahr 32,9 Milliarden Euro gegenüber 53 Milliarden Euro im Jahr 2019 erreicht. Der gesamte Fixed-Income-Bereich, also inklusive Fonds und ETFs, habe am stärksten unter der durch Covid-19 ausgelösten Marktkrise gelitten, mit Rekordabflüssen von insgesamt -144,7 Milliarden Euro allein im März 2020. Jedoch hätten nur 8 Prozent der Gesamtabflüsse ETFs betroffen, was ihre Widerstandsfähigkeit selbst während der turbulentesten Phasen der Marktturbulenzen beweise. Die Abflüsse hätten sich auf viele Unterkategorien verteilt. US-Dollar-Staatsanleihen seien einer der wenigen sicheren Häfen mit Zuflüssen in Höhe von 120 Millionen Euro geblieben. Riskantere Untersegmente wie High-Yield- und Schwellenländeranleihen hätten bedeutende Abflüsse erlitten.

Vincent Denoiseux, Head of ETF Research and Solutions bei Lyxor Asset Management, kommentiere: "Der Appetit der Anleger auf ETFs hat während der Marktturbulenzen des vergangenen Jahres nicht nachgelassen, da sich ETFs als liquide und zuverlässige Möglichkeiten für den Zugang zu den Märkten erwiesen haben, selbst als die Volatilität am höchsten war. Die Pandemie lenkte den Blick auch auf die beeindruckend stark gestiegene Nachfrage nach ESG-Investments. ESG-ETFs haben sich zu neuen Marktstandards entwickelt, nachdem sie noch vor wenigen Jahren als Nischenprodukte wahrgenommen wurden. Investoren sind sich zunehmend der Effektivität von ESG-ETFs bewusst, wenn es darum geht, Kapital in großem Umfang in eine nachhaltigere Wirtschaft umzuschichten. Wir erwarten, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen wird." (13.01.2021/fc/n/e)