M&G (Lux) Emerging Markets Bond Fund: Schwellenländeranleihen - Ausblick 2020


14.01.20 13:08
M&G Investments

London (www.fondscheck.de) - Wie haben sich eigentlich die Schwellenländeranleihen 2019 entwickelt und was passiert wohl 2020? Damit beschäftigt sich Claudia Calich, Fondsmanagerin des M&G (Lux) Emerging Markets Bond Fund von M&G Investments, in ihrem aktuellen Kommentar.

2019 habe sich als ein spektakuläres Jahr für die meisten Anlageklassen erwiesen und die Anleihen der Schwellenländer hätten hier keine Ausnahme gebildet. Die Renditen seien durch eine Kombination aus zunächst günstigeren Bewertungen und auch durch die Kehrtwende der FED und der darauf folgenden Kursrally in den USA getrieben worden. Einige Hauptrisiken seien ausgepreist worden, darunter der Handelskrieg zwischen den USA und China nach der Ankündigung des Phase-1-Deals.

Die Anlageklasse sei wesentlich diversifizierter als Anfang der 2000er Jahre: Heute seien fast 80 Länder vertreten, während es damals weniger als 20 gewesen seien. Viele Länder, darunter auch Brasilien, hätten ihr Schuldenprofil unter anderem dadurch verbessern können, dass sie sich stärker in ihrer Landeswährung statt über Auslandskredite finanziert hätten. Dies habe die Widerstandsfähigkeit erhöht und das Ansteckungsrisiko gesenkt.

Was den Ausblick auf 2020 anbetreffe, würden sich die Erträge des letzten Jahres wahrscheinlich nicht wiederholen. Das liege vor allem daran, dass die Anfangsbewertungen, insbesondere bei den Spreads, aber auch bei den lokalen Zinssätzen, ungünstiger seien.

Hier nun drei Szenarien für die weitere Entwicklung. Sie würden von parallelen Spread- oder Renditeverschiebungen ausgehen und den anfänglichen Carry, nicht aber die Differenz der Renditebewegungen im Jahresverlauf beinhalten.

Szenario A: Unverändert

Das unveränderte Szenario - was in den Schwellenländern fast nie passiere - zeige die Renditen, wenn alles konstant bleibe: im Wesentlichen also Renditen, die nur auf dem Carry und ohne Währungsbewegungen gegenüber dem US-Dollar basieren würden.

Szenario B: Hausse

Ein Aufwärtsszenario würde ein unterstützendes makroökonomisches Umfeld widerspiegeln, in dem sich das Wachstum in vielen aufstrebenden Volkswirtschaften verbessere, die USA sich nur leicht verlangsamen würden, die Zentralbanken der Industrieländer weiterhin eine lockere Geldpolitik verfolgen würden und die globalen geopolitischen Risiken, von denen es viele gebe, nicht zunähmen.

Szenario C: Baisse

Ein Baisse-Szenario spiegele ein schwierigeres makroökonomisches Umfeld mit einer weiteren Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums wider oder ein Szenario einer weniger akkommodierenden Politik der globalen Zentralbanken und steigender Inflation, einer Verschärfung der geopolitischen Risiken oder politischer Fehler in verschiedenen Volkswirtschaften.

Da nur wenige Zentralbanken der Emerging Markets die Zinsen in diesem Jahr weiter senken würden, dürften in allen Szenarien eher die Währungen als die Zinsen der wichtigste Renditetreiber sein. Die meisten Zentralbanken - egal ob in Schwellenländern oder Industriestaaten - seien inzwischen am Ende des geldpolitischen Lockerungszyklus oder stünden kurz davor, sodass der Spielraum für eine Rally der lokalen Zinsen deutlich geringer sei.

Trotz der günstigen Bewertungen der Schwellenländerwährungen bleibe Fondsmanagerin Claudia Calich in ihrer Asset Allocation angesichts der Unsicherheit der verschiedenen geopolitischen Risiken und der möglichen Auswirkungen auf den US-Dollar insgesamt neutral positioniert. Ähnlich wie bei ihrer Einschätzung für 2019 gehe sie nicht davon aus, dass die Asset Allocation ein wesentlicher Treiber für eine überdurchschnittliche Wertentwicklung sein werde, sondern eher die Positionierung an den Märkten und, in geringerem Maße, in bestimmten Ländern, sowie ein angemessenes Risikomanagement.

Auch wenn Schwellenländeranleihen im Vergleich zu der Bewertung vor einem Jahr nicht günstig scheinen, haben die meisten anderen Anlageklassen wie Aktien oder US-High Yield ebenfalls deutlich zugelegt, so die Experten von M&G Investments. So könnte die Anlageklasse also relativ gesehen in einem Umfeld anderer, niedrig verzinslicher Anlagen immer noch attraktiv sein. (14.01.2020/fc/a/f)






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