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Investmentexpertin prophezeit Hedgefondssterben - Fondsnews


10.10.18 14:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Auf Hedgefonds kommt nach einer kurzen Erholungsphase eine weitere Konsolidierungswelle zu, sagt Leda Braga, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Brasilianerin verwalte bei Systematica Investments in Genf rund neun Milliarden US-Dollar und werde wegen ihres quantitativen Ansatzes auch die "Queen of Quants" genannt. "Von den 10.000 Hedgefonds werden nur ein paar Hundert übrig bleiben", so Braga gegenüber dem "Handelsblatt". Anzeichen dafür, dass Hedgefonds Probleme hätten, gebe es bereits seit längerem. Viele der Vehikel seien in den vergangenen Jahren vom Markt verschwunden.

Seit der Lehman-Pleite und der darauffolgenden Finanzkrise sei der regulatorische Aufwand für Hedgefondsmanager massiv gestiegen, erkläre Braga. Kleinere Hedgefonds mit weniger als mehreren Milliarden Dollar an verwaltetem Vermögen seien unrentabel geworden. Die Investmentexpertin sage dem Markt eine Zweiteilung voraus: Auf der einen Seite stünden rein quantitativ verwaltete Hedgefonds mit niedrigen Gebühren - auf der anderen Seite teure, maßgeschneiderte Produkte. "Alles, was dazwischen liegt, stirbt aus", sei sich Braga sicher.

Anfang dieses Jahres habe es kurzzeitig so ausgesehen, als würden Hedgefonds zumindest in Europa aus der Krise finden. Immer mehr Anleger auf der Suche nach auskömmlichen Erträgen hätten sich den Produkten zugewandt, die Zuflüsse seien angeschwollen. Unterm Strich sei 2018 aber kein gutes Jahr für die Branche, sage Braga. Im Gegenteil: "Es ist ein sehr hartes Jahr für uns." Unerwartete Bewegungen wie etwa bei der Türkischen Lira hätten viele Hedgefonds zuletzt unter Druck gesetzt. (10.10.2018/fc/n/s)