Global Advantage-Fonds: "Auch in 100 Jahren noch gültig" - Fondsanalyse


16.05.18 11:30
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Prinzipien sind eine Tugend, die auch erfolgreich in der Welt der Wertpapiere angewandt werden kann, wie Michael Keppler, Gründer und Inhaber von Keppler Asset Management, beweist, so die Experten der Universal-Investment-GmbH in ihrer aktuellen Ausgabe von "ChampionsNews".

Warum die Erkenntnisse der US-Professoren Benjamin Graham und David Dodd aus den 1930er Jahren die Top-Value-Strategie der Global Advantage Funds positiv beeinflussen würden, erläutere Keppler im Gespräch mit "ChampionsNews".

"ChampionsNews": Herr Keppler, den Global Advantage Funds liegt Ihre Top-Value-Strategie zugrunde. Welche Kriterien kommen zum Einsatz? Gibt es Abweichungen bei der Strategie zwischen den beiden Teilfonds Global Advantage Funds - Major Markets High Value und Global Advantage Funds - Emerging MarketsHigh Value?

Keppler: Unsere Top-Value-Strategie basiert auf den Erkenntnissen der amerikanischen Finanzprofessoren Benjamin Graham und David Dodd, die bereits 1934 in dem Buch "Security Analysis" veröffentlicht wurden. Dabei handelt es sich um Prinzipien der Wertpapieranalyse, die laut Warren Buffett, dem berühmtesten Schüler von Graham, auch in 100 Jahren noch gelten werden - sonst wären sie keine Prinzipien!

Wir haben in zahlreichen Fachpublikationen gezeigt, dass die Erkenntnisse der beiden Finanzprofessoren zum US-Kapitalmarkt auch für die internationalen Kapitalmärkte gelten und wenden sie seit Gründung von Keppler Asset Management 1992 nicht nur auf einzelne Wertpapiere, sondern auch auf ganze Aktienmärkte in den Industrie- und Schwellenländern an: Eine Kombination von in Relation zu ihren Substanz- und Ertragswerten preisgünstigen Aktien beziehungsweise Aktienmärkten haben aufgrund höherer Wachstumsraten ihrer zugrundeliegenden Buchwerte, Cashflows und Gewinnen eine höhere Wertentwicklung als kapitalgewichtete Portfolios.

So lag die durchschnittliche jährliche Gesamtrendite (Kurssteigerung plus Dividendenrendite) der von uns als "Top Value" klassifizierten Aktienmärkte in den 48 Jahren seit der ersten Berechung Anfang 1970 bis Ende 2017 in lokalen Währungen bei 13,8 und in Euro bei 11,3 Prozent, und damit um mehr als vier Prozentpunkte höher als die Perfor­mance des kapitalgewichteten MSCI-Welt­aktienindex, der in lokalen Währungen 8,2 Prozent und in Euro 7,0 Prozent rentierte.

Wir messen die Preiswürdigkeit eines Investments auf vier verschiedenen Bewertungsebenen: absolut, relativ, relativ zur eigenen Historie und im Vergleich zur relativen Historie. Die Analysen in den Industrieländerbörsen sind identisch mit den Analysen in den Emerging Markets. In den Schwellenländern erzielten die Top-Value-Märkte sogar noch höhere Performance-Vorteile. Bemerkenswert ist dabei, dass die Überrenditen mit unterdurchschnittlichen Verlusterwartungen erzielt wurden.

"ChampionsNews": Wie wählen Sie nun die Einzeltitel aus, nachdem Sie die jeweiligen Top-Value-Märkte herausgefiltert haben?

Keppler: Bei der Aktienauswahl müssen wir zunächst sicherstellen, dass wir den jeweiligen Markt auch repräsentieren. Das erreichen wir dadurch, dass wir für jeden Top-Value-Markt ein sektorneutrales Portfolio anstreben. Sektorneutralität auf Länderebene hilft uns, Makrorisiken in Schach zu halten. Auf Portfolioebene können die Sektoren allerdings deutlich von ihrer Benchmarkgewichtung abweichen. Das ist dann sogar beabsichtigt, wenn es sich um preiswerte Sektoren handelt. Grundsätzlich favorisieren wir bei der Aktienselektion preiswerte Titel. Dabei handelt es sich jedoch nur um einen marginalen Value-Tilt, da die Preiswürdigkeit des Gesamtportfolios durch die Konzentration auf die Top-Value-Märkte bereits sichergestellt wurde.

"ChampionsNews": Warum ist aus Ihrer Sicht eine aktive Marktauswahl entscheidender als eine direkte Titelauswahl? Können auf diese Weise auch Marktrisiken besser erkannt und vermieden werden?

Keppler: Die Performance-Treiber in beiden Global Advantage Funds sind zweifelsohne die Marktauswahlverfahren. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Durchschnittsaktie in einem preiswerten Aktienmarkt einen höheren Performance-Erwartungswert hat als eine Spitzenaktie in einem teuren Markt. Durch die Gleichgewichtung und Konzentration auf preiswerte Märkte gelingt es uns, marktspezifische und politische Risiken zu reduzieren. Völlig vermeiden können wir sie allerdings nicht, da hin und wieder unvorhersehbare Ereignisse eintreten.

"ChampionsNews": Auf welche Länder und Sektoren setzen Sie derzeit im Emerging Markets- beziehungsweise im Major-Markets-High-Value-Teilfonds?

Keppler: Wir sind in beiden Teilfonds breit diversifiziert. Im Emerging Markets High Value halten wir derzeit 214 Titel vorwiegend in den elf Ländern Brasilien, Chile, China, Kolumbien, Korea, Malaysia, Polen, Russland, Taiwan, Tschechien und Türkei. Der Emerging Markets High Value weist zurzeit einen Bewertungsabschlag von 24 Prozent gegenüber dem MSCI-EM-Index und einen Discount von 37 Prozent gegenüber dem MSCI-Weltaktienindex der Industrieländer auf.

Im Major Markets High Value halten wir derzeit 237 Titel vorwiegend in den zehn Ländern Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Italien, Japan, Norwegen, Singapur und Spanien. Eine Ausnahme bildet die einzige US-Aktie Berkshire Hathaway, die mit knapp zehn Prozent am höchsten gewichtet ist. Der Major Markets High Value weist zurzeit gegenüber dem MSCI-Weltaktienindex der Industrieländer einen Discount von 26 Prozent auf. (Ausgabe 2/2018) (16.05.2018/fc/a/f)





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