Franklin Green-Fonds: Welche Bedeutung hat der Klimawandel für Anleger? Fondsanalyse


10.10.19 10:00
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der jüngst veröffentlichte Klimabericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) ist alarmierend und lässt wenig Zweifel an den Gefahren und dem raschen Fortgang des Klimawandels, berichten die Experten von Franklin Templeton.

Der Weltklimarat bestätige, dass die globale Erwärmung viel schneller voranschreite, als vorherige Modelle vermutet hätten, und der Mensch nicht unerheblich zu dieser Entwicklung beitrage. Um den Klimawandel mit seinen verheerenden Auswirkungen zu stoppen, gelte es schnell zu handeln.

Neben drastischen Auswirkungen auf das Ökosystem werde der Klimawandel - bzw. der Kampf gegen ihn - erhebliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Verwerfungen mit sich bringen. Aus diesem Grund sollten Anleger das sich ändernde Klima bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen.

In den nächsten Jahren sei mit einer weltweiten wirtschaftlichen und industriellen Umstrukturierung zu rechnen. Allein die Verringerung des Treibhausgasausstoßes auf die empfohlenen Niveaus werde eine drastische Neuausrichtung der gesamten Energie-Wertschöpfungskette hin zu Brennstoffen mit null oder geringen Emissionen erfordern. Die Folgen würden nicht auf die besonders belastenden Sektoren wie Kohle, Öl und Gas, Bergbau, Versorger und Verarbeitendes Gewerbe begrenzt sein. Die Wettbewerbsdynamik nahezu jeder Branche und jedes Unternehmens werde betroffen sein. Umfang und Ausmaß der nötigen Änderungen würden umwälzend sein.

Die vielleicht wichtigste Folge für Anleger bestehe darin, dass die gesamte Grundlage für den Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens neu ausgerichtet werde und dass Unternehmen, die den größten wirtschaftlichen Wert mit den geringsten Emissionen schöpfen könnten, die Früchte ernten würden. So sei das Streben nach größerer CO2-Effizienz in vielen Bereichen zu beobachten, wie beispielsweise bei der Umstellung traditioneller Autobauer auf emissionsarme und elektrische Autos, beim Bau und der Nachrüstung "grüner" und energieeffizienter Gebäude sowie den Bestrebungen von Ölriesen, ihren CO2-Fußabdruck deutlich zu verringern. Aber auch Unternehmen aus weniger offensichtlichen Branchen würden sich bemühen, ihre Emissionen deutlich zu reduzieren. Bereits heute würden Konzerne von Wettbewerbsvorteilen durch ihre Programme zur Emissionsminderung berichten.

Wie bei jeder großen industriellen Umstrukturierung werde der Übergang auf eine Welt mit emissionsärmerer Energie Gewinner und Verlierer hervorbringen. Daher sei es entscheidend, dass Anleger die Profiteure frühzeitig erkennen würden.

Unternehmen, die von dieser großen Umstrukturierung profitieren würden, würden sich in zwei breit gefasste Kategorien unterteilen: Lösungsanbieter und widerstandsfähige Unternehmen im Übergang.

Bei Lösungsanbietern handle es sich um Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen die globalen Emissionen direkt oder indirekt verringern würden, die Ressourceneffizienz verbessern und/oder vor den physikalischen Folgen des Klimawandels schützen würden. Solche Unternehmen seien beispielsweise Hersteller von Kathoden für EF-Batterien, Entwickler energiesparender Beleuchtung, Produzenten intelligenter Messgeräte, Betreiber von Offshore-Windparks und Hersteller von Windturbinen. Des Weiteren würden zu dieser Gruppe auch Unternehmen gehören, die den Übergang auf Emissionsarmut ermöglichen und deren Produkte und Dienstleistungen die Reichweite und Macht der direkten Lösungsanbieter erweitern würden, wie z.B. Kommunikationsnetze, Entwickler von cloudbasierter Software zur Beschleunigung von Energieeffizienz-Lösungen, Planer in der Abfall- und Wasserwirtschaft und Anbieter von Klimafinanzierung.

Widerstandsfähige Unternehmen im Übergang seien dagegen Unternehmen, die bereits eine relativ geringe CO2- und Ressourcenintensität hätten, wie z.B. Pharmaunternehmen oder Unternehmen, deren Emissionen oder Ressourcenintensität erheblich seien, aber deren Fortschritte bei der Reduktion branchenführend seien. Hierzu würden Unternehmen in Sektoren mit traditionell hohem Ausstoß gehören, die ihre Emissionen und ihren Ressourcenverbrauch schneller senken würden als Wettbewerber der Branche.

Viele Jahre lang habe bei Mainstream Investments die "Weisheit" gegolten, dass eine Berücksichtigung der Faktoren Umwelt, Soziales und Governance (ESG) entweder irrelevant sei oder sogar der finanziellen Performance schade. Doch seit kurzem werde diese herkömmliche Weisheit durch empirische Performance-Studien sowohl von Wissenschaftlern als auch von zuvor skeptischen Praktikern auf den Kopf gestellt. So liefere eine Meta-Studie der Universität Oxford mit mehr als 200 Einzeltiteln Belege für die Wirkung von ESG-Faktoren auf die finanzielle Performance. Demnach hätten 80% der Studien nachgewiesen, dass eine überdurchschnittliche Umweltperformance der Unternehmen zu einer besseren Entwicklung des Aktienkurses geführt habe.

Ferner habe eine Studie von Morgan Stanley gezeigt, dass Investmentfonds und börsengehandelte Fonds mit ESG-Schwerpunkt (nach Definition von Morningstar) im Studienzeitraum von 2004 bis 2018 Erträge wie traditionelle Fonds erzielt und zusätzlich eine um 20% geringere Abwärtsabweichung verzeichnet hätten. Diese Untersuchungen würden zeigen, dass gut integriertes, robustes ESG-Research die langfristigen risikobereinigten Renditen verbessern könne.

Anleger, die auf der Suche nach Renditechancen seien und dabei nachhaltig und verantwortungsvoll investieren möchten, fänden bei Franklin Templeton verschiedene Anlageprodukte:

Der Franklin Liberty Euro Green Bond UCITS ETF investiere mindestens 70% seines Nettoinventarwertes in Anleihen, die in die Kategorie "Green Bonds" fallen würden. Green Bonds seien Kapitalmarktinstrumente zur Finanzierung von klima- und/oder umweltfreundlichen Projekten. Das restliche zur Verfügung stehende Vermögen werde in Anleihen investiert, deren Emittenten nachweisen könnten, dass ihr Kerngeschäft den Übergang in eine kohlenstoffarme Zukunft unterstützt und gewisse Umwelt- bzw. Nachhaltigkeitskriterien erfüllt würden. Mit diesem Fonds solle Anlegern ein Engagement am europäischen Markt für Green Bonds ermöglicht werden.

Der Franklin Green Target Income 2024 Fund sei ein Laufzeitfonds. Er beabsichtige, regelmäßige Erträge zu erzielen, indem er über einen Zeitraum von fünf Jahren überwiegend in Unternehmensanleihen investiere. Bis zu 70% des Portfolios seien Hochzinsanleihen, die niedrig eingestufte, nicht Investment-Grade-Anleihen seien, die ein höheres Ausfallrisiko aufweisen würden, aber typischerweise höhere Renditen als qualitativ bessere Anleihen zahlen würden. Der Fonds könne noch bis zum 11. November 2019 gezeichnet werden.

Der Templeton Global Climate Change Fund sei ein weltweit anlegender Aktienfonds, der in Unternehmen investiere, die den Übergangsprozess zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft unterstützen und einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten würden. Das Fondsmanagement identifiziere mögliche Kaufkandidaten mittels ausführlicher Analysen zum Klimawandel in Kombination mit dem bewährten fundamentalen Templeton-Bottom-up-Research. Ziel dieser Vorgehensweise sei ein Portfolio aus Unternehmen mit besonderen Klimawandelmerkmalen und vermeintlich attraktiven Bewertungen. (Ausgabe 93 vom Oktober 2019) (10.10.2019/fc/a/f)






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