Franklin European Total Return Fund: Europäische Anleihen - Warum es sich lohnen kann, jetzt zu investieren


05.12.19 11:00
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - In diesem Jahr sind in zahlreichen Ländern in Europa die Renditen von Staatsanleihen auf historische Tiefststände gefallen, so die Experten von Franklin Templeton.

Häufig würden sie sogar über mehrere Laufzeiten in negativem Terrain rentieren. Auf den ersten Blick scheinen dies möglichst schlechte Voraussetzungen für Investitionen in europäische Staatsanleihen zu sein, doch es gibt durchaus gute Gründe, warum wir trotz negativer Renditen nach wie vor Wertpotenzial sehen, so die Experten von Franklin Templeton.

Das Problem der Anleger in Europa sei der "Preisschock". Viele Anleger hätten zuvor noch nie negative Zinssätze erlebt und würden sich bei einem Investment in negative Renditen möglicherweise unwohl fühlen. Diese Zurückhaltung sei verständlich: Wer möchte in dem Wissen, Geld zu verlieren, Anleihen mit negativen Renditen kaufen und bis zur Fälligkeit halten? Nach Meinung der Experten von Franklin Templeton könnte ein Kauf nur lohnenswert sein, wenn weitere Kursanstiege zu erwarten seien und ein Käufer letztendlich bereit wäre, einen höheren Preis als heute zu bezahlen. Mit ihren jüngsten Maßnahmen und Äußerungen habe die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Bereitschaft signalisiert, dieser Käufer zu sein.

Die EZB habe in der Vergangenheit immer wieder betont, eine Inflation von rund 2% anzustreben. Da die Inflation allerdings nach wie vor unter diesem Zielwert liege und zudem die Wirtschaft schwächele, habe der EZB-Rat Mitte September ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur weiteren Lockerung der Geldpolitik beschlossen.

So hätten die Währungshüter den Einlagensatz für die Mindestreserve von -0,4% auf -0,5% gesenkt. Dieser Strafzins werde fällig, wenn Geschäftsbanken im Euroraum kurzfristig nicht benötigtes Geld bei der EZB parken würden. Mit dieser Maßnahme sollten die Banken dazu bewogen werden, mehr Kredite zu vergeben. Um die Banken zu entlasten, sei zusätzlich ein so genanntes Tiering eingeführt worden. Dadurch würden die Gebühren, die Banken auf einen Teil ihrer überschüssigen liquiden Mittel zahlen, effektiv gesenkt. Die Einführung einer Tiering-Struktur signalisiere dem Markt, dass die Zinsen noch über einen längeren Zeitraum hinweg niedrig bleiben dürften. Und zu guter Letzt habe der noch bis vor kurzem amtierende EZB-Chef Mario Draghi ein neues Anleiheankaufprogramm angekündigt: Seit diesem November kaufe die Notenbank monatlich Anleihen im Wert von 20 Mrd. Euro.

All dies spreche dafür, dass die lockere Geldpolitik länger andauere, als viele Marktteilnehmer noch im vergangenen Jahr angenommen hätten. Daher seien weiter fallende Renditen - und damit steigende Kurse - bei europäischen Anleihen durchaus denkbar.

Seit ungefähr vier Wochen sei die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde im Amt. Die Nachfolgerin von Draghi gehöre eher dem Lager der so genannten Tauben, den Anhängern einer expansiven Geldpolitik, an. Ein Richtungswechsel der Geldpolitik scheine somit unwahrscheinlich.

Die 63-jährige Juristin sei von 2011 bis 2019 Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) gewesen. Davor sei sie Wirtschafts- und Finanzministerin im Kabinett des französischen Premierministers François Fillon gewesen. Lagarde verfüge somit über ausreichend Erfahrung im Finanzbereich. Sie könne ein gutes Profil vorweisen und verstehe vor allem die Politik innerhalb der Europäischen Union sehr gut. Sie habe eine hohe Kommunikationskompetenz, und als erfahrene Politikerin könne sie auf eine robuste Erfolgsbilanz zurückblicken, wenn es darum gehe, ungleiche Parteien an einen Tisch zu bekommen.

Noch mehr als ihr Vorgänger könnte Lagarde versuchen, die Regierungen stärker in die Verantwortung zu nehmen und zu Investitionen aufzufordern. Denn mit staatlicher Unterstützung könnte die Notenbank ihre Ziele möglicherweise schneller erreichen. So könnten beispielsweise umfangreiche Infrastrukturprojekte die geldpolitischen Maßnahmen der EZB begleiten. Erst kürzlich habe Lagarde, bei einem ihrer ersten öffentlichen Auftritte als EZB-Chefin, die Regierungen der Euro-Staaten aufgerufen, mehr zu investieren, um die Nachfrage anzukurbeln. Zudem habe sie eine Vereinheitlichung der Regeln auf dem Kapitalmarkt und dem digitalen Binnenmarkt gefordert.

Sollte Lagarde nicht doch überraschend den Falken, den Verfechtern restriktiver Maßnahmen, Zugeständnisse machen, sollten auch unter ihr die Zinsen auf absehbare Zeit niedrig und die Geldpolitik locker bleiben. Auf die Kurse europäischer Anleihen dürfte sich dies mittel- bis langfristig positiv auswirken.

Investitionen in den Anleihenmarkt seien für Privatanleger meist nur schwer zu bewerkstelligen. Neben einer breiten Streuung über verschiedene Renten-Anlagekategorien, Währungen und Länder spiele auch die Laufzeit der Papiere sowie das Timing eine wichtige Rolle. So würden beispielsweise viele Anleiheinvestoren in Erwartung steigender Zinsen die Duration im Portfolio verringern. Da sich die Märkte heutzutage schnell ändern könnten, sei es wichtiger denn je, Anpassungen möglichst zeitnah umsetzen zu können.

Aus diesem Grund verfolge beispielsweise der Franklin European Total Return Fund eine äußerst dynamische Anlagestrategie. Um mögliche Marktchancen zu nutzen, könne das Team um Fondsmanager David Zahn das Portfolio aktiv anpassen. Hierfür würden die Rentenspezialisten auf eigene Analysemodelle zur Zinsentwicklung und Wertpapierauswahl zurückgreifen. Der Fonds investiere in ein Portfolio aus fest- und variabel verzinslichen Schuldtiteln und Schuldverschreibungen von staatlichen, halbstaatlichen und unternehmerischen Emittenten mit eingetragenem Geschäftssitz in Europa. (Ausgabe 95 vom Dezember 2019) (05.12.2019/fc/a/f)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
11,46 $ 11,45 $ 0,01 $ +0,09% 27.01./00:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0231792887 A0HGAV 11,79 $ 11,07 $