Der Fondsmarkt: Gewinner, Verlierer, Trends und mehr - Fondsnews


20.11.20 12:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Welcher Asset Manager sammelte seit Jahresbeginn deutschlandweit das meiste Geld ein, wer musste Abflüsse hinnehmen? Und wie hoch ist das verwaltete Vermögen in Aktien- oder Mischfonds mittlerweile? FONDS professionell ONLINE hat die wichtigsten Zahlen aus der BVI-Statistik aufbereitet, so die Experten von "FONDS professionell".

Die in Deutschland aktiven Asset Manager hätten in den ersten drei Quartalen dieses Jahres über alle Fondsvehikel hinweg rund 71 Milliarden Euro frisches Geld eingesammelt. Davon würden 47,6 Milliarden Euro auf offene Spezialfonds und 20,5 Milliarden Euro auf offene Publikumsfonds entfallen. Im dritten Quartal hätten die Portfolios für Privatkunden sogar die Nase vorn gehabt: Ihnen seien 15,8 Milliarden Euro zugeflossen, den Spezialfonds "nur" 14,2 Milliarden Euro. Das gehe aus der aktuellen Investmentstatistik des Branchenverbands BVI hervor.

Absatzspitzenreiter bei den offenen Publikumsfonds sei auf Jahressicht weiter Flossbach von Storch. Mehr als acht Milliarden Euro hätten die Kölner seit Januar eingesammelt. Im dritten Quartal habe allerdings Amundi vorne gelegen. Die DWS habe nach den hohen Abflüssen Anfang des Jahres erneut Anleger von ihren Produkten überzeugen können, sodass sie sowohl auf Jahressicht als auch im dritten Quartal auf Platz zwei des Absatz-Rankings zu finden sei.

Die Absatzliste der offenen Publikumsfonds im laufenden Jahr würden laut BVI Mischfonds mit 7,8 Milliarden Euro anführen. Anleger hätten insbesondere aktienbetonte Produkte (5 Mrd. Euro) gekauft. Immobilienfonds hätten 6,9 Milliarden Euro erzielt. Das sei ihr bestes Neugeschäft für den Zeitraum von Anfang Januar bis Ende September seit der Änderung des Kapitalanlagegesetzbuches im Jahr 2013. Aktienfonds hätten 6,2 Milliarden Euro neue Gelder erhalten. Während sie im ersten Halbjahr 2,5 Milliarden Euro Abflüsse verzeichnet hätten, hätten diese Fonds im dritten Quartal 8,7 Milliarden Euro Zuflüsse erzielt.

Laut BVI lege das Segment der ESG-Fonds ein rasantes Wachstum hin: Nachhaltige Sondervermögen würden inzwischen 129 Milliarden Euro verwalten. Allein seit Ende Juni 2020 sei ihr Volumen um 27 Prozent gestiegen. Auch das Neugeschäft wachse kräftig: Bis Ende September 2020 hätten nachhaltige Fonds deutschlandweit Zuflüsse von 10,8 Milliarden Euro verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Januar bis September 2019: 5,1 Milliarden Euro) entspreche das einer Steigerung um 110 Prozent.

Welcher Anbieter habe in den ersten drei Quartalen die höchsten Mittelzuflüsse verzeichnen können oder wie viel Geld sei in Aktienfonds geflossen?

Mischfonds seien im bisherigen Jahresverlauf die beliebteste Kategorie unter den offenen Publikumsfonds. Ihnen sei seit Januar das meiste Geld zugeflossen. Die Mittelzuflüsse von Immobilien- und Aktienfonds hätten aber nicht signifikant darunter gelegen.

Im dritten Quartal seien Aktienfonds klar die Favoriten der Anleger in Deutschland gewesen. Bemerkenswert seien die Zuflüsse von 4,3 Milliarden Euro in Geldmarktfonds, die höher ausgefallen seien als die Investitionen in Mischfonds. Viele Investoren hätten offensichtlich kurzfristig Geld parken wollen.

Eines habe sich nicht geändert: Gemessen an der Höhe des insgesamt verwalteten Vermögens lägen Aktienfonds nach wie vor deutlich vorne.

Offene Spezialfonds für institutionelle Investoren seien und würden 2020 für die Asset Manager gemessen am Mittelaufkommen die wichtigste Produktkategorie bleiben - in diese sei seit Januar das meiste Geld geflossen. Allerdings…

... hätten im dritten Quartal erneut die Publikumsfonds weit vorne gelegen. Die offenen Spezialfonds hätten das zweite Quartal in Folge auf den Spitzenplatz verzichten müssen.

Es bleibe aber dabei, dass Spezialfonds weiterhin das meiste Geld verwalten würden.

Deutschlands absatzstärkster Fondsanbieter der ersten drei Quartale sei mit Abstand Flossbach von Storch. Allein dem FvS SICAV - Multiple Opportunities seien netto 2,6 Milliarden Euro zugeflossen. Weitere 2,2 Milliarden Euro habe der Kölner Vermögensverwalter mit dem FvS - Multiple Opportunities II, dem international vertriebenen "Klon" des Flaggschifffonds, eingesammelt. Doch auch der FvS - Bond Opportunities sei mit einem Nettomittelaufkommen von fast 2,3 Milliarden Euro enorm erfolgreich gewesen.

Betrachte man nur das dritte Quartal, liege Amundi vorne. Allerdings würden allein 4,8 Milliarden Euro auf drei Geldmarktfonds entfallen - diese Summe sei also eher kurzfristig geparkt als langfristig investiert worden. Auf Platz zwei finde sich die DWS wieder. Das habe die Deutsche-Bank-Tochter vor allem ihrem ETF-Geschäft zu verdanken: Börsengehandelten Indexfonds der Marke Xtrackers seien im dritten Quartal 4,8 Milliarden Euro zugeflossen. Aus aktiv verwalteten Fonds dagegen hätten Anleger unter dem Strich 1,1 Milliarden Euro abgezogen. Einer davon sei der DWS Deutschland, der zu Jahresbeginn stark in Wirecard investiert habe. Im dritten Quartal seien gut 120 Millionen Euro aus Tim Albrechts Flaggschifffonds abgeflossen, seit Jahresbeginn seien es fast 530 Millionen Euro.

Das meiste Geld sei in den ersten drei Quartalen aus Lyxor-Fonds abgeflossen. Dahinter stecke die ehemalige Commerzbank-ETF-Sparte. Viele frühere Comstage-Fonds seien auf andere Lyxor-ETFs verschmolzen worden, was den Großteil der Abflüsse erkläre. Das Minus bei Allianz Global Investors erkläre sich unter anderem damit, dass eine Großanleger-Anteilsklasse des Allianz Best Styles Global AC Equity 1,4 Milliarden Euro verloren habe. Franklin Templeton leide weiterhin unter Abflüssen aus seinen drei großen Sondervermögen Templeton Global Bond, Templeton Global Total Return und Templeton Growth (Euro) Fund (ISIN LU0114760746 / WKN 941034), aus denen Anleger aus Deutschland in den ersten neun Monaten dieses Jahres in Summe rund 940 Millionen Euro abgezogen hätten. MainFirst müsse gut 250 Millionen Euro Abflüsse aus dem Flaggschiffprodukt Mainfirst - Top European Ideas verkraften. Starmanager Olgerd Eichler habe die Konkurrenz 2019 hinter sich gelassen, in diesem Jahr hinke er aber hinterher.

Die Stadtsparkasse Düsseldorf habe Anfang Juli mehrere Fonds mit insgesamt rund 700 Millionen Euro von der Société Générale Securities Services auf die Service-KVG Universal-Investment umgehoben, was ein Großteil des Minus bei den Franzosen erkläre. Bei der UBS habe es signifikante Abflüsse aus zwei US-Dollar-Rentenfonds gegeben, wie sich der BVI-Einzelfondsstatistik entnehmen lasse. (20.11.2020/fc/n/s)






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