Fondsbarometer: Comeback im September - Fondsnews


09.10.19 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der zweite Teil der bekannten Börsenweisheit "Sell in May" hat sich dieses Jahr bewahrheitet, so die Experten von "FONDS professionell".

Weltweit hätten Aktienfonds um durchschnittlich 2,3 Prozent im Plus gelegen, wobei jedoch aus dem einen oder anderen Gewinner des Vormonats eindeutige Verlierer geworden seien.

Die Wirkmächtigkeit manches Börsianer-Bonmots habe sich im Vormonat anhand des Spruches "...remember to come back in September" einmal mehr gezeigt: So sei nach einem ruppigen August die Volatiliät, gemessen am Chicagoer VIX-Index, unter den Zwölf-Monats-Schnitt gesunken, den weltweiten Aktien-Fonds sei wiederum ein Monats-Plus von deutlichen 2,3 Prozent gelungen. Lehrbuchmäßig habe die Gewinner-Kategorie des August-Barometers der Experten - der Bereich Gold & Edelmetalle - nun zu den Verlierern gehört. Habe der sichere Hafen noch von den Sommergewittern an den Märkten profitiert, habe diese Fondsgruppe im September mit minus sieben Prozent das klare Schlusslicht gestellt.

Bemerkenswert erscheine in diesem Zusammenhang, dass Fonds mit dem Anlagefokus Türkei, die ja nicht unbedingt als risikolos gelten würden, mit einem Monatsplus von 12,2 Prozent die mit Abstand beste Performance abgeliefert hätten. Anleger dürften nach den Querelen rund um die Notenbank auf einen lockeren gelpolitischen Kurs hoffen. Hinzu komme, dass das Land am Bosporus gerade aus einer Rezession getreten sei, was weiteren Rückenwind nach sich ziehen könnte. Die starke Entwicklung sei umso herausstechender, als sich Emerging Markets per se performancetechnisch zehn Prozentpunkte hinter der Türkei hätten einordnen müssen.

Bedenken müsse man jedoch, dass der türkische Markt für Erschütterungen aller Art enorm anfällig sei. Bereits in der zweiten September-Hälfte hätten die Asset Manager von Nordea vor Risiken gewarnt, die sich aus einer steigenden Dollar-Verschuldung der Privatwirtschaft ergeben könnten. Gegenwärtig würden sich außerdem die geopolitischen Unruheherde zeigen: Die Ereignisse rund um Syrien hätten zwar zu einem Rückzug der US-Truppen geführt, gleichzeitig habe jedoch US-Präsident Donald Trump einen Tweet abgesetzt, in dem er der Türkei die "wirtschaftliche Vernichtung" androhe, sollte Staatschef Recep Tayyip Erdogan sein Blatt überreizen. Dass der türkische Markt in einem derartigen Umfeld gleich einmal 3,5 Prozent abgebe, verwundere eher wenig.

Besonders stark hätten sich im September asiatische Einzelmärkte, und - in einer regionalen Nische - Österreich geschlagen. Von den Branchen hätten es Energie, Finanz und Industrie unter die September-Top-10 geschafft.

Vergleichsweise gut hätten sich auch Euroland und Europa mit einer Platzierung im oberen Drittel und einem Monatsplus von jeweils knapp drei Prozent geschlagen. Hier werde abermals zu beobachten sein, wie Trump den Markt bewege. Der US-Präsident habe ja abermals die Eröffnung handelstechnischer Feindseligkeiten angekündigt. Dass ein Handelskrieg zumindest an den Aktienmärkten für keinen der jeweils Involvierten positiv ausgehe, zeige ein Blick auf die Fondsperformances von China und den USA. Während die Vereinigten Staaten im September das elft-schlechteste Ergebnis ausgewiesen hätten, habe sich die Volksrepublik in den Flop-10 eingereiht.

Über das "FONDS-professionell" Fondsbarometer:

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das "FONDS professionell" Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang November. (09.10.2019/fc/n/s)