Flossbach-Flaggschiff: Warum die Kopie dem Original hinterherhinkt - Fondsnews


11.01.17 14:16
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Bert Flossbachs erfolgreiche Anlagestrategie gibt es gleich in zwei Fonds: Das Original, der inzwischen elf Milliarden Euro schwere Flossbach von Storch SICAV Multiple Opportunities, ist nur in Deutschland und Luxemburg zum Vertrieb zugelassen, so die Experten von "FONDS professionell".

Weil er in physisches Gold investiere, gelte er als alternativer Investmentfonds (AIF). Viele Anleger könnten oder wollten aber nur in Fonds investieren, die der EU-Richtlinie UCITS entsprechen würden.

Darum gebe es seit Oktober 2011 eine Kopie der Flaggschiffstrategie: Der Flossbach von Storch SICAV Multiple Opportunities II verwalte inzwischen 2,7 Milliarden Euro und sei in weiteren Ländern zum Vertrieb zugelassen, etwa in Österreich. Der wesentliche Unterschied: Wegen der UCITS-Vorgaben bilde er die Gold-Quote über Zertifikate ab.

Wer die beiden Versionen der Flossbach-Flaggschiffstrategie über einen längeren Zeitraum beobachte, stelle fest, dass die Kopie dem Original leicht hinterherhinke. Im Jahr 2014 habe der "Erstgeborene" 0,84 Prozentpunkte vorne gelegen, 2015 seien es 0,34 und im vergangenen Jahr immerhin noch 0,22 Prozentpunkte gewesen. Diese Abweichungen seien nicht zwar sehr groß, in einer Zeit, in der Investoren nach jedem Basispunkt Rendite suchen würden, aber dennoch relevant.

Doch woher komme diese Abweichung? Die Verwaltungs- und Performancegebühren seien gleich, daran könne es also nicht liegen. Die laufenden Kosten seien im letzten Geschäftsjahr beim Original um 0,05 Prozentpunkte geringer gewesen, was einen Teil des Renditevorsprungs erkläre. Hier komme der Größenvorteil zum Tragen: Gewisse Fixkosten, etwa für die Wirtschaftsprüfung und die Dokumentation, würden sich auf ein größeres Volumen verteilen.

Weitere Gründe, warum sich die Performance leicht unterscheiden könne, erläutere Dirk von Velsen, Vorstand des Kölner Vermögensverwalters, auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. Er betone, dass der Multiple Opportunities II aufgrund der abweichenden Rechtsform (FCP versus SICAV) kein "Spiegelmandat" des Multiple Opportunities sei, sondern nur die gleiche Anlagestrategie verfolge. Bei den einzelnen Positionen könne es daher Unterschiede geben.

Das sei beim Gold der Fall, das im Multiple Opportunities II wie erwähnt über Derivate abgebildet werde. Diese Zertifikate dürften zudem maximal zehn Prozent des Fondsvolumens ausmachen, wohingegen die physische Goldposition im Multiple Opportunities bis zu 15 Prozent betragen könne.

"Geringfügige Abweichungen bei Anleihen- und Aktienpositionen resultieren aus dem Charakter der Publikumsfonds, die täglich handelbar sind", so von Velsen weiter. "Die Zahl der Transaktionen, die aus Anteilsscheingeschäften resultiert, wird nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit für die Investoren begrenzt und intelligent gesteuert. Die relativ zum Fondsvolumen erfreulich hohen Mittelzuflüsse in den Multiple Opportunities II haben in der Vergangenheit im Vergleich zum Multiple Opportunities zu höheren Transaktionskosten geführt."

Bei welchem der beiden Fonds die Transaktionskosten stärker ins Gewicht fallen würden und welche Folgen die leicht unterschiedlichen Einzelpositionen hätten, lasse sich im Vorhinein nie sagen. Gut möglich also, dass eines Tages die Kopie das Original schlage - und sei es nur um wenige Basispunkte. (11.01.2017/fc/n/s)





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