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Ende einer Ära: Standard Life Aberdeen tauscht Führungsspitze aus - Fondsnews


30.06.20 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der Investmentkonzern Standard Life Aberdeen steht vor einem Generationenwechsel, so die Experten von "FONDS professionell".

Der langjährige Top-Manager Keith Skeoch gebe sein Amt ab. Die Führung der an der Londoner Börse notierten Gesellschaft übernehme Stephen Bird. Dieser habe bis Ende 2019 das weltweite Privatkundengeschäft der US-Großbank Citigroup geleitet. Bird solle bereits zum 1. Juli als designierter Chef in den Vorstand des Asset Managers rücken. Im dritten Quartal übernehme er dann endgültig die Geschäfte von Skeoch, heiße es in einer Mitteilung.

Skeoch habe 14 Jahre im Vorstand von Standard Life gesessen, davon fünf Jahre als Vorsitzender. 1999 sei er in den Konzern eingetreten. Zusammen mit seinem Anglerfreund sowie Aberdeen-Chef und Mitgründer Martin Gilbert habe er den Zusammenschluss der beiden Häuser im Jahr 2017 eingefädelt. Skeoch habe die Zukunft für sein Haus im Investmentgeschäft gesehen. So habe er den Umbau von Standard Life betrieben und den badligen Schulterschluss mit Aberdeen gesucht. Ein Jahr nach der Fusion habe das vereinte Haus dann auch verkündet, das Lebensversicherungsgeschäft an die Phoenix Group zu verkaufen, die auch als Run-off-Plattform agiere.

Bis zum Frühjahr 2019 hätten Skeoch und Gilbert Standard Life Aberdeen gemeinsam als Doppelspitze gelenkt. Dann habe sich Gilbert in den Aufsichtsrat zurückgezogen und im Herbst angekündigt, das Haus ganz verlassen zu wollen. Skeoch habe den Konzern seither allein gelenkt. Unter Anteilseignern sei die Doppelspitze umstritten gewesen. Den beiden sei zudem ein unterschiedlicher Führungsstil nachgesagt worden. Das Duo habe die Doppelbesetzung stets verteidigt. Sie würden das Unternehmen "noch zehn weitere Jahre" zusammen lenken, habe Gilbert etwa im Sommer 2017 behauptet.

Nun bleibe von dem Traum-Duo keiner mehr. Die Umbesetzung leite "die nächste Phase der Entwicklung von Standard Life Aberdeen" ein, mit der "die Ertragsmöglichkeiten entwickelt und ausgeweitet" werden sollten, heiße es in der Mitteilung. Die Fondsgesellschaft habe im Geschäftsjahr 2019 Nettomittelabflüsse in Höhe von 17,4 Milliarden Britischen Pfund erlitten (19 Milliarden Euro) Im Jahr 2018 hätten Anleger sogar 40,9 Milliarden Pfund (45 Milliarden Euro) aus den Fonds des Hauses abgezogen. Per Ende März 2020 habe der Anbieter ein Volumen von 545 Milliarden Pfund (596 Milliarden Euro) verwaltet.

Aufsichtsratschef Douglas Flint wiederum lasse sich mit lobenden Worten in der Mitteilung zitieren. "Ich möchte die Führung von Keith Skeoch über die vergangenen fünf Jahre als alleiniger und Co-Vorstandschef würdigen. Er lenkte das Unternehmen durch den Umbruch, der sich durch den Zusammenschluss mit Aberdeen, den Deal mit der Phoenix Group und den Wandel der Branche auftat." Angesichts seiner Leistungen sei es eine große Herausforderung gewesen, einen Nachfolger für Skeoch zu finden. Dies sei mit Stephen Bird aber gelungen, so Flint. (30.06.2020/fc/n/p)