ETF-Handel Käufe und Gewinnmitnahmen


09.03.10 09:36
Deutsche Börse AG

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Market Maker für die Indexfonds berichten überwiegend von niedrigen Umsätzen und einer "Abwartehaltung" der Investoren, so die Deutsche Börse AG.

"Es gibt keine neuen Impulse", meine etwa Bernardus Roelofs von Flow Traders. "Mit der erfolgreichen Emission der Griechenlandanleihe und den überraschend guten US-Arbeitsmarktdaten kamen letzte Woche zwar zwei sehr positive Nachrichten, aktuell mangelt es aber an Neuigkeiten, sowohl guten als auch schlechten", urteile der Händler.

Frank Mohr von der Commerzbank spreche dennoch von einem Käuferüberhang: "Wir sehen zu 65 Prozent Käufer, zu 45 Prozent Verkäufer, und zwar bei Blue-Chip-ETFs aller Länder." Ihm zufolge würden sich Investoren gerne an den EURO STOXX gebundene Indexfonds wie den iShares DJ EURO STOXX 50 (ISIN DE0005933956 / WKN 593395) und den UBS DJ EURO STOXX 50 (ISIN LU0155367302 / WKN 778188) ins Portfolio legen, ebenso Produkte, die den S&P 500 (ISIN DE0002643889 / WKN 264388) oder den NASDAQ (ISIN LU0378449770 / WKN ETF011) abbilden würden.

Flow Traders zufolge habe es aber auch zahlreiche Abgaben gegeben: "Investoren haben die steigenden Kurse für Gewinnmitnahmen und den Abbau von Positionen genutzt", melde Roelofs. Betroffen gewesen seien etwa EURO STOXX 50-ETFs (ISIN IE0008471009 / WKN 935927, ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN FR0007054358 / WKN 798328, ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET) sowie der iShares DAX (ISIN DE0005933931 / WKN 593393). Bei Indexfonds, die an den MSCI World (ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW) sowie an koreanische (ISIN FR0010361691 / WKN LYX0A8) oder japanische Indices (ISIN FR0010245514 / WKN A0ESMK) gekoppelt seien, hätten hingegen die Zuflüsse überwogen.

Dass die Stimmung nicht eindeutig sei, entspreche auch den Beobachtungen der UniCredit Group: Bastian Ohta zufolge seien besonders am Freitag und am gestrigen Montag viele Short-ETFs auf Blue-Chip-Indices gekauft worden, und zwar von großen Investoren. Auf Short-Produkte setze, wer mit sinkenden Kursen rechne. "Gleichzeitig steigen Anleger aber auch bei Long-Produkten ein", wisse Ohta. An der Frankfurter Börse seien in den vergangenen fünf Handelstagen der iShares DJ EURO STOXX 50 (ISIN DE0005933956 / WKN 593395) und der iShares DAX (ISIN DE0005933931 / WKN 593393) mit Abstand die umsatzstärksten Produkte gewesen, gefolgt vom db x-trackers ShortDAX (ISIN LU0292106241 / WKN DBX1DS).

Die Emerging Markets würden beliebt bleiben, die Handelsvolumina seien nach Einschätzung der meisten Marktteilnehmer aber eher mau. "Käufer sind zwar weiter in der Mehrheit, die Zuflüsse aber lang nicht so hoch wie bis Ende Februar", erläutere Stefano Valenti von der UniCredit Group, Investoren hätten in Wartestellung verharrt. Vor allem breit angelegte Indexfonds seien gesucht, Valenti sehe aber auch Interesse an Russland-ETFs.

Nach Aussage von Frank Mohr finde der marktbreite db x-trackers MSCI Emerging Markets (ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM) viele Anhänger. "Eine Konzentration auf bestimmte Länder gibt es nicht", äußere Mohr. Roelofs berichte auch hier von Gewinnmitnahmen, etwa beim Lyxor ETFMSCI Emerging Markets (ISIN FR0010429068 / WKN LYX0BX).

Das Interesse an Sektoren-ETFs bleibe gering. Den klaren Trend hin zu einer Branche gebe es derzeit nicht. "Wir sehen nur wenig Umsätze", erkläre Gregor Hamme von der UniCredit Group. Flow Traders zufolge würden sich Investoren beim db x-trackers DJ STOXX 600 Food& Beverage (ISIN LU0292105359 / WKN DBX1FB) und beim ETFX DAXglobal Gold Mining Fund (ISIN DE000A0Q8NC8 / WKN A0Q8NC) kauffreudig zeigen. "Statt direkt in Gold zu investieren, setzen Anleger auf Goldminen-ETFs", erkläre Roelofs. Das Goldminenprodukt des Emittenten ETF Securities habe im vergangenen Monat um gut 12 Prozent zugelegt. Der Indexfonds spiegele die Entwicklung großer Goldminenunternehmen wider, Indexschwergewichte seien die kanadischen Goldförderer Barrick Gold und Goldcorp sowie das US-Unternehmen Newmont Mining und Newcrest Mining aus Australien

Rentenprodukte würden weiter eher gemieden. Allenfalls Kurzläufer würden gekauft, berichte die Commerzbank, etwa der ComStage ETF iBoxx € Liquid Sovereign Diversified 1-3 (ISIN LU0444605991 / WKN ETF502). Laut Flow Traders würden Anleger durchaus auch am iShares € Corporate Bond (ISIN DE0002511243 / WKN 251124) Gefallen finden, einem Indexfonds, der die Entwicklung von Unternehmensanleihen abbilde. (09.03.2010/fc/a/f)




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