DAX volatil und getrieben durch Konjunkturnachrichten


06.09.10 09:32
SEB

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Trotz fehlender wichtiger Unternehmensnachrichten erwies sich die zu Ende gehende Handelswoche als recht volatil, so die Analysten der SEB in ihrem aktuellen "MarketFlash".

Getrieben worden sei der DAX (ISIN DE0008469008 / WKN 846900), insbesondere durch die Konjunkturdaten sowie - am Rande - durch positive Nachrichten der Verbände sowie den zahlreichen weltweiten Akquisitionsaktivitäten mehrerer Unternehmen. So habe der Verband der Maschinenbauer VDMA die Auftragseingänge der Industrie für den Monat Juli bekannt gegeben. Trotz der wieder erhöhten Vorjahresvergleichswerte habe der gesamte Auftragseingang um 48% zulegen können. Auch der Verband der Chemischen Industrie habe positive Signale über die kurzfristigen Aussichten der Branche gesendet.

Auf der Konjunkturseite habe die Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag die Märkte kaum bewegt. Der Leitzins für den Euroraum liege weiterhin, wie erwartet, bei 1,0%. Auch habe die EZB trotz der jüngsten Wachstumsbelebung einen anhaltend niedrigen Leitzins signalisiert.

In den Fokus sei eher zum Beispiel die Ankündigung des US-Präsidenten Obama zu zusätzlichen Schritten zur Stützung der Konjunktur geraten, so zum Beispiel die Verlängerung von Steuererleichterungen zugunsten der Mittelschicht, weitere Investitionen in saubere Energiequellen, Forschung und Infrastruktur sowie Steuervergünstigungen für Unternehmen. Gerade vor dem Hintergrund der Aussagen im Protokoll der letzten FED-Sitzung würden die Maßnahmen sinnvoll erscheinen. Dort rechne man in der zweiten Jahreshälfte 2010 mit einer langsameren Erholung der Wirtschaft und einer erneuten Beschleunigung erst in 2011.

Die in der Woche veröffentlichten Konjunkturdaten seien zudem per Saldo sowohl im europäischen als auch im US-Raum positiv aufgenommen worden und hätten den DAX über die 6.100-Punkte-Marke gehievt. Insbesondere der US-Einkaufsmanagerindex habe hervorgestochen und für eine positive Überraschung gesorgt.

In der nächsten Woche sollten vor allem weitere Unternehmensübernahmen sowie Kapitalmaßnahmen im Fokus bleiben. Die Gesellschaften würden versuchen, vor Beginn der Q3-Saison die Schulden umzuschichten, oder sich, wenn die Kassen voll seien, nach Akquisitionsmöglichkeiten umschauen, zumal die Bewertungsniveaus nicht weit von den Tiefständen entfernt seien. Am Montag würden die US-Börsen aufgrund des "Labor Day" geschlossen bleiben.

Auch der Konjunkturdaten-Strom werde in der nächsten Woche etwas an Stärke verlieren. Es stünden nur wenige Daten zur Veröffentlichung an. In Deutschland werde am Dienstag der Auftragseingang für den Monat Juli mit einem voraussichtlich leichten Plus gegenüber Vormonat erwartet. Die Industrieproduktion einen Tag später sollte ebenfalls etwas an Dynamik gewonnen haben. Am Donnerstag stehe der EZB-Monatsbericht für September an. Am gleichen Tag würden die Verbraucherpreise wohl unverändert gegenüber Vormonat (+1,0% gegenüber Vorjahr) ausfallen.

Aus dem US-Raum nur wenig Neues: Die Konsumentenkredite für August sollten am Mittwoch erneut einen Rückgang verzeichnet haben. Am gleichen Tag stehe auch die Veröffentlichung des Beige Book zur aktuellen US-Lage an, die als Grundlage für das nächste FED-Meeting am 21.09. diene. (Ausgabe vom 03.09.2010) (06.09.2010/ac/a/m)




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