Basismetalle: ILZSG veröffentlicht neue Statistik zum Zinkmarkt


17.02.17 16:53
LB Baden-Württemberg

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) hat in dieser Woche ihren Bericht über die Entwicklungen auf dem Zinkmarkt im Jahr 2016 vorgelegt, berichten die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.

So habe sich nach Berechnungen der ILZSG im letzten Jahr ein Angebotsdefizit von 286 Tsd. Tonnen ergeben. Noch im Oktober sei die ILZSG von einem deutlich höheren Wert von 349 Tsd. Tonnen ausgegangen. Dabei habe die Gruppe das Angebot zu gering eingeschätzt.

Minenschließungen in Australien und Irland sowie die Produktionskürzungen von Glencore hätten zwar eine deutliche Lücke in der Konzentratversorgung hinterlassen. In Bolivien, Kanada und insbesondere in China hätten die Minen jedoch deutlich mehr Zinkerze gefördert, sodass die Minenproduktion insgesamt im Jahr 2016 sogar das Vorjahresniveau erreicht habe. China bleibe mit einem Anteil von 42% der weltweit größte Produzent, gefolgt von Peru, auf das ein Anteil von 10% der globalen Minenförderung entfalle.

Auch auf der Raffinerieseite habe die Produktion mit 13,7 Mio. Tonnen im Jahr 2016 das Niveau des Vorjahres erreicht. Auf dieser Wertschöpfungsstufe sei Europa mit einem Anteil von 18% hinter China (46%) der größte Anbieter. Weltweit seien nach Angaben der ILZSG im vergangenen Jahr 13,9 Mio. Tonnen Zink nachgefragt worden. Dies entspreche einem Zuwachs von 3,6%. Das stärkste Wachstum hätten Indien und China verzeichnet, während die Nachfrage in den USA vermutlich aufgrund des Rückgriffs auf Bestände deutlich gesunken sei. Chinas Anteil an der globalen Zinknachfrage habe im Jahr 2016 48% betragen.

Für das laufende Jahr prognostiziere die ILZSG ein Angebotsdefizit von 248 Tsd. Tonnen. Die Prognose stamme jedoch vom Oktober letzten Jahres und dürfte sich mit der Vorlage der Zahlen für 2016 ändern. Der von Reuters ermittelte Marktkonsens sehe für dieses Jahr ein Angebotsdefizit von 392 Tsd. Tonnen vor. Die defizitäre Marktbilanz habe die Preise stark nach oben getrieben.

Während die Notierungen bereits im vergangenen Jahr um 61% zugelegt hätten, sei der Zinkpreis in den ersten Wochen des neuen Jahres um weitere 11% gestiegen. Risiken einer abnehmenden Dynamik der chinesischen Baukonjunktur sowie mögliche Reaktionen auf der Angebotsseite auf die stark gestiegenen Preise würden dabei gegenwärtig weitestgehend ausgeblendet. Insofern dürfte das Preispotenzial nach oben kurzfristig ausgereizt sein. (17.02.2017/fc/a/m)