Bank of England die unendliche Geschichte?
09.09.10 15:01
Nord LB
Hannover (aktiencheck.de AG) - Das Monetary Policy Committee (MPC) der Bank of England gibt sich diesen Monat literarisch, bisweilen sogar cineastisch: Frei nach Michael Ende wurde vor wenigen Augenblicken nach zweitägiger Sitzung die Fortsetzung der unendlichen Geschichte vermeldet, so die Analysten der Nord LB.
Die letzte Änderung der Bank Rate datiere weiterhin aus der MPC-Sitzung im März 2009. Die Bank Rate verharre zum 18. Mal in Folge beim historischen Niedrigzins von 0,5%. Das Ankaufprogramm für Anleihen in Höhe von GBP 200 Mrd. sei ebenfalls unverändert geblieben, zuletzt sei über eine Ausweitung der quantitativen Lockerung diskutiert und spekuliert worden.
Erfreulich sei im Zuge der wirtschaftlichen Erholung das revidierte BIP-Wachstum auf nunmehr 1,2% Q/Q gewesen - so stark wie seit neun Jahren nicht mehr. Einen besonderen Beitrag dazu habe der Bausektor geliefert, was in der Gestalt sicher nicht Quartal für Quartal weitergehen könne. Einen positiven Wachstumsbeitrag hätten auch die privaten Haushalte sowie die Staatsausgaben geliefert - "noch" möchte man im selben Atemzug anführen. Am Sparpaket, was am 20.10.2010 im Detail präsentiert werde, dürfte sich zeigen, welchen Anteil am zukünftigen Wachstumspfad diese beiden Sektoren haben würden.
Immerhin würden privater und staatlicher Konsum durch Steuererhöhungen bzw. Ausgabenkürzungen in erheblichem Umfang betroffen sein. Der stellvertretende Premierminister Nick Clegg habe seine Landsleute und die Marktteilnehmer in einem Statement am Morgen auf einen holprigen und ungleichmäßigen Erholungsprozess vorbereitet. Ein fragiler Aufschwung bräuchte unter Umständen weitere Impulse, habe auch Bank of England-Vize Charlie Bean Ende August gesagt, was Spekulationen um neuerliche Fingerübungen im Quantitative Easing angeheizt habe.
Ein wenig erfreuliches Bild würden am aktuellen Rand die Sentimentindikatoren für diverse Bereiche zeichnen: Zum Beispiel seien alle drei PMIs (Verarbeitendes Gewerbe, Dienstleistungen und Bau) im Juli den zweiten Monat in Folge rückläufig gewesen. Zwar habe sich das GfK Verbrauchervertrauen im Februar von den Tiefstständen der Krise (-39 Indexpunkte) mit -14 Punkte erholt gezeigt. Die müsse jedoch mittlerweile als Strohfeuer bezeichnet werden. Aktuell stünden -22 Punkte zu Buche.
Ebenso fallend präsentiere sich das Nationwide Verbrauchervertrauen der größten Bausparkasse im Vereinigten Königreich. Der Index habe beim Krisentief einen Stand von 44 Punkten ausgewiesen, sich auf 84 Punkte im Februar erholt und notiere nun nur noch bei 56 Indexpunkten. Der Immobilienmarkt sei und bleibe eine Achillesferse auf der Insel. Viele Hausfinanzierungen seien an den Leitzins gekoppelt, so dass eine Leitzinserhöhung zusätzlich das freiverfügbare Einkommen der Haushalte belasten würde.
Die unendliche Geschichte setze sich erwartungsgemäß fort und nehme kein Ende. Hätten sich zuletzt inflationsseitig die Anzeichen verdichtet, dass noch dieses Jahr eine Leitzinserhöhung auf der Agenda der Bank of England stehen könnte, würden nunmehr noch drei Sitzungen zur Erfüllung der zugegebenermaßen gewagten Analystenprognose bleiben.
Die 10-jährigen GILTs würden sich von den Tiefstständen am aktuellen Rand leicht erholt zeigen, ob das allerdings schon ein Vorbote für einen nachhaltigen Anstieg der gesamten Zinskurve sei, bleibe abzuwarten. Zumindest würden sich die Anzeichen für einen holprigen Erholungspfad verdichten, gepaart mit einer anhaltend hohen Inflationsrate auf der Insel - dies würden die Analysten nicht nur an den harten Fakten festmachen, sondern auch an den oben zitierten Worten von Vize-Premier Nick Clegg und MPC-Stellvertreter Charlie Bean. (09.09.2010/ac/a/m)
Die letzte Änderung der Bank Rate datiere weiterhin aus der MPC-Sitzung im März 2009. Die Bank Rate verharre zum 18. Mal in Folge beim historischen Niedrigzins von 0,5%. Das Ankaufprogramm für Anleihen in Höhe von GBP 200 Mrd. sei ebenfalls unverändert geblieben, zuletzt sei über eine Ausweitung der quantitativen Lockerung diskutiert und spekuliert worden.
Erfreulich sei im Zuge der wirtschaftlichen Erholung das revidierte BIP-Wachstum auf nunmehr 1,2% Q/Q gewesen - so stark wie seit neun Jahren nicht mehr. Einen besonderen Beitrag dazu habe der Bausektor geliefert, was in der Gestalt sicher nicht Quartal für Quartal weitergehen könne. Einen positiven Wachstumsbeitrag hätten auch die privaten Haushalte sowie die Staatsausgaben geliefert - "noch" möchte man im selben Atemzug anführen. Am Sparpaket, was am 20.10.2010 im Detail präsentiert werde, dürfte sich zeigen, welchen Anteil am zukünftigen Wachstumspfad diese beiden Sektoren haben würden.
Ein wenig erfreuliches Bild würden am aktuellen Rand die Sentimentindikatoren für diverse Bereiche zeichnen: Zum Beispiel seien alle drei PMIs (Verarbeitendes Gewerbe, Dienstleistungen und Bau) im Juli den zweiten Monat in Folge rückläufig gewesen. Zwar habe sich das GfK Verbrauchervertrauen im Februar von den Tiefstständen der Krise (-39 Indexpunkte) mit -14 Punkte erholt gezeigt. Die müsse jedoch mittlerweile als Strohfeuer bezeichnet werden. Aktuell stünden -22 Punkte zu Buche.
Ebenso fallend präsentiere sich das Nationwide Verbrauchervertrauen der größten Bausparkasse im Vereinigten Königreich. Der Index habe beim Krisentief einen Stand von 44 Punkten ausgewiesen, sich auf 84 Punkte im Februar erholt und notiere nun nur noch bei 56 Indexpunkten. Der Immobilienmarkt sei und bleibe eine Achillesferse auf der Insel. Viele Hausfinanzierungen seien an den Leitzins gekoppelt, so dass eine Leitzinserhöhung zusätzlich das freiverfügbare Einkommen der Haushalte belasten würde.
Die unendliche Geschichte setze sich erwartungsgemäß fort und nehme kein Ende. Hätten sich zuletzt inflationsseitig die Anzeichen verdichtet, dass noch dieses Jahr eine Leitzinserhöhung auf der Agenda der Bank of England stehen könnte, würden nunmehr noch drei Sitzungen zur Erfüllung der zugegebenermaßen gewagten Analystenprognose bleiben.
Die 10-jährigen GILTs würden sich von den Tiefstständen am aktuellen Rand leicht erholt zeigen, ob das allerdings schon ein Vorbote für einen nachhaltigen Anstieg der gesamten Zinskurve sei, bleibe abzuwarten. Zumindest würden sich die Anzeichen für einen holprigen Erholungspfad verdichten, gepaart mit einer anhaltend hohen Inflationsrate auf der Insel - dies würden die Analysten nicht nur an den harten Fakten festmachen, sondern auch an den oben zitierten Worten von Vize-Premier Nick Clegg und MPC-Stellvertreter Charlie Bean. (09.09.2010/ac/a/m)
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