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Aktiv vs. Passiv: Aktive Investmentfonds bleiben im schwierigen Marktumfeld hinter ihrer Benchmark zurück - Fondsnews


15.04.19 13:00
Lyxor Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Für aktive Fondsmanager war 2018 das schwierigste Jahr seit der Finanzkrise 2008: In einem Umfeld politischer sowie wirtschaftlicher Unsicherheiten, anlageklasseübergreifender Kursrückgänge und Ungewissheiten über die Entwicklung der Zinssätze konnte nur rund jeder vierte aktive Fonds (24 Prozent) eine höhere Performance als seine Benchmark erzielen, so Lyxor Asset Management in der aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Zum Vergleich: 2017 gelang dies noch etwa der Hälfte (48 Prozent), im Zehnjahresdurchschnitt immerhin rund einem Drittel (32 Prozent). Das zeigt die sechste Ausgabe der jährlichen Studie "Analysing active & passive fund performance" von Lyxor Asset Management ("Lyxor"). Trotz dieser ernüchternden Bilanz kommen die Experten zum Fazit, dass Anleger gerade in einem fortgeschrittenen Konjunkturzyklus von der richtigen Balance zwischen Aktiv und Passiv profitieren.

Für die diesjährige Ausgabe hat das Lyxor-Research-Team seine Studie deutlich erweitert und erstmal auch alternative UCITS-Fonds untersucht. Insgesamt hat das Research-Team die Performance von rund 7.000 aktiv gemanagten Fonds mit Sitz in Europa analysiert - das entspricht 32 aktiven Anlageuniversen (28 traditionelle und 4 alternative) und insgesamt 1,6 Billionen Euro an verwaltetem Vermögen.

Aktive Rentenmanager performten am schlechtesten, Hedgefonds sind langfristig besonders erfolgreich

Eine besonders schwache Wertentwicklung wiesen 2018 Fondsmanager aktiver Rentenfonds auf. Denn während immerhin 27 Prozent der aktiven Aktienfonds ihre Benchmarks übertrafen, lag diese Quote auf der Rentenseite bei gerade einmal 18 Prozent. "Die unterdurchschnittliche Wertentwicklung resultiert daher, dass die aktiven Rentenfondsmanager im Verhältnis zu ihren Benchmark-Indices geringere Risiken in ihr Portfolio aufgenommen haben. Darüber hinaus haben sie die Umkehr des Kreditzyklus und die Entwicklung der Zinsspanne nicht hinreichend antizipiert, was ihre kollektive Leistung zusätzlich negativ beeinflusst hat", sagt Jean-Baptiste Berthon, Senior Cross-Asset-Stratege bei Lyxor Asset Management.

2018 war auch für UCITS-konforme "Long/Short-Equity"-Hedgefonds ein schwaches Jahr. Allerdings konnten alternative Fonds ihre Benchmarks insgesamt noch öfter übertreffen als traditionelle, rein aktiv gemanagte "Long-Only"-Aktienfonds. Hedgefonds litten 2018 besonders unter dem Anstieg der Volatilität und dem Einbruch der Aktienmärkte, insbesondere im vierten Quartal. Über einen längeren Beobachtungszeitraum liefern sie jedoch überdurchschnittlich positive Resultate ab: Im Fünfjahresdurchschnitt schlug jeder zweite Hedgefonds (50 Prozent) seine Benchmark.

Die Suche nach Fonds mit überdurchschnittlicher Performance gestaltet sich zunehmend schwieriger

Zudem war es 2018 für Anleger schwerer denn je, in einen der wenigen erfolgreichen aktiven Fonds zu investieren. Denn die insgesamt schwache Performance ging mit unterdurchschnittlichen Performance-Spreads einher. Mit anderen Worten sind die Fondsmanager im relativen Vergleich zueinander weniger Wetten eingegangen als in der Vergangenheit und wiesen daher im Kollektiv eine Underperformance auf. "Der Markt hat 2018 auf Fundamentaldaten phasenweise unter- und überreagiert, was aktiven Fondsmanagern die Arbeit erheblich erschwert hat. Außerdem sank der Anteil der Gewinne aus Unternehmensspezifika nach Gewinnmeldungen auf einen historischen Tiefstand", so Berthon.

Das richtige Anlageinstrument ist ebenso wichtig wie die Portfolioallokation

Die Experten von Lyxor sind davon überzeugt, dass die relative Attraktivität von aktiv und passiv gemanagten Fonds zueinander je nach Phase im Konjunkturzyklus schwankt. "In rezessiven Phasen sollten Anleger vermehrt auf aktiv gemanagte Alternative Investmentfonds und Publikumsfonds setzen. In der frühen Phase des Zyklus hingegen ist Beta die dominierende Performance-Quelle und passive Vehikel sind zu bevorzugen", erklärt Marlene Hassine Konqui, Head of ETF Research bei Lyxor Asset Management, und fügt an: "In der Mitte und im späten Verlauf des Zyklus, die durch eine fragilere Marktrichtung gekennzeichnet sind, profitieren Anleger hingegen von der richtigen Kombination aus Aktiv und Passiv."

Lyxor hat auf Basis dieser Studie ein Tool entwickelt, das regelmäßige Updates zum wahrscheinlichen Marktumfeld für passive und aktive Anlagestile in der Vermögensverwaltung bietet. Das Tool unterstützt Anleger dabei zu entscheiden, ob sie - abhängig von den vorherrschenden Marktbedingungen und der Konjunkturphase - eher in passive oder aktive Investmentfonds investieren sollten. Es ist das erste seiner Art, das von einem Vermögensverwalter entwickelt wurde, und basiert auf der Analyse von verschiedenen Einflussfaktoren, die nach Meinung der Lyxor-Experten in sämtlichen Marktumgebungen am relevantesten sind. Das Research-Team bewertet diese Faktoren anhand von Tausenden von makroökonomischen und marktbezogenen Datenpunkten und übersetzt diese in Bewertungen für den jeweiligen Managementstil und über geografische Regionen hinweg. (15.04.2019/fc/n/s)