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Die 5 größten Börsenskandale der letzten 20 Jahre


30.07.20 16:00
fondscheck.de

Bad Marienberg (www.fondscheck.de) - Mit den Ereignissen rund um das Zahlungsdienstleistungsunternehmen Wirecard reiht sich ein weiterer Eklat in die größten Börsenskandale der letzten Jahre ein. Bei diesen Affären waren oft Milliardenbeträge im Spiel. Steuerbetrug, Bilanzfälschung, Spekulationsgeschäfte oder Fehlbuchungen waren in diesen Skandalen häufig die Auslöser für große Verluste bei Anlegern und für den Vertrauensverlust in die Unternehmen.

Nicht selten waren es Einzelpersonen, die ihre Finger im Spiel hatten und gehofft haben, mit ihren Betrügereien durchzukommen. Es wäre wohl gar nicht erst soweit gekommen, hätten sie auf ehrliche Art und Weise versucht, ihr Vermögen zu verdienen, wie zum Beispiel in stabile Fonds und aussichtsreiche Aktien zu investieren. Hätten sie ihr Streben nach Gewinn zum Anreiz genommen und die besten PayPal Casinos mit alternativen Zahlungsmethoden ausprobiert oder ihr Glück auf andere Weise herausgefordert, wäre ein solcher Schade sicher nicht entstanden. Nun stehen sie aber in den Geschichtsbüchern und im Juni 2020 ist mit Wirecard ein weiterer großer Skandal hinzugekommen, der eventuell sogar verfilmt werden soll.

1. Wirecard, 2020


Schon längere Zeit gab es Unklarheiten bei den Bilanzen des Unternehmens und im Juni 2020 wurde es dann auch offiziell eingeräumt: 1,9 Milliarden Euro, die in der Bilanz ausgewiesen sind, sind nicht da. Die Wirtschaftsprüfer Ernst & Young hatten verweigert, die Bilanz des Konzerns abzusegnen und brachten so den Ball ins Rollen. Wenige Tage nach den ersten Ereignissen meldete Wirecard dann Ende Juni Insolvenz an. Die Aktie fiel darauf um rund 99 Prozent ihres Wertes im Vergleich zum Höchststand innerhalb des letzten Jahres. Zahlreiche Vorstandsmitglieder des Zahlungsdienstleisters sind wegen Marktmanipulation angeklagt und mehrere Menschen wurden festgenommen.

2. Enron, 2001


Die Skandalgeschichte rund um das Energieunternehmen Enron war nicht minder spektakulär als der Fall "Wirecard". 30 Milliarden Dollar Schulden versteckte die US-amerikanische Firma in einem weitverzweigten Netz zahlreicher Tochterunternehmen und fälschte ebenfalls die Bilanz im großen Stil. Nicht nur, dass Enron bankrott ging und die Insolvenz, als eine der größten Firmenpleiten in die US-Geschichte einging - auch das Geld für die Betriebsrenten der Mitarbeiter ist draufgegangen. Bis zu 40 Milliarden US-Dollar Schulden hinterließ die Firma. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Ausmaß des Börsenskandals beispiellos.

Bild: Pixabay

3. WorldCom, 2002


Der US-Telekommunikationskonzern WorldCom hat rund 11 Milliarden Dollar unterschlagen, was zusammen mit dem Skandal rund um Enron dafür sorgte, dass die Finanzbranche in den USA seitdem strenger reguliert wird. Schon vorher hat sich WorldCom-Chef Bernie Ebbers, dessen Name untrennbar mit diesem Skandal verbunden ist, Geld vom Unternehmen geliehen und versucht, durch eigene Aktien Verluste abzudecken. Das Unternehmen brach zusammen und über 20.000 Mitarbeiter verloren ihren Job und ihre Rentenansprüche.

4. JPMorgan Chase, 2012


Die US-amerikanische Großbank JPMorgan Chase hat auf Kreditausfall-Versicherungen spekuliert und dabei rund 4,4 Milliarden US-Dollar gehimmelt. Innerhalb von sechs Wochen hat sich dieser Skandal ereignet und die Aktie fiel ins Bodenlose. Die Bank musste Strafen für ihre Spekulationsverluste bezahlen und hat ihr Vertrauen bei den Anlegern verspielt. Im Gegensatz zu vielen anderen Skandalunternehmen, die nach Bekanntwerden ihrer Vergehen, zusammengebrochen sind, existiert JPMorgan Chase bis heute und hat sich von dem Vorfall wieder erholt. Für die Aktie ging es seitdem konstant bergauf und erst die weltweite Corona-Krise hat den Aufschwung wieder gedämpft.

Bild: Pixabay

5. Société Générale, 2008


Jérôme Kerviel, Mitarbeiter der Bank Société Générale, spekulierte auf steigende Kurse an der Börse und kostete seinen Arbeitgeber so über die Jahre rund 5 Milliarden Euro. Ohne Absprache baute er Handelspositionen im hohen Milliardenbereich aus und versuchte durch gefälschte Buchungen seine Missetaten zu verschleiern. Er wurde verurteilt, kam nach wenigen Monaten aber wieder auf freien Fuß und musste letztlich nur 1 Million Euro statt 4,9 Milliarden Euro Schadensersatz an seinen alten Arbeitgeber zurückzahlen. Über sein Vorgehen sowie die Bank schrieb er ein Enthüllungsbuch, das für viel Aufmerksamkeit sorgte. In Frankreich sah man ihn eher als Opfer denn als Täter an und feierte ihn sogar als Antihelden, da er die elitäre Bankenszene vorgeführt hat. (30.07.2020/fc/n/s)