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Vermögensverwalter: Viele Themen-ETFs taugen nichts - ETF-News


09.10.20 11:45
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Anleger, die per Indexfonds auf Megatrends setzen wollen, sollten genau hinsehen, rät Frank Wieser, Geschäftsführer von PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf, so die Experten von "FONDS professionell".

"Themen sind das Salz in der Suppe. Allerdings sind viele Themen dem Marketing der großen Fondsgesellschaften geschuldet", sage er. Nicht alles, was als Trend verkauft werde, sei tatsächlich einer. Überdies sei die Einteilung branchenübergreifender Entwicklungen in mundgerechte Themen mitunter fragwürdig. "Wer kann als normaler Anleger schon sagen, ob ein ETF auf Blockchain-Technologie sich besser entwickelt als ein ETF, der die Digitalisierung im Fokus hat", gebe Wieser zu bedenken. Dieser Kritikpunkt treffe freilich auch auf aktive Fonds zu.

Rein passive Produkte würden sich generell nicht gut für Themeninvestments eignen, sei der Vermögensverwalter überzeugt. "Am sinnvollsten ist die Abbildung von Themen in aktiv gemanagten Fonds oder zumindest in hybriden ETFs", sage er. Würden Fonds nur passiv einen Index abbilden, könnten Anleger kaum beurteilen, wann ein Trend breche und welches neue Thema vielversprechend sei, argumentiere Wieser. Bei hybriden ETFs werde der zugrundeliegende Index immerhin mehrmals im Jahr überprüft und angepasst. "So findet zumindest ansatzweise ein aktives Management statt", sage der Experte.

Wieser selbst habe als dominierendes Thema der kommenden Jahre Nachhaltigkeit und die daraus abgeleiteten Unterthemen ausgemacht. "Sauberes Wasser für alle, gesunde fleischlose Ernährung und E-Mobilität dürften im Vordergrund stehen", prognostiziere er. Auch Green Bonds würden in der Anlagewelt wohl eine immer größere Rolle spielen. Grüne Anleihen würden den Zeitgeist treffen, und Investoren seien zunehmend bereit, die Papiere tatsächlich zu kaufen, sage der Vermögensprofi. "Der 'Green Deal' der Europäischen Union sorgt für entsprechenden Rückenwind." (09.10.2020/fc/n/e)