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Die Veränderung der österreichischen Fondsbranche - Fondsnews


10.02.20 11:00
e-fundresearch.com

Wien (www.fondscheck.de) - Die Zeiten, in denen es sich jede österreichische Fondsgesellschaft leisten wollte (beziehungsweise konnte), einen US- oder Asien-Aktienfonds selbst von Österreich aus zu managen, gehören zunehmend der Vergangenheit an und ob des zunehmenden nationalen wie internationalen Kostendrucks auch durchaus verständlich, berichten die Experten von "e-fundresearch.com".

Spätestens seit dem sich internationale Größen, wie Amundi (im Falle von Bawag PSK Invest und später Pioneer) oder Union Investment (im Falle der Volksbank Invest) am österreichischen Markt breit gemacht hätten, sei offensichtlich geworden, wie viel Potenzial am österreichischen Markt durch Produktpalettenkonsolidierung oder der gänzlichen Verlagerung von Produktion (also Fondsmanagement) in die ausländische Zentrale gehoben werden könne.

Als Resultat habe sich der österreichische Markt immer mehr weg von einem Produktionsstandort und hin zu einem Absatzmarkt für ausländische Fondsgesellschaften entwickelt. Wie sich diese Entwicklung in Zahlen ausdrücken lasse? Noch Ende 1999 seien auf jeden in Österreich domizilierten Fonds im Schnitt nur 1,45 weitere "ausländische" Fonds mit Vertriebszulassung für den österreichischen Markt gekommen. 20 Jahre später - also Ende 2019 - würden auf jeden Austro-Fonds durchschnittlich 4,59 "Ausländer" entfallen.

Trotz des signifikanten Rückgangs der Fondsanzahl am österreichischen Domizil könnten sich österreichische Fondsselektoren über mangelnde Auswahl also definitiv nicht beschweren: Insgesamt stünden per Ende 2019 10.786 in- und ausländische Fonds zu Verfügung.

Sei die abnehmende Fondsanzahl am österreichischen Domizil nun negativ zu interpretieren? Freilich sei es um die Arbeitsplätze, die im Zuge der Konsolidierungsmaßnahmen weggefallen würden oder nach Paris, London, Frankfurt & Co. verlegt worden seien schade. Angesichts der Tatsache, dass viele der Produkte aber ohnehin nie eine kritische Größe erreicht hätten und demnach wenig rentabel gewesen seien, dürfte diese Entwicklung nur für wenige Marktteilnehmer tatsächlich überraschend gewesen sein.

So manche österreichische Gesellschaft habe aber bereits früh erkannt, dass diese Entwicklung auch eine große Chance darstellen könne. Mit dem Fokus auf glaubwürdige Spezialisierungsthemen (beispielsweise im Bereich von Ethik- und Nachhaltigkeitsinvestments) könne man sich nämlich nicht nur im eigenen Vertriebsnetzwerk profilieren, auch gänzlich neue Märkte würden sich dadurch besser erschließen lassen. (News vom 07.02.2020) (10.02.2020/fc/n/s)