Starmanager Rathausky: Echte Disruption muss nicht teuer sein - Fondsnews


03.02.20 12:15
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der Vorstand und Mitgründer der Fondsboutique Gané, Uwe Rathausky, sucht nach disruptiven Geschäftsmodellen, so die Experten von "FONDS professionell".

Auf dem FONDS professionell KONGRESS in Mannheim erkläre er, warum er Trends wie E-Scooter nicht dazu zähle.

Uwe Rathausky setze auf Disruption. Auf der Aktienseite suche der Vorstand und Mitgründer der Fondsboutique Gané für seinen 4,1 Milliarden Euro schweren globalen Mischfonds Acatis Gané Value Event nach disruptiven Geschäftsmodellen, die diesen Namen wirklich verdienen würden. Und solche Geschäftsmodelle finde er in erster Linie in den USA. Anders als viele Investoren halte er den US-Markt derzeit auch nicht für überteuert, habe Rathausky bei seinem Vortrag auf dem 19. FONDS professionell KONGRESS in Mannheim gesagt.

"Was uns derzeit allerdings Sorge bereitet, ist die globale Verschuldung", erkläre Rathausky. Diese sei auch als Anzeichen dafür zu werten, dass Kapital "im System falsch allokiert wird". So seien allein 2019 etwa 215 Milliarden US-Dollar (194 Milliarden Euro) in den Bereich Venture Capital geflossen, obwohl hinter vielen, oft als disruptiv bezeichneten Geschäftsmodellen gar keine echten Innovationen stünden.

"Ich warne vor einer Wachstums- und Disruptionsphilosophie, die gar nicht besteht", so Rathausky. So manche wacklige Wachstumsstory könnte durch sehr viel Geld überhaupt erst angeschoben werden. Dazu zähle der Investment-Profi unter anderem Geschäftsmodelle, die nur über intensives "Werbe-Doping" Interesse beim Kunden erzeugen könnten, wie es etwa bei Home 24, einem Online-Versandhändler für Möbel und Gartenmöbel, der Fall gewesen sei. Die Aktie des Unternehmens notiere aktuell deutlich unter ihrem Niveau beim Börsengang im Jahr 2018.

Vorsicht sei auch bei allen Hypes geboten, die an das "grüne Gewissen" der Konsumenten appellierten. "Hersteller von E-Scootern zum Beispiel haben oft eine katastrophale Öko-Bilanz, auch wenn sie als nachhaltig erachtet werden", sage Rathausky. Kritisch zu hinterfragen seien außerdem Start-ups mit Milliardenbewertungen, die nur durch vorgelagerte Kapitalrunden zustande gekommen seien.

Echte Disruption sei für den Gané-Vorstand hingegen etwas anderes: Geschäftsmodelle, die es schaffen würden, Individualität zu skalieren. "Wir sind auf der Suche nach Unternehmen und Plattformen, die Konsumenten eine 'personalisierte Erleichterung von der Stange' bieten können", erläutere Rathausky. Als Beispiel nenne er auf seinem Vortrag in Mannheim das Karrierenetzwerk Linkedin. "Hier hat der Nutzer die vorgegebenen Tools, mit denen er aber ganz individuell sein persönliches Profil erstellen kann", so Rathausky.

Auch der auf künstlicher Intelligenz basierende Sprachassistent von Amazon "Alexa" oder der Musik-Streamingdienst Apple Music würden für ihn unter echte Disruption fallen. "Für Apple ist der Aufwand relativ gering, aber als Nutzer kann ich mich mit 50 Millionen Musiktiteln individuell austoben", sage Rathausky. Dabei müssten es für ihn gar nicht immer nur digitale Geschäftsmodelle sein. "Public Storage beispielsweise, ein Anbieter von Selbstlagerungszentren, bietet mittlerweile weltweit 2.500 modulare Multifunktionslager, die individuell gestaltet werden können", berichte der Fondsmanager.

Gerade viele Investoren, die wie er auf Value setzen, würden solche Unternehmen meiden, weil sie oft zu teuer erschienen, so die Experten von "FONDS professionell". Da die skalierbaren Geschäftsmodelle aber dafür gesorgt hätten, dass Herstellungskosten und betriebliche Aufwendungen nur unterdurchschnittlich steigen würden, hätten sich die Ertragskraft, EBIT und EBIT-Marge innerhalb weniger Jahre stark erhöht. "So betrachtet erscheinen diese Geschäftsmodelle dann auf einmal als günstig", sage Rathausky.

Auf der Anleihenseite seien Rathausky und sein Kollege Henrik Muhle wegen Negativzinsen, massiv nachlassender Kreditqualität und einer zunehmenden Aushöhlung der Gläubigerrechte in den Prospekten im "Risk-off-Modus". "In unserem globalen Mischfonds sind wir derzeit mit 13 Prozent positioniert", habe Rathausky verraten. Ein Großteil davon seien reine Geldmarktersatzpapiere, da er und Muhle Liquidität vorhalten möchten. (03.02.2020/fc/n/s)





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