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Sortiments-Check: Flossbach von Storch purzelt aus Tabellenspitze - Fondsnews


03.05.22 14:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Im Sommer 2021 galt der Vermögensverwalter aus Köln noch als "Goldstandard" für alle Herausforderer aus dem Lager der mittelständischen Vermögensverwalter, so die Experten von "FONDS professionell".

Im aktuellen Sortiments-Check von Scope seien andere Anbieter an Flossbach von Storch spurtstark vorbeigezogen.

Wer sei der beste Asset Manager im Land? Diese Frage würden sich viele Anleger und auch die sie betreuenden Berater stellen. Eine näherungsweise Antwort gebe die Zahl der Spitzenfonds, die eine Gesellschaft feilbiete - und genauso gehe auch die Ratingagentur Scope vor. Je mehr Portfolios mit einer quantitativ ermittelten Top-Note von "A" oder "B" auf einer Skala von "A" bis "E" eine Gesellschaft im Sortiment habe, desto besser falle ihr Gesamtrating aus.

In der Leistungsschau für das erste Quartal 2022 habe sich bei den kleineren Häusern ein bekannter Name aus der Spitzengruppe verabschiedet: Flossbach von Storch. Der Kölner Vermögensverwalter komme nur noch auf eine auf die Produktpalette bezogene Top-Rating-Quote von 61,5 Prozent. Das bedeute laut Scope-Analyst André Härtl den geteilten neun Platz mit Barings. Zum Vergleich: Vor drei Monaten sei Flossbach von Storch noch auf dem dritten Rang gelandet, im vergangenen Sommer habe das Haus sogar noch ganz oben gethront.

Dagegen habe sich auf den beiden ersten Plätzen der Fondsboutiquen im Vergleich zur Auswertung von vor drei Monaten wenig getan. Die höchste Top-Rating-Quote unter den kleineren Gesellschaften mit acht bis 24 von Scope bewerteten Fonds habe weiterhin PGIM inne. Auf Platz 2 folge Berenberg: Das Hamburger Haus habe seine Quote noch einmal leicht um 2,4 Prozentpunkte auf 82,4 Prozent steigern können. Einen weiten Sprung nach vorne habe die neue Nummer 3 unter den kleinen Asset Managern gemacht: Die US-Gesellschaft Northern Trust komme Ende März auf eine Top-Rating-Quote von knapp 73 Prozent. Vor drei Monaten habe diese nur bei 50 Prozent gelegen.

Übrigens: Dass Fonds-Riesen wie PGIM oder Barings als kleine Gesellschaften eingruppiert würden, habe mit ihrem Produktangebot zu tun: "Die Zahl der in Deutschland offerierten Fonds mit einer Historie von mindestens fünf Jahren ist überschaubar, sodass nur wenige Portfolios von Scope bewertet sind und damit in die Auswertung einfließen", erläutere Härtl.



Bei den großen Gesellschaften dagegen gebe es einen neuen Spitzenreiter: 64 Prozent der Portfolios von Wellington Management würden nun über ein "A" oder ein "B" verfügen - das bedeute Platz 1. "Grundlage des Erfolgs die guten Beurteilungen der Aktienfonds. Zwei Drittel der von Scope bewerteten Portfolios tragen die Note A oder B. Aber auch bei festverzinslichen Wertpapieren macht Wellington eine gute Figur. Rund 56 Prozent der Rentenfonds haben auch ein Top-Rating", wisse Scope-Analyst Härtl.

Auf Platz 2 habe sich Vanguard vorgearbeitet. Der Spezialist für passive Fonds komme auf eine Top-Rating-Quote von 59 Prozent. Beim Asset-Manager-Ranking vor drei Monaten habe die Gesellschaft noch auf Rang 7 mit einem Anteil überdurchschnittlich guter Fonds von 53 Prozent gelegen. Vervollständigt werde das Spitzentrio von Fidelity. "Besonders überzeugend ist die Leistung des Anbieters im Bereich Anleihen. Fast 78 Prozent der von Scope bewerteten Rentenfonds von Fidelity tragen ein A- oder B-Rating", so Härtl.

In der neuesten Auswertung seien wiederholt zwei namhafte deutsche Vermögensverwalter vertreten: Deka und Union Investment. Der Asset Manager der Sparkassengruppe lande immerhin auf dem vierten Platz - mit einem Anteil von 54,6 Prozent an Top-Fonds. Der genossenschaftliche Vermögensverwalter Union Investment habe noch den zehnten Platz erreicht: Knapp die Hälfte (48,8%) seiner Produkte würden ein "A" oder "B" als Note tragen.

(News vom 02.05.2022) (03.05.2022/fc/n/s)