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So wuchs Amundi zu Europas Fondsriesen heran - Fondsnews


12.02.20 10:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die französische Fondsgesellschaft Amundi hat im abgelaufenen Jahr frisches Geld von Anlegern angezogen, so die Experten von "FONDS professionell".

Der Anbieter melde für 2019 ein Nettomittelaufkommen von 107,7 Milliarden Euro - den höchsten Zufluss seit der Gründung. Zum Vergleich: Deutschlands gesamte Asset-Management-Branche habe 2019 mit offenen Fonds 120,2 Milliarden Euro eingesammelt.

Ein erheblicher Teil des neuen Amundi-Geldes entfalle auf zwei neue institutionelle Mandate eines Joint Ventures in Indien. Das verwaltete Vermögen des Pariser Asset Managers sei damit auf 1,65 Billionen Euro geklettert.

Zudem habe das Haus den Gewinn um mehr als zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 959 Millionen Euro gesteigert. "Die exzellenten Ergebnisse wurden durch ein reges Geschäft sowie durch die verbesserte Effizienz getrieben", kommentiere Amundi-Vorstandschef Yves Perrier die Jahreszahlen.

Zudem habe er angekündigt, eine Partnerschaft mit der Bank of China knüpfen zu wollen. Zusammen wolle man ein Gemeinschaftsunternehmen in der Volksrepublik gründen. Zahlreiche westliche Asset Manager wollten in den wachsenden chinesischen Absatzmarkt vordringen. Die Regierung habe den Zugang zu dem einst geschlossenen Markt schrittweise geöffnet. Amundi unterhalte bereits ein Joint Venture mit der Agricultural Bank of China.

Anfang des Jahres hätten die Franzosen zudem eine Partnerschaft mit der spanischen Bank Sabadell geschlossen. Amundi wolle zudem für 430 Millionen Euro die Asset-Management-Einheit des Instituts übernehmen. Von der Vertriebskooperation mit den Spaniern, die für einen Zeitraum von zehn Jahre geschlossen worden sei, erhoffe sich Perrier weitere Mittelzuflüsse.

Yves Perrier, Amundi: "Die exzellenten Ergebnisse wurden durch ein reges Geschäft sowie durch die verbesserte Effizienz getrieben."

Im Jahr 2010 als gemeinsame Asset-Management-Tochter der französischen Großbanken Société Générale und Crédit Agricole gegründet, habe sich Amundi zum größten aus Europa stammenden Fondsanbieter entwickelt. Ein wichtiger Schritt dabei sei der Kauf von Pioneer Investments von der Unicredit gewesen.

2019 seien vor allem in die Anleihefonds der Franzosen frisches Geld geflossen. Aber auch alternative Investments seien gefragt gewesen.

Das meiste Geld betreue Amundi nach wie vor im Heimatmarkt Frankreich. Für die einstigen Mutterkonzerne Crédit Agricole und Société Générale verwaltete Mittel würden noch schwer wiegen. Im vergangenen Jahr sei Amundi zudem stark in Asien gewachsen. Ein Joint Venture in Indien habe zwei große institutionelle Mandate gewonnen. Weiterhin wichtig sei das einstige Pioneer-Standbein Italien.

Der französische Fondsriese steigere stetig das operative Ergebnis wie auch den Reingewinn. Das adjustierte Aufwand-Ertragsverhältnis hätten die Franzosen auf 50,9 Prozent verbessert - ein überaus guter Wert für einen Vollsortimenter. (12.02.2020/fc/n/s)