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Ratingagenturen: BVI und GDV setzen sich bei EU-Kommission für schärfere Regeln ein - Fondsnews


07.09.20 12:00
BVI

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der deutsche Fondsverband BVI und der Versicherungsverband GDV appellieren gemeinsam an die EU-Kommission, die amerikanischen Ratingagenturen in der Preisgestaltung von Ratingdaten stärker zu regulieren und schärfer zu überwachen, berichten die Experten vom BVI.

"Die großen US-Ratingagenturen nutzen ihre marktbeherrschende Stellung für ihre Preisgestaltung aus, aber der EU-Wertpapierbehörde ESMA fehlt es an regulatorischer Handhabe, diesen missbräuchlichen Nutzungslizenz- und Gebührenforderungen ein Ende zu setzen. Den Schaden haben die Anleger. Das kann so nicht weitergehen", sage BVI-Hauptgeschäftsführer, Thomas Richter.

Der BVI und der GDV hätten der EU-Kommission eine Verschärfung der Ratingagentur-Verordnung vorgeschlagen (Credit Rating Agency Regulation, kurz CRA). Konkret würden sie vorschlagen, die Ratinganbieter zu mehr Preis- und Kostentransparenz zu verpflichten, analog den Regeln für Börsen unter MiFID II. Zusätzlich müsse sichergestellt werden, dass sämtliche Datenanbieter in einem Ratingkonzern von der CRA-Regulierung erfasst würden. Das sei derzeit nicht der Fall. Als dritte Maßnahme würden der BVI und der GDV für eine Stärkung der Aufsichtskompetenz der ESMA in diesem Bereich plädieren. Europäische Fondsmanager, Versicherer und institutionelle Anleger seien nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Regulierung auf den Bezug von Ratinginformationen und -daten angewiesen. Sie würden die Daten u.a. für das Portfolio- und Risikomanagement, für Compliance- und Rechnungslegungszwecke und für das regulatorische Meldewesen benötigen.

Der gemeinsame Brief stehe für den gemeinsamen Kampf der institutionellen Anleger und der Asset Manager für angemessene Konditionen beim Bezug von Finanzmarktdaten aller Art. Denn die Daten würden zunehmend zum Wettbewerbsfaktor für europäische Asset Manager. Die gesamte Marktdateninfrastruktur sei dabei von Monopolen und Oligopolen geprägt. Einer Aussage der ESMA zufolge hätten sich die Lizenzkosten für Marktdaten an europäischen Börsen seit 2017 um rund 400 Prozent verteuert. (07.09.2020/fc/n/s)