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Professionelle Anleger erwarten starkes ETF-Wachstum vor allem für aktive Strategien und nachhaltige ETFs


14.09.20 14:16
J.P. Morgan Asset Management

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Das Wachstum von ETFs wird weiter anhalten - aber es wird stärker durch Nachfrage nach aktiver Vermögensverwaltung und nachhaltigen Strategien getrieben, so die Experten von J.P. Morgan Asset Management.

So sollten bis zum Jahr 2023 rund 40 Prozent aller in ETFs investierten Gelder in aktiv verwalteten oder Smart-Beta-ETFs gehalten werden. Davon seien die Befragten der zweiten jährlichen "Globalen ETF-Studie" von J.P. Morgan Asset Management überzeugt. Die Befragung gehöre mit 320 professionellen Anlegern rund um den Globus zu den umfassendsten ihrer Art. Neben unabhängigen Vermögensverwaltern (24 Prozent) und treuhänderischen Fondsmanagern (23 Prozent) sowie unabhängigen Anlageberatern (21 Prozent) seien auch Privatbanken (17 Prozent), Dachfonds (6 Prozent) und Versicherungsgesellschaften (6 Prozent) befragt worden. Dies ermögliche eine valide Momentaufnahme der Einstellung globaler Anleger zu ETFs.

Die Befragten, die bereits regelmäßig ETFs nutzen würden, würden davon ausgehen, dass die ETF-Allokation ihrer Kunden in rein passiven Produkten in den nächsten drei Jahren auf 61 Prozent sinken werde, während der Anteil der Vermögenswerte in aktiv verwalteten und Smart-Beta-ETFs zukünftig erheblich wachsen sollte. Dabei würden sich interessante regionale Unterschiede zeigen: Während Befragte aus der Region Asien-Pazifik (APAC) erwarten würden, dass sich vor allem aktiv verwaltete ETFs in den nächsten Jahren rasch durchsetzen würden, seien die Befragten in den USA, Lateinamerika und der EMEA-Region der Meinung, dass Smart-Beta-Produkte deutlich schneller wachsen würden.

Als die wichtigsten Vorteile von ETFs würden von den Befragten weltweit Kosteneffizienz, einfacher Handel und Liquidität, Diversifikation und Risikomanagement genannt. Darüber würden aktiv verwaltete ETFs zunehmend als Instrument zur Generierung von Alpha oder als Mittel zur Erreichung spezifischer Anlageziele gelten, wie zum Beispiel nachhaltiges Investieren. Ein aktiver oder Smart-Beta-Ansatz habe darüber hinaus das Potenzial, die langfristigen Renditen zu steigern und die Risiken von passiven Indexfonds zu mindern.

Die Befragung zeige auch, dass viele Anleger derzeit ihr regionales Engagement in Schwellenländern und besonders China erhöhen würden. Zudem fänden sie interessante Möglichkeiten bei festverzinslichen Wertpapieren unter Schwellenländer-, Hochzins- und Unternehmensanleihen. Schwellenländeraktien würden Investoren ein starkes langfristiges Wachstumspotenzial bieten, während Schwellenländeranleihen, Hochzinsanleihen und Unternehmensanleihen gegenüber traditionellen Anleihen aus Industrieländern mit hoher Bonitätsbewertung attraktive Verzinsungen bieten würden. Bei den Allokationsverlagerungen gelte der Vorzug Strategien, mit denen sich die mit marktkapitalisierungsgewichteten Indices einhergehenden Risiken herausfiltern oder mithilfe interner Analysen Schwerpunkte auf Unternehmen und Emittenten von höchster Qualität legen lassen würden.

ETFs mit dem Schwerpunkt ESG (kurz für Environmental, Social und Government als Bestandteile nachhaltigen Investierens) und thematische ETFs würden als wichtige Wachstumstreiber für die nahe Zukunft gelten. Weltweit prognostiziere mit 59 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten ein starkes Wachstum der ESG-ETFs bis 2023. Der Trend sei in EMEA und APAC am stärksten ausgeprägt. US-Investoren seien weniger begeistert, was möglicherweise auf die Skepsis gegenüber nachhaltigen Investments allgemein und einer vermeintlich negativen Auswirkung auf die Rendite zurückzuführen sei. Da die Beliebtheit von ESG-Anlagen branchenweit zunehme, möchten viele Anleger nach eigenen Angaben in ESG-ETFs investieren, um ihre Anlagen mit ihren Werten und Überzeugungen in Einklang zu bringen. ESG-ETFs würden bei 72 Prozent der Befragten in der EMEA-Region, 70 Prozent in APAC sowie 68 Prozent in Lateinamerika als starke Wachstumskandidaten gelten.

Die Befragten hätten eine Vielzahl von Faktoren für das gestiegene Kundeninteresse genannt: Zunehmende Besorgnis über den Klimawandel, die verstärkte Wahrnehmung, dass die Berücksichtigung von ESG-Kriterien das Risikomanagement verbessern und die risikobereinigten Renditen steigern könne, sowie die Vorliebe jüngerer Anleger für einen wertebasierten Ansatz bei Geldanlagen. Das Interesse an ESG-Anlagen könne auch das zukünftige Wachstum aktiv verwalteter ETFs fördern, da diese Strukturen für solche nachhaltigen Anlagestrategien besonders gut geeignet seien.

"Wir stellen fest, dass sich die Einschätzung sowie die Art und Weise, wie professionelle Anleger ETFs in Portfolios einsetzen, deutlich verändern. Die Anleger entdecken mehr und mehr die verschiedenen Optionen und sind zunehmend daran interessiert, ETFs über passive Strategien hinaus diversifizierter einzusetzen. So zeigt zum Beispiel das aktuelle und erwartete Wachstum von nachhaltigen sowie aktiv verwalteten ETFs, dass diese Strategien in den Portfolios zukünftig eine größere Rolle spielen sollten", erläutere Jed Laskowitz, Global Head of Asset Management Solutions bei J.P. Morgan Asset Management.

Ivan Durdevic, Head of ETF Distribution für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei J.P. Morgan Asset Management, ergänze: "ETFs werden zunehmend als Instrumente wahrgenommen, die dazu beitragen können, verschiedene Anlageziele zu erreichen. Als kosteneffiziente, flexible Anlageinstrumente werden sie für eine wachsende Anzahl von Anlagestilen und Vermögenswerten eingesetzt." (14.09.2020/fc/n/e)