Offene Immobilienfonds: Netto-Mietrenditen sinken - Wertänderungsrenditen steigen - Fondsnews


11.09.18 14:00
Scope Analysis

Berlin (www.fondscheck.de) - Die durchschnittlichen Renditen offener Immobilienfonds liegen seit fünf Jahren in einem Korridor zwischen 2,6% und 3,0%, so die Experten von Scope Analysis.

Der kontinuierliche Rückgang der Netto-Mietrenditen werde durch moderat steigende Wertänderungsrenditen ausgeglichen.

Scope habe die Renditekomponenten von 14 offenen Immobilienpublikumsfonds für Privatanleger untersucht. Das Ergebnis: Im vergangenen Jahr hätten die Fonds eine durchschnittliche Netto-Mietrendite in Höhe von 4,0% erwirtschaften können. Die durchschnittliche Wertänderungsrendite habe sich 2017 auf 1,4% belaufen. In Summe und nach Abzug von Steuern sowie Aufwendungen für Fremdkapital habe das durchschnittliche Gesamtergebnis der untersuchten Immobilienportfolios 4,8% betragen.

Die Immobilienportfolios würden derzeit im Durchschnitt rund 80% der Fondsvermögen ausmachen. Rund 20% der Fondsvermögen sei Liquidität - überwiegend in Form von Bankeinlagen oder Geldmarktpapieren. Da die durchschnittliche Verzinsung der Liquidität im vergangenen Jahr bei lediglich 0,6% gelegen habe, drücke sie die Gesamtperformance der Fonds auf durchschnittlich 3,8%. Nach Abzug der Fondskosten sei Anlegern der untersuchten 14 Immobilienfonds im vergangenen Jahr eine Rendite von durchschnittlich 2,7% geblieben - im Vergleich zu den Vorjahren sei das nahezu keine Veränderung.

Der durchschnittliche Nettoertrag, den offene Fonds aus ihren Bestandsobjekten heraus erwirtschaften würden, sinke seit 2013 kontinuierlich - von damals 4,8% auf 4,0% im Jahr 2017. Der Hauptgrund für den sukzessiven Rückgang der Netto-Mietrenditen sei das gestiegene Preisniveau für den Ankauf neuer Objekte.

Das Spektrum der Netto-Mietrenditen habe sich 2017 zwischen 3,2% und 5,3% bewegt. Der grundbesitz Fokus Deutschland habe dabei die höchste Netto-Mietrendite aufgewiesen.

Nachdem die Wertänderungsrenditen in den Jahren nach der Finanzkrise über mehrere Jahre negativ gewesen seien, seien sie seit 2014 wieder moderat positiv. Im Jahr 2017 habe sich die positive Entwicklung fortgesetzt. Die Immobilienportfolios hätten im vergangenen Jahr durchschnittlich um 1,4% aufgewertet. Zum Vergleich: 2016 seien es noch 1,0% gewesen.

Die globale Verteuerung von Immobilien finde sukzessive Niederschlag in den Wertänderungen der Portfolios. Seit 2015 würden die Wertänderungsrenditen kontinuierlich ansteigen. Die Zunahme erfolge jedoch in deutlich geringerem Tempo als der globale Preisanstieg auf den Immobilienmärkten.

Nach Ansicht von Scope würden sich die in diesem Report aufgezeigten Trends auch 2018 fortsetzen. Der Druck auf die Netto-Mietrenditen werde sich - wenn auch abgeschwächt - fortsetzen. Parallel würden Objekte im Bestand in der Tendenz aufgewertet. Steigende Wertänderungsrenditen würden den Rückgang der Nettomietrenditen ausgleichen. Die Gesamtperformance der offenen Immobilienfonds bleibe stabil. (11.09.2018/fc/n/s)





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