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Neues Feindbild: Aktivisten stürmen BlackRock-Büros


11.02.20 11:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Nach dem Industrieriesen Siemens hat der Protest von Klimaschützern nun auch den Asset-Management-Giganten BlackRock getroffen: Am gestrigen Montag (10. Februar) drangen Umweltaktivisten in die Pariser Zentrale des Vermögensverwalters ein, blockierten den Haupteingang und malten Parolen wie "Ich will leben" an die Wände, so die Experten von "FONDS professionell".

Ein Großaufgebot der Polizei habe die Straße im Zentrum der französischen Hauptstadt abgeriegelt. Am Nachmittag seien die Protestler friedlich weiter gezogen. Die Polizei habe laut Medienberichten 17 Personen festgenommen, darunter auch Minderjährige.

Auf den ersten Blick überrasche die Aktion, sei doch ausgerechnet BlackRocks Chef Larry Fink kürzlich auf einen umweltfreundlicheren Kurs umgeschwenkt. In einem offenen Brief habe er angekündigt, sukzessive nicht mehr in Kohleprojekte investieren zu wollen, und an Unternehmenslenker appelliert, eine klimafreundlichere Politik zu verfolgen. Mit dieser Forderung sei BlackRock allerdings deutlich später dran als andere große Vermögensverwalter wie PIMCO oder Standard Life Aberdeen, urteile das "Handelsblatt". Den Aktivisten scheinen Finks Lippenbekenntnisse nicht auszureichen, so die Experten von "FONDS professionell".

Auf den zweiten Blick habe die Hausbesetzung in Paris indes gar nicht so sehr den Klimaschutz als Hintergrund, sondern die anhaltenden Proteste gegen Emmanuel Macrons Rentenreform gehabt, berichte "Spiegel online". Das französische Rentensystem sei Stückwerk, Frankreichs Präsident wolle es vereinheitlichen und an einigen Stellen die Axt ansetzen. Klappe das, würden Ruheständler in mehreren Branchen schlechter gestellt sein als bisher.

BlackRock sei für Gegner der Rentenreform zum Feindbild avanciert. Sie würden glauben, dass der weltgrößte Vermögensverwalter von Macrons Reform profitieren würde und deshalb Einfluss auf den Präsidenten genommen habe. BlackRock bestreite das. Aktivisten von "Youth for Climate France" hätten erklärt, sie hätten mit der Hausbesetzung sowohl gegen BlackRocks Investitionen in umweltschädliche Projekte protestiert als auch gegen die Rentenreform. (11.02.2020/fc/n/s)