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Nachhaltige ETFs und Indexfonds: Angebot nimmt zu - Kosten sinken - ETF-News


16.01.20 11:19
Scope Analysis

Berlin (www.fondscheck.de) - Die Anzahl der auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Exchange Traded Funds (ETF) und Indexfonds wächst stetig, so die Experten von Scope Analysis.

Aktuell stünden deutschen Anlegern 145 Investmentfonds zur Verfügung. Diese würden zusammen rund 39 Mrd. Euro verwalten. Noch vor wenigen Jahren seien nachhaltige Fonds vor allem im Aktienbereich präsent gewesen. Mittlerweile gebe es neben 110 Aktien-ETFs auch 35 Renten-ETFs mit Nachhaltigkeitsbezug.

Aktuell würden insgesamt 22 Fondsgesellschaften mindestens einen ETF und/oder einen Indexfonds in Deutschland anbieten. Mit iShares, UBS, Lyxor und BNP Paribas Asset Management hätten vier Anbieter sogar jeweils mehr als zehn nachhaltige Fonds im Angebot. iShares offeriere derzeit mit 33 die meisten nachhaltig ausgerichteten ETF bzw. Indexfonds mit Vertriebszulassung in Deutschland und verwalte mit 9,5 Mrd. Euro per Ende Oktober 2019 auch die meisten Assets in diesem Bereich. Knapp die Hälfte der von iShares angebotenen Fonds sei erst in den vergangenen beiden Jahren aufgelegt worden.

Fast zwei Drittel der verwendeten nachhaltigen Aktien-Benchmarks würden vom Indexanbieter MSCI stammen. Bei den nachhaltigen Renten-Benchmarks würden im deutschen Fondsuniversum die Bloomberg Barclays MSCI Sustainability Indices am häufigsten verwendet (21 von 35 Fonds). Das größte Wachstum im ESG-ETF-Segment verzeichne vor allem aufgrund seiner günstigeren Preisstruktur der deutsche Indexanbieter Solactive.

Die durchschnittlichen Kosten neu aufgelegter Fonds hätten sich von 2007 bis heute um mehr als 60% reduziert - von 0,64% p.a. auf 0,24% p.a. Ein Vergleich der derzeitig günstigsten ESG-Produkte auf der Aktienseite mit den aktuell günstigsten konventionellen, auf denselben Indexanbieter abstellenden ETF habe keine signifikanten Kostennachteile ergeben.

Dagegen seien die Unterschiede bei Rentenfonds noch vergleichsweise deutlich. Im Bereich europäischer als auch amerikanischer Unternehmensanleihen müssten Anleger für eine nachhaltige ETF-Variante noch fast 80% mehr zahlen.

Scope bewerte aktuell 26 nachhaltige ETF bzw. Indexfonds, davon würden immerhin elf ein Top-Rating erhalten - also (A) oder (B). Diese würden sich auf jeweils zwei ETF mit globaler Ausrichtung, auf Euroland-Aktien sowie mit Fokus auf das Investmentthema Wasser verteilen. Jeweils ein ETF überzeuge bei europäischen, asiatisch/pazifischen und US- sowie UK-Aktien. Zudem gebe es aktuell ein Top-Rating für einen ETF auf eurodenominierte Unternehmensanleihen.

Der Markt für nachhaltige, passive Produkte sei dank verstärkter Nachfrage von privaten und institutionellen Investoren und des Rückenwindes durch die Politik ein stark wachsendes Anlagesegment. Obwohl der erste nachhaltige ETF bereits 2006 aufgelegt worden sei, habe die Wachstumsdynamik erst in den vergangenen zwei Jahren deutlich zugenommen. In dieser Zeit seien mehr als 50% der aktuell verfügbaren Fonds aufgelegt worden.

Aus Sicht von Scope werde es zu einer weiteren Ausdifferenzierung des Angebotes sowohl auf Aktien- als auch Rentenseite kommen. Gleichzeitig erwarte Scope, dass der Kostendruck bestehen bleibe und sich die Gebühren von nachhaltigen denen von konventionellen ETF angleichen würden. (16.01.2020/fc/n/e)