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Morningstar: ETFs sind nicht der Sargnagel der Fondsbranche - ETF-News


12.09.18 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Börsengehandelte Indexfonds stehen im Verdacht, die etablierten Geschäftsmodelle der Fondsindustrie wenn nicht zum Einsturz, dann zumindest heftig ins Wanken zu bringen, so die Experten von "FONDS professionell".

Tatsächlich würden immer mehr Investoren zu passiven Produkten greifen, wie Marktstatistiken zeigen würden. In der Aktiv-versus-Passiv-Diskussion werde aber nicht genug differenziert, kritisiere Morningstar-Chefredekteur Ali Masarwah. Er sei überzeugt: ETFs seien nicht der Totengräber der Asset-Management-Branche, sondern ein Impulsgeber.

Indexfonds und ETFs würden oft von denselben Marktteilnehmern aufgelegt wie aktiv verwaltete Fonds und über dieselben Kanäle vertrieben. Von Disruption könne man also nicht sprechen, betone Masarwah. "Und dass ETFs zur Renaissance des Selbstentscheiders führen, ist bisher nur ein Mythos. Es hat schon immer Selbstentscheider gegeben, die rege in Aktien und Anleihen investieren", sage er. Solche Anleger würden sich nun eben häufiger ETFs zuwenden.

Weil sich ETFs gut in die bestehenden Strukturen von Fondsanbietern einfügen würden, könnten auch solche Häuser auf passive Produkte setzen, die sich einer "aktiven DNA" rühmen würden. So feiere etwa Fidelity derzeit Vertriebserfolge mit Indexfonds, berichte Masarwah. Zudem erleichtere die Etablierung von Smart-Beta-Strategien aktiven Managern den Einstieg ins ETF-Geschäft.

Insbesondere in den USA würden Fondsproduzenten passive Produkte gern als Hülle für aktive Strategien nutzen. "Man könnte also die These aufstellen, dass ETFs dazu angetan sind, einen neuen Vertriebsweg, nämlich die Börse, für Asset Manager zu erschließen, die bisher nur im außerbörslichen Bereich aktiv waren", so Masarwah. "ETFs wären dann eine Art Steigbügelhalter für Fondsanbieter in einem bisher nicht erschlossenen Vertriebsweg und eben nicht der Todesengel einer Branche in der Krise." (12.09.2018/fc/n/e)