Morningstar: Diese Fondsfirmen haben das beste Sortiment - Fondsnews


05.11.18 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Quartal für Quartal warten Berater und Produktverantwortliche bei den Fondsgesellschaften darauf. Die Rede ist von der Auswertung der Mornigstar-Beobachter, die regelmäßig analysieren, welche großen und kleineren Asset Manager die meisten Portfolios mit einem Top-Sternerating auf dem europäischen Markt anbieten, so die Experten von "FONDS professionell".

Die jüngste Untersuchung zeige im Vergleich zum vorangegangenen Dreimonatszeitraum auf den ersten Blick kaum gravierende Änderungen. Das aus deutscher Sicht interessanteste Ergebnis: Der Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch könne seinen Platz in der Spitzengruppe der Fondsboutiquen behaupten. Unter den großen Häusern gehöre aus heimischer Perspektive zudem Allianz Global Investors weiterhin zu den Top-Anbietern.

Doch bei genauem Hinsehen erkenne man - wie so oft - mehr: Ein Langzeit-Spitzenreiter respektive dessen Top-Portfolioprofi sei in der Anleihenkategorie bei Morningstar in Ungnade gefallen und dadurch, gemessen an der Vorquartals-Kür, im aktuellen Gesamtklassement mehrere Ränge Richtung Süden gerutscht.

Die Rede sei von Jupiter Asset Management. In der Gesamtschau hätten nur noch 70,5 Prozent der Jupiter-Fonds vier oder fünf Morningstar-Sterne. Vor drei Monaten seien es noch knapp 81 Prozent gewesen. Grund hierfür sei zuvorderst die Entwicklung im Rentenbereich: Im zweiten Quartal 2018 habe das volumengewichtete Durchschnittsrating noch 4,52 betragen, nun stehe der Wert bei 3,61 - vor allem, weil der über 6,5 Milliarden Euro schwere Jupiter Dynamic Bond Fonds (ISIN LU0459992896/ WKN A0YC40) von Starmanager Ariel Bezalel seinen vierten Stern zwischenzeitlich verloren habe. Die bisherige Jahresperformance des Prestigeportfolios von minus 4,4 Prozent vergraule Anleger: Sie hätten zuletzt reihum Geld abgezogen. Dabei habe Jupiter AM das Anleihenteam um Bezalel erst im April personell aufgestockt.

Schaue man einer paar Monate ans Jahresende 2017 zurück, falle außerdem auf, dass zwei andere bekannte Asset Manager komplett aus der Gesamtschau verschwunden seien: Carmignac Gestion und GAM. Der wegen der Suspendierung von Manager Tim Haywood inzwischen schwer angeschlagene Schweizer Vermögensverwalter habe Ende 2017 einen kategorieübergreifenden Fondssortimentsanteil von 71,4 Prozent mit vier oder fünf Morningstar-Sternen gehabt. Aktuell liege diese Erfolgsquote bei GAM nur noch bei 63 Prozent - zu wenig, um sich für die Top-10 zu qualifizieren.

Noch verheerender sei allerdings die Sternebilanz von Carmignac: Die französischen Investmentspezialisten um Altmeister Edouard Carmignac hätten Ende 2017 noch einen Top-Sterne-Anteil von über 72 Prozent für sich reklamieren können. Gerade mal drei Quartale später habe sich diese Kennziffer auf 38 Prozent beinahe halbiert. Da dürfte es kaum trösten, dass die Pariser Boutique in der Rentenkategorie auch diesmal im Spitzenfeld geblieben sei.

"FONDS professionell ONLINE" präsentiere die Detailergebnisse für vier Einzeldisziplinen:

In der Kategorie Aktienfonds lande mit Pimco unter den großen globalen Asset Managern ausgerechnet ein Anbieter auf Platz eins, der ansonsten üblicherweise eher als Anleihespezialist bekannt sei. Der bestbewertete deutsche Anbieter DWS verfehle trotz deutlicher Verbesserungen im Vorquartalsvergleich mit einer Punktzahl von 3,90 Zählern das Spitzenfeld nur knapp.

Unter den Fondsboutiquen habe, wie im Vorquartal, vor allem das Aktiensortiment der beiden Anbieter Lindsell Train sowie Fundsmith die kritischen Beobachter von Morningstar überzeugt. Einige Plätze nach oben in der Spitzengruppe in die es erneut kein deutscher Vermögensverwalter geschafft habe, sei es für die Aktienportfolios von T. Rowe Price gegangen.

Bei den Top-Rentenfonds hätten die Franzosen um Altmeister Edouard Carmignac zum Stichtag Ende September 2018 erneut das Rennen in der Gruppe der großen Asset Manager gemacht. Auch hier könne Pimco mit der Silbermedaille zahlreiche Punkte für sich verbuchen. Der vormals Zweiplatzierte Jupiter sei diesmal ebenso aus der Spitzenwertung wie der ins Trudeln geratene Schweizer Anbieter GAM gefallen.

Auch bei den Boutiquen hätten die Franzosen im Anleihesegment die Nase vorn gehabt: Hier habe Sycomore, an der Italiens Versicherungsriese Generali Interesse bekundet habe, wiederholt das Rennen gemacht. Ebenfalls in den Top-Ten finde sich, nach vorübergehender Abwesenheit, der Kölner Asset Manager Flossbach von Storch. Deutlich Federn habe im Vergleich zur Vorquartalsauswertung hingegen das Anleihesortiment von T. Rowe Price gelassen, weswegen der Anbieter aus der Spitzengruppe dieser Kategorie ausscheide.

Schaue man auf das volumengewichtete Gesamtsortiment der führenden Fondsanbieter, so finde man neben den "üblichen Verdächtigen" Pimco und Morgan Stanley mit Allianz Global Investors auch einen deutschen Branchenvertreter weit vorne.

In der volumengewichteten Bewertung des Gesamtsortiments liege bei den kleineren Fondsanbietern eine deutsche Boutique weit vorn: Flossbach von Storch auf Rang drei mit einem volumengewichteten Rating von 4,84 Punkten. Grund: Laut Morningstar würden einige Anteilsklassen des FvS Global Convertible Bond sowie der Mischfonds Multi Asset Balanced, Defensive und Growth jetzt wieder Höchstnoten aufweisen.

Die meisten Fonds mit einem Vier- oder Fünf-Sterne-Rating und damit das höchstdekorierte Sortiment habe unter den Asset-Management-Giganten der Langzeit-Spitzenreiter Pimco. Kräftig Ränge im Sterneranking eingebüßt habe im Vergleich zur Auswertung vom Juni hingegen Jupiter AM. Habe das Portfolio-Angebot zum Ende des zweiten Quartals noch zu knapp 81 Prozent aus Vier- und Fünf-Sterne-Fonds bestanden, liege die Erfolgsquote nunmehr noch bei rund 71 Prozent.

Die britische Aktienfonds-Boutique Fundsmith, die schon längere Zeit auffallend viele Morningstar-Ratings einheimse, sowie die Aktienspezialisten von Lindsell Train aus Großbritannien würden erneut das sternengewichtete Ranking unter den kleineren Fondsfirmen toppen. Auch Flossbach von Storch niste sich im Spitzenfeld ein. (05.11.2018/fc/n/s)





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