Max Otte: Mit Substanztiteln gegen die Krise - Fondsnews


06.02.20 10:45
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Value-Investoren brauchen Wirtschaftskrisen nicht zu fürchten, sagte Vermögensprofi Max Otte auf dem 19. FONDS professionell KONGRESS in Mannheim, so die Experten von "FONDS professionell".

Im Gegenteil: Börsencrashs würden ihnen sogar besondere Chancen eröffnen.

Gehe es an den Kapitalmärkten bergab, schlage die Stunde der Value-Investoren. Sie würden kaufen, wenn andere flüchten würden, weil sie auf die Finanzkraft der Unternehmen schauen und sich nicht von der allgemeinen Hysterie anstecken lassen würden. Max Otte sei Geschäftsführer der Investmentgesellschaft PI Kapitalanlage, Manager des Max Otte Vermögensbildungsfonds (ISIN DE000A1J3AM3 / WKN A1J3AM) - und Value-Investor aus Überzeugung. "Wir freuen uns auf die Krise, die kommt", habe er auf dem 19. FONDS professionell KONGRESS in Mannheim gesagt.

In solchen Phasen könne man noch Schnäppchen machen, habe Otte gesagt. Das hätten die Erfahrungen der letzten großen Finanzkrise gezeigt. Als damals die Börsen gekracht seien, sei Ottes Fonds zu hundert Prozent in Aktien investiert gewesen. Er habe die Krise also "voll mitgemacht", habe der Vermögensprofi erzählt. Doch statt in Panik zu verfallen, habe er den Crash genutzt und kräftig nachgekauft. Dabei habe er nach Unternehmen Ausschau gehalten, die der Markt ohne erkennbaren Grund abgestraft habe, wie zum Beispiel American Express. Der US-Kreditkartenanbieter sei damals pauschal mit dem Bankensektor in Sippenhaft genommen worden, ohne dass die Firma dessen fundamentalen Probleme geteilt hätte. "Da haben wir mit großer Überzeugung zugegriffen", habe Otte gesagt.

Wer antizyklisch investiere, dürfe nicht erwarten, dass er sofort Gewinne einfahre. Meist würden die Titel erstmal weiter fallen, habe Otte erklärt, weil Value-Investoren nicht mit dem Sentiment gehen würden, sondern den wahren ökonomischen Wert eines Unternehmens im Blick hätten. Doch ein langer Atem zahle sich in der Regel aus: "Irgendwann wird die Aktie wieder steigen."

Der Ökonom sei der breiten Öffentlichkeit vor allem als Crash-Prophet bekannt, im vergangenen Jahr sei sein Buch "Weltsystemcrash" auf den Markt gekommen. Otte selbst lehne diesen Titel rigoros ab, habe in Mannheim lieber davon gesprochen, die Öffentlichkeit wachrütteln zu wollen, wie Morpheus, der Held aus dem US-amerikanischen Mega-Blockbuster "Matrix". "Es kündigt sich ein Trendbruch an, der Megazyklus geht dem Ende entgegen", habe Otte gesagt.

Auf die Frage, wann der große Crash denn konkret komme, habe sich der Vermögensprofi dann tatsächlich überraschend moderat gegeben und der Weltwirtschaft eine Schonfrist eingeräumt. In den nächsten elf Monaten müsse man sich keine Sorgen machen, weissage Otte. Denn im November würden die USA einen neuen Präsidenten wählen - und Amtsinhaber Donald Trump wolle schließlich wiedergewählt werden. "Dadurch hat die Weltwirtschaft noch ein wenig Zeit gewonnen", habe Otte gesagt. Der Vermögensprofi schätze, dass es noch ein bis zwei Jahre weiter nach oben gehen werde, bevor es dann richtig knalle. (News vom 05.02.2020) (06.02.2020/fc/n/s)






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