Erweiterte Funktionen

Krisenbarometer: Frauen fürchten Inflation mehr als Marktschwankungen


04.09.20 12:00
J.P. Morgan Asset Management

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Auch wenn die Folgen der Coronakrise noch nicht final absehbar sind, haben sich viele Börsen schon wieder deutlich erholt und manche Märkte sogar neue Höchststände erreicht, so die Experten von J.P. Morgan Asset Management.

Motiviere diese Entwicklung Privatanleger, am Kapitalmarkt zu investieren? Um zu ermitteln, wie sich Einstellungen und Verhalten in Zeiten von COVID-19 geändert hätten, habe J.P. Morgan Asset Management im Frühsommer 2020 eine repräsentative Online-Befragung von rund 2.000 Deutschen Frauen und Männern durchgeführt. Von Interesse sei dabei auch gewesen, ob Frauen und Männer unterschiedlich auf die Krise reagieren würden. Die Befragung zeige einige interessante Gemeinsamkeiten, aber auch deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern, was das Thema Geldanlage im Krisenmodus betreffe.

Zu der Frage, ob es aktuell ein guter Zeitpunkt zum Investieren sei, habe bei beiden Geschlechtern rund jeder fünfte Befragte keine Meinung. Damit würden die Gemeinsamkeiten aber auch schon aufhören, denn bei der Investmentbereitschaft würden sich die Einstellungen der Geschlechter diametral entgegengesetzt zeigen: Während mit 51 Prozent etwa jeder zweite Mann investieren wolle, würden 54 Prozent der Frauen dies ausschließen. Hierbei sei bemerkenswert, dass viele Frauen eine starke Position beziehen und mit 27 Prozent ein Investment kategorisch ablehnen und für "sehr unwahrscheinlich" halten würden. Umgekehrt wolle bei den Frauen nur rund ein Viertel der Befragten investieren und halte dies für wahrscheinlich (20 Prozent) oder sehr wahrscheinlich (7 Prozent). Bei den Männern seien es wiederum 31 Prozent, die aktuell nicht investieren möchten.

Während bei den Frauen also die Skeptikerinnen deutlich in der Überzahl seien, könne es sich die Hälfte der männlichen Befragten gut oder sogar sehr gut vorstellen, in diesen Zeiten Geld am Kapitalmarkt anzulegen. Genau das werde aber zukünftig eine notwendige Strategie sein. "Angesichts der beispiellosen geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen als Reaktion auf COVID-19 ist zu erwarten, dass das Niedrigzinsumfeld noch viel länger vorherrschen wird, als von vielen erhofft. Wer seine Ersparnisse also vermehren will, wird langfristig nicht daran vorbeikommen, auf die Kraft des Kapitalmarkts zu setzen", erläutere Pia Bradtmöller, Leiterin Marketing & PR bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Viele Sparer würden jedoch das Auf und Ab der Börse fürchten und lieber auf die vermeintliche Sicherheit der Spareinlagen vertrauen.

Doch bei einer nicht vorhandenen Verzinsung sei die schleichende Enteignung durch die Inflation viel gefährlicher. So betone auch Pia Bradtmöller: "Gerade mit einem langfristigen Anlagehorizont sollten kurzfristige Marktschwankungen einer gut diversifizierten Kapitalmarktanlage nicht im Wege stehen, denn die Schwankungen heben sich bei längeren Zeiträumen auf. Und die skeptischen Frauen sollten sich bewusst machen, dass solche volatilen Phasen immer wieder gute Einstiegsgelegenheiten bieten."

In Bezug auf ihre Ersparnisse bereite den befragten Deutschen derzeit die größten Sorgen, dass ihr Sparguthaben durch die Inflation sukzessive entwertet werde. Interessant sei dabei, dass Frauen mit 52 Prozent die Inflation noch stärker als Bedrohung wahrnähmen als Männer mit 45 Prozent. Mit 27 Prozent habe unabhängig vom Geschlecht rund jeder vierte Befragte erkannt, dass sich im Niedrigzinsumfeld das Ersparte nicht vermehre - und dass hier Handlungsbedarf bestehen könnte.

Besonders bemerkenswert sei das Ergebnis bei der Frage nach dem Auf und Ab der Börse, Volatilität genannt. Während mit 26 Prozent rund jeder vierte Mann besorgt sei, dass die Schwankungen an den Kapitalmärkten den Wert der Investments vernichten würden, seien es bei den sonst so vorsichtigen Frauen nur 20 Prozent. "Frauen wird immer nachgesagt, dass sie zu risikoscheu bei der Geldanlage sind. Diese Antwort zeigt, dass sie die Marktschwankungen sogar etwas realistischer als Männer einschätzen. Wer langfristig investiert, muss die vermeintlichen Verluste ja nicht realisieren, sondern kann sogar von niedrigeren Kursen profitieren, etwa mit einem Sparplan, der auch in turbulenten Marktphasen hilft, die Spardisziplin beizubehalten", betone Pia Bradtmöller. (04.09.2020/fc/n/s)