Kölner Vermögensprofi sichert Fonds gegen Extremrisiken ab - Fondsnews


01.12.17 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der Kölner Vermögensverwalter Albrech & Cie. hat seinen global investierenden Aktienfonds Albrech & Cie. Optiselect (ISIN LU0107901315 / WKN 933882) mit einem Schutz gegen hohe Verluste einzelner Portfoliobestandteile versehen, so die Experten von "FONDS professionell".

Konkret handele es sich um eine Optionsstrategie namens "Zero Cost Collar" ("kostenloser Kragen").

"Für jede einzelne Aktie im Fonds kaufen wir eine Put-Option, die uns vor Verlusten über circa fünf Prozent pro Monat schützt", erläutere Norbert Wolk, der die Absicherungsstrategie bei Albrech & Cie. verantworte, im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. "Um diesen Schutz zu finanzieren, verkaufen wir jeweils eine Call-Option, die unseren monatlichen Gewinn für jeden einzelnen Titel bei rund fünf Prozent deckelt." Im Ergebnis könne der Fonds je Aktienposition pro Monat höchstens etwa fünf Prozent gewinnen, aber auch nur rund fünf Prozent verlieren.

"Viele Fondsmanager schrecken davor zurück, ihre Chancen auf Kursgewinne zu begrenzen. Viel entscheidender ist es jedoch, die großen, unerwarteten Verluste zu vermeiden", so Wolk. Die langfristige Performance entscheide sich in Schwächephasen, nicht während eines Bullenmarktes.

Wolk zitiere in diesem Zusammenhang gerne den US-Mathematiker Benoît Mandelbrot: "Lediglich einige Tage extremer Verluste bestimmen maßgeblich die langfristige Performance von Finanzinstrumenten", habe der prominente Wissenschaftler einst gesagt.

Wolk rechne vor: Wenn eine Aktie um 50 Prozent einbreche, müsse sie hinterher um 100 Prozent steigen, um das Minus auszugleichen. Die Erkenntnis, wie wichtig die Verlustvermeidung sei, habe letztlich den Ausschlag für das neue Risikomanagement im Optiselect gegeben. "Die Anleger des Optiselect wollen zwar in Aktien investiert sein, während der hohen Verluste nach der Dot-com-Bubble und der Finanzkrise bekamen viele aber kalte Füße", berichte Wolk. Albrech & Cie. habe sich nach Möglichkeiten umgesehen, solche Verluste abzumildern - und sei dabei mit Wolk in Kontakt gekommen, der in den vergangenen Jahren Vermögensverwalter dabei beraten habe, wie sich Extremrisiken am Aktienmarkt vermeiden lassen würden.

Bevor Wolk als Consultant tätig gewesen sei, habe der Diplom-Kaufmann und Börsenhändler viele Jahre für die Deutsche Bank, bei Sal. Oppenheim und anderen Instituten gearbeitet. "Im Eigenhandel auf Rechnung der Bank habe ich diese Optionsstrategie schon vor 25 Jahren eingesetzt, denn im eigenen Buch wollten die Institute Extremrisiken unbedingt vermeiden", erinnere sich Wolk. "Darum wundert es mich, dass solche Absicherungsstrategien in der Vermögensverwaltung und im Fondsmanagement kaum zum Einsatz kommen." Im Optiselect, der rund 37 Millionen Euro verwalte, setze er seine Strategie nun seit Mai um. Statt nur beratend tätig zu sein, sei er als Portfoliomanager bei dem Kölner Vermögensverwalter eingestiegen.

Wolks Optionsstrategie sei mit einigem Aufwand verbunden: Für jede der 40 Aktien im Portfolio gelte es, an der Terminbörse Eurex eine passende Put-Option zu finden und eine Call-Option zu schreiben - und das jeden Monat. Wäre es nicht einfacher, die Absicherung schlicht mit einem Kontrakt auf den DAX oder einen anderen großen Index darzustellen? "Nein, denn uns es geht darum, das unternehmerische Risiko abzudecken, nicht nur das allgemeine Marktrisiko." Er erinnere daran, wie heftig die VW-Aktie nach Bekanntwerden des Dieselskandals abgesackt sei. Ein anderes Beispiel sei der Titel des Düngemittelherstellers K+S. "Der DAX glättet solche Entwicklungen."

Die Vermeidung solcher Extremverluste gelinge nur mit Optionen, sei Wolk überzeugt. Eine simple Stop-Loss-Order funktioniere nicht. "Wenn eine Aktie nach unten sackt, gelingt es in der Regel nicht mehr, sie zu einem vernünftigen Kurs zu verkaufen. Dann wird die Order erst ausgeführt, wenn der Verlust schon sehr hoch ist."

Wolk entkräfte auch einen anderen Einwand. Oft höre er die Frage, ob es nicht besser wäre, sich nur gegen Kursverluste abzusichern - um einen möglichen Kurssprung einer Aktie nicht zu verpassen. "Das wäre viel zu teuer, denn 80 bis 90 Prozent der Optionen verfallen wertlos", sage Wolk. Ihm diene das Schreiben der Call-Optionen dazu, die Put-Optionen zu finanzieren. Unter dem Strich sei die Deckelung der Gewinne auch nicht so schmerzhaft, wie viele vermuteten: "Erfahrungsgemäß steigen Aktien langsam, fallen aber schnell", so Wolk.

Wichtig sei ihm, das Portfolio dauerhaft abzusichern - und nicht nur in den Phasen, in denen der Portfoliomanager dunkle Wolken an der Börse aufziehen sehe. "Keiner von uns weiß, wann der nächste Kurseinbruch kommt", sei Wolk überzeugt. "Darum gilt es, immer für den Fall der Fälle gewappnet zu sein." (01.12.2017/fc/n/s)





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LU0107901315 933882 230,90 € 207,09 €