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Jahresabschluss: Welche Fondsgruppen gefragt waren - und welche nicht - Fondsnews


04.01.19 11:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Nach einem ziemlich turbulenten Börsenjahr 2018 hat FONDS professionell ONLINE nachgerechnet, wie sich die Mittelaufkommen ausgewählter Fondsgruppen im letzten Jahr entwickelt haben - und zeigt die Ergebnisse, so die Experten von "FONDS professionell".

2018 werde den meisten Anlegern wohl in eher schlechter Erinnerung bleiben vor allem solchen, die ihre Depotrendite mit Aktieninvestments aufzupeppen versucht hätten. Grund: Der deutsche Leitindex DAX sei im Jahresverlauf um etwas mehr als 18 Prozent abgerutscht, und auch das amerikanische Pendant, der Dow Jones, habe seinen jahrelangen Höhenflug beendet und das abgelaufene Jahr mit einem Minus von knapp sechs Prozent geschlossen. Dennoch zeige die von Mountain View erstellte Fondsdatenbank, dass Investoren im gesamten Jahresverlauf weltweit immerhin noch mehr als sechs Milliarden Euro in diese Portfoliogruppe gesteckt hätten.

Dennoch könne die Fondsbranche keinesfalls von einem guten Anlagejahr sprechen. In Summe seien aus Investmentfonds, die in der DACH-Region zugelassen seien, nicht weniger als 153 Milliarden Euro abgeflossen. Das seien sogar die höchsten Abflüsse seit Beginn der Mittelzu- und -abfluss-Statistik von Mountain View im Jahr 2008. Vom Abverkauf besonders stark betroffen seien übrigens Anleihenfonds mit einem Minus von 117 Milliarden Euro gewesen.

Top oder Flop? So hätten sich die wichtigsten Fondsgruppen im abgelaufenen Jahr hinsichtlich der Mittelaufkommen entwickelt:

Aktienfonds Emerging Markets
Aktienfonds, die in Titel aus den Schwellenländern investieren würden, würden das Jahr 2018 immerhin mit leichten Zuflüssen von 347 Millionen Euro schließen. Das habe die Anlagekategorie allerdings hauptsächlich dem exzellenten Jahresstart zu verdanken: In den ersten vier Monaten hätten Anleger zunächst 7,5 Milliarden Euro in Emerging-Markets-Aktiefonds investiert. In den darauffolgenden Monaten hätten sie dann mehr als sieben Milliarden Euro aus der Fondsgruppe abgezogen.

Aktienfonds Japan
Japanische Aktienfonds hätten 2018 bei Investoren auf der Favoritenliste gestanden. Mehr als fünf Milliarden Euro hätten die Geldtöpfe eingesammelt. Die höchsten Zuflüsse hätten Japan-Aktienfonds im Juli verzeichnet, als Anleger über sieben Milliarden Euro auf einen Schlag in die Anlagekategorie gesteckt hätten.

Aktienfonds Euroland
Auch jene Aktienfonds, die in Unternehmen aus Mitgliedsländern der Währungsgemeinschaft investieren würden, hätten im abgelaufenen Jahr Gelder einsammeln können. In Summe seien es 945 Millionen Euro gewesen. Im Dezember und Oktober habe diese Anlageklasse allerdings mit mehr als zwei Milliarden Euro hohe Abflüsse hinnehmen müssen.

Aktienfonds Europa
Geradezu verheerend sei das Börsenjahr 2018 indes für europäische Aktienfonds verlaufen, aus denen es - überwiegend brexitbedingt - im Jahresverlauf mehr als 13 Milliarden Euro gespült habe. Nur im Januar und November hätten Anleger Gelder in diese Fondsgruppe gesteckt.

Aktienfonds Nordamerika
Nordamerikanische Aktienfonds stünden bereits seit 2015 nicht mehr in der Gunst der Investoren. Immerhin habe sich der Abwärtstrend aber etwas verlangsamt: 2017 seien aus dieser Anlagekategorie noch mehr als elf Milliarden Euro abgeflossen, 2018 seien es hingegen "nur" 1,9 Milliarden Euro gewesen.

Aktienfonds global
Globale Aktienfonds hätten im alten Jahr 17,3 Milliarden Euro eingesammelt. Damit würden die breit gestreuten Portfolios beinahe den Rekordwert von 2017 erreichen, als Anleger 17,6 Milliarden Euro in die Fondskategorie gesteckt hätten.

Aktienfonds gesamt
Im Jahr 2018 hätten Investoren Aktienfonds in Summe über sechs Milliarden Euro anvertraut. Das Jahresende sei mit einem Minus von 6,5 Milliarden Euro im Dezember und -16 Milliarden Euro im Oktober freilich weniger erfreulich verlaufen.

Anleihenfonds Unternehmen
Fonds, die auf Unternehmensanleihen setzen würden, hätten 2017 noch mehr als 13 Milliarden Euro eingesammelt. Im abgelaufenen Jahr hätten Anleger dann satte 46 Milliarden Euro aus dieser Fondsgruppe abgezogen. Aus Jahressicht seien das die stärksten Abflüsse seit Beginn der Mountain-View-Datenerhebung im Jahr 2008 gewesen.

Anleihenfonds gemischt
Gemischten Anleihenfonds seien 2017 noch Rekordgelder in Höhe von 86 Milliarden Euro anvertraut worden. 50 Milliarden Euro habe es indes im jüngst abgelaufenen Jahr aus dieser Anlagegruppe gespült.

Anleihenfonds gesamt
In Summe seien aus Anleihenfonds 118 Milliarden Euro abgeflossen. Zur Erinnerung: 2017 hätten private und professionelle Renditesucher noch 110 Milliarden Euro in diese Fondskategorie gepumpt. Seit Februar würden die Portfolios aber im großen Stil abgestoßen.

Mischfonds
Gemischte Portfolios hätten 2018 rund 13 Milliarden Euro eingesammelt - der niedrigste Wert seit 2012, als Anleger drei Milliarden Euro in Mischfonds gesteckt hätten. Grund dafür seien die vergangenen vier Monate, in denen kontinuierlich Gelder aus der Fondsgruppe geflossen seien. (News vom 03.01.2019) (04.01.2019/fc/n/s)