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Indexschmuser zahlen überhöhte Fondsgebühren zurück - Fondsnews


06.03.18 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Britische Asset Manager erstatten Anlegern Fondsgebühren in Höhe von 34 Millionen Pfund (38 Mio. Euro), so die Experten von "FONDS professionell".

Dieser Schritt erfolge, nachdem die britische Finanzaufsicht FCA in einer Studie zu dem Schluss gekommen sei, dass viele Anbieter überzogene Managementgebühren verlangt hätten, obwohl sie letztlich nur einen Vergleichsindex nachbilden würden. Das berichte das britische Branchenportal "Financial News" (FN).

Die namentlich nicht genannten Vermögensverwalter hätten die Entscheidung zur Erstattung selbst gefällt. Es habe keine offizielle Anordnung seitens der FCA gegeben, wie die FN entgegen anders lautender Meldungen britischer Medien schreibe. Insgesamt sollten "Index-Imitate" in Großbritannien ein Gesamtvermögen von 109 Milliarden Pfund (122 Mrd. Euro) verwalten.

Die FCA werde dem Vernehmen nach aber noch Ende März eine Reihe an Empfehlungen veröffentlichen, die die Gebührenstruktur der Fonds verbraucherfreundlicher gestalten sollten. Die Behörde habe Mitte 2017 eine Studie zu den Wettbewerbsbedingungen auf der Insel veröffentlicht, in der sie zu dem Schluss gekommen sei, dass der Wettbewerbsdruck zu schwach sei, sodass die Vermögensverwalter nicht über Preise konkurrieren würden - zulasten der Anleger.

Die europäischen Finanzmarktwächter hätten sich ebenfalls schon ausführlicher dem offiziell "closet indexing" genannten Thema gewidmet. Eine im Frühjahr 2016 veröffentlichte Analyse habe ergeben, dass zwischen fünf und zehn Prozent der in Europa zum Vertrieb zugelassenen, aktiv gemanagten Fonds bloß ihren Vergleichsindex imitieren würden - zu deutlich höheren Kosten als ihre passiven Mitbewerber. Die EU-Wertpapieraufsicht habe daraufhin die Finanzmarktaufseher der einzelnen Mitgliedstaaten aufgefordert, ähnliche Untersuchungen einzuleiten.

Deren Ergebnisse seien unterschiedlich ausgefallen. Britische und irische Finanzwächter seien zu dem Schluss gekommen, dass Manager von aktiven Fonds angesichts unterdurchschnittlicher Investmenterfolge zum Teil überzogene Gebühren verlangen würden. Die Aufseher in Schweden und Norwegen hätten gar öffentlich einige Fondsgesellschaften gebrandmarkt, die ihrer Meinung nach mutmaßliche "Index-Schmuser" als aktive Fonds verkaufen würden. Die BaFin wiederum und die Luxemburger CSSF hätten hingegen keine Hinweise gefunden, dass Asset Manager im großen Stil "Index-Schmuser"-Fonds vertreiben würden. (06.03.2018/fc/n/s)