GLS Bank lässt berechnen, was ihr Fonds fürs Klima tut - Fondsnews


06.02.20 11:45
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Würden alle so wirtschaften wie die Firmen im GLS Bank Klimafonds, könnte die Erderwärmung bis zum Jahr 2050 auf 1,51 Grad Celsius begrenzt werden, berichten die Experten von "FONDS professionell".

Zu diesem Resultat komme eine Berechnung des Start-ups "Right Based on Science", einem Anbieter wissenschaftsbasierter Klimadaten, die Deutschlands größte Öko- und Ethikbank in Auftrag gegeben habe. Veröffentlicht worden sei die Zahl im jüngsten "Investitionsbericht" des Fonds, in dem das Management seinen Anlageansatz vorstelle und Investitionsbeispiele präsentiere.

Nach Aussage der GLS Bank stehe der Fonds dadurch im Einklang mit dem Pariser Klimaschutz-Abkommen, nach welchem "der Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur deutlich unter zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau gehalten wird und Anstrengungen unternommen werden, um den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen".

Der Fonds ermittele schon seit seiner Auflage 2017 regelmäßig seinen CO2-Fußabdruck ("Carbon Footprint"). Ziel der GLS Bank sei es, dass alle darin enthaltenen Unternehmen ihre Emissionen entlang ihrer Wertschöpfungskette messen und veröffentlichen würden. "Durch diese Transparenz können Treibhausgasemissionen neben ökonomischen Aspekten eine wichtige Rolle bei Unternehmensentscheidungen spielen", heiße es im Investitionsbericht.

Mit der Messung des "Carbon Footprint" habe die Bank nun erstmals das "Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie" beauftragt, um "wissenschaftlich fundierte Werte zu erhalten". Die Forscher hätten dem Bericht zufolge Daten für 98,6 Prozent aller Titel im Portfolio erfassen können. Demnach habe sich der CO2-Fußabdruck des Fonds zum Stichtag Ende Juli 2019 auf exakt 13.179 Tonnen Treibhausgasäquivalente belaufen.

Die alleinige Betrachtung des vergangenheitsbezogenen "Carbon Footprint" lasse jedoch keine Rückschlüsse zu, inwieweit Anlageprodukte respektive das Geschäftsgebaren von Unternehmen im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens stünden, betone die GLS. Darum sei die Bank eine Kooperation mit dem Analysehaus "Right Based on Science" eingegangen. "Das Frankfurter Unternehmen hat ein zukunftsorientiertes Modell entwickelt, mit dem es messen kann, in welchem Maße die Unternehmen im Portfolio zur Erderwärmung beitragen", erläutere der Investitionsbericht.

Aussagen darüber, wie viele Emissionen ein Fonds verursache oder einspare, würden durchaus kontrovers diskutiert. Manche Branchenkenner würden von einer "Wirkungsillusion" sprechen: Verkaufe ein Manager beispielsweise die Aktie eines Kohlekonzerns und stecke das Geld in Titel eines Windradherstellers, sei für das Klima erst einmal nichts gewonnen - schließlich habe sich an der Kapitalausstattung der Unternehmen dadurch nichts geändert. Lediglich die Aktien hätten den Besitzer gewechselt.

Die GLS Bank betone, besonders wirksam sei es, "wenn zusätzliches Geld durch die Ausgabe neuer Aktien oder Anleihen bei Investoren eingesammelt und direkt in klimafreundliche Vorhaben investiert wird". Im ersten Geschäftsjahr habe der Fonds so beispielsweise Solarcontainer in Mali finanzieren können.

Der sozial-ökologische Ansatz der GLS Bank finde offensichtlich Anklang: Im vergangenen Jahr habe das Institut jeden Monat im Schnitt 3.000 Kunden hinzugewonnen. Der Ausblick sei positiv, habe Vorstandssprecher Thomas Jorberg auf der Bilanzpressekonferenz seines Hauses berichtet: Im Januar 2020 habe die GLS Bank so viele Neukunden gewinnen können wie nie zuvor.

Die Kunden würden zur GLS Bank kommen, obwohl das Institut wegen der Negativzinsen der Europäischen Zentralbank relativ hohe Gebühren verlange - und das bereits seit 2017. Ab April müssten Sparer mit über 250.000 Euro auf dem Konto außerdem einen Strafzins von 0,5 Prozent entrichten. Das treffe etwa jeden hundertsten Kunden, so die Bank. Aktuell falle dieses "Einlagenentgelt" erst ab einem Kontostand von einer Million Euro an. (06.02.2020/fc/n/s)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
108,36 € 108,30 € 0,06 € +0,06% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000A2DTNA1 A2DTNA 108,36 € 97,49 €