Erweiterte Funktionen

Fondsbranche erzielt neues Rekordvermögen - Fondsnews


11.02.20 15:00
BVI

Frankfurt (www.fondscheck.de) - "Die gute Stimmung an den Finanzmärkten hat sich im vergangenen Jahr positiv auf die Fondsbranche ausgewirkt. Angesichts steigender Aktienkurse und Zuflüsse ist das von den Fondsgesellschaften verwaltete Vermögen auf die neue Rekordmarke von 3.398 Milliarden Euro gestiegen. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr", sagt Tobias C. Pross, Präsident des deutschen Fondsverbands BVI, auf der Jahrespressekonferenz.

Der Großteil des Vermögens entfalle auf offene Spezialfonds mit 1.875 Milliarden Euro und auf offene Publikumsfonds mit 1.116 Milliarden Euro. In den letzten zehn Jahren habe sich das Gesamtvermögen der Branche fast verdoppelt (Ende 2009: 1.706 Milliarden Euro).

In offene Investmentfonds hätten Anleger 2019 netto 120,2 Milliarden Euro neue Gelder investiert. Hierbei seien offene Spezialfonds mit 102,7 Milliarden Euro der Treiber. Das sei ihr bestes Absatzjahr nach 2015, als ihnen 121 Milliarden Euro zugeflossen seien. Offene Publikumsfonds hätten 17,5 Milliarden Euro erzielt.

Geschlossene Fonds hätten Zuflüsse von 4,3 Milliarden Euro verbucht. Aus Mandaten hätten Anleger netto 5,5 Milliarden Euro abgezogen. Mit insgesamt 119 Milliarden Euro habe die Branche mehr Zuflüsse als im Vorjahr erzielt, als sie 91 Milliarden Euro neue Gelder verzeichnet habe.

Die Absatzliste der offenen Publikumsfonds würden Immobilienfonds mit 10,7 Milliarden Euro anführen. Im Vorjahr seien ihnen 6,4 Milliarden Euro zugeflossen. An zweiter Stelle stünden Mischfonds mit Zuflüssen von 10,5 Milliarden Euro.

Aktienfonds hätten 4,4 Milliarden Euro neue Gelder verzeichnet. Aus Rentenfonds seien 3,7 Milliarden Euro abgeflossen. Ausschlaggebend hierfür seien Fonds mit kurzlaufenden Euro-Anleihen gewesen, die sich überwiegend an institutionelle Anleger richten würden. Aus ihnen seien 13,9 Milliarden Euro abgeflossen. Im Neugeschäft der offenen Publikumsfonds würden 7 Milliarden Euro auf nachhaltige Fonds entfallen. Das seien 40 Prozent der Netto-Zuflüsse von Publikumsfonds insgesamt.

Das Neugeschäft der offenen Publikumsfonds entspreche rund einem Prozent des von ihnen verwalteten Vermögens. Die volumengrößte Gruppe mit der Rekordmarke von 423 Milliarden Euro seien unverändert Aktienfonds. Ihr Marktanteil sei in den letzten zehn Jahren aufgrund steigender Aktienkurse und Mittelzuflüsse von 30 (Ende 2009) auf 38 Prozent gestiegen. Mischfonds seien mit 311 Milliarden Euro (28 Prozent) die zweitgrößte Gruppe. Es würden Rentenfonds mit 209 Milliarden Euro (19 Prozent) und Immobilienfonds mit 109 Milliarden Euro (10 Prozent) folgen.

Das verwaltete Vermögen offener Spezialfonds habe sich in den vergangenen zehn Jahren von 729 Milliarden Euro (Ende 2009) auf 1.875 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Dabei sei die Altersvorsorge ein wichtiger Treiber. Versicherer und Altersvorsorgeeinrichtungen hätten Ende 2019 insgesamt 1.159 Milliarden Euro in Spezialfonds angelegt. Das entspreche einem Anteil von 62 Prozent des Spezialfondsvermögens. Vor zehn Jahren habe ihr Anteil bei 54 Prozent gelegen. Insbesondere die Altersvorsorgeeinrichtungen wie Versorgungswerke und Pensionskassen hätten an Bedeutung gewonnen. Ihr Anteil sei von 19 Prozent Ende 2009 auf 29 Prozent gestiegen. Versicherer seien noch immer die volumengrößte Anlegergruppe. Ihr Anteil habe sich leicht von 36 Prozent auf 33 Prozent reduziert. (News vom 10.02.2020) (11.02.2020/fc/n/s)